Empfehlungen
A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z  
  Home Top 10 Fachbereiche News Hilfe & FAQ
 

Empfehlungen

sind rechtlich unverbindliche Erklärungen, durch die jemand ein bestimmtes Marktver­halten als für einen anderen gut oder vorteil­haft bezeichnet und es ihm deshalb anrät, na­helegt oder vorschlägt. Der Empfehlung wohnt das Bestreben inne, den Willen des­sen, an den sie gerichtet ist, zu beeinflussen. Die Empfehlung ist demgemäß einerseits durch ihre rechtliche Unverbindlichkeit ge­kennzeichnet, zum anderen durch die mit der Abgabe verbundene Erwartung, dass der Empfänger aus wirtschaftlichen, gesell­schaftlichen oder sonstigen Gründen Emp­fehlungen Folge leistet. Eine Empfehlung kann ausdrücklich, aber auch mündlich oder durch schlüssiges Verhalten ausgesprochen werden. Den Empfehlungen kommt in der Wirt­schaftspraxis eine erhebliche Bedeutung zu. Empfehlungen haben damit eine den Wett­bewerb berührende Auswirkung, die ge­fährlich ist, weil sie dazu eingesetzt werden kann, Verbote des GWB oder Verfügungen der Kartellbehörden zu umgehen. Das GWB geht demgemäß von einem grund­sätzlichen Verbot von Empfehlungen aus, sofern diese zur Umgehung eines der Ver­bote des GWB oder einer aufgrund des GWB erlassenen Verfügung der Kartell­behörden durch gleichförmiges Verhalten der Empfehlungsempfänger führen. Aus­nahmen vom Empfehlungsverbot sind als Ausnahmen von dem grundsätzlichen Emp­fehlungsverbot geregelt. Dabei sind die Mittelstandsempfehlungen, die unver­bindliche vertikale Preisempfehlung, die Normen- und Typenempfehlungen und die Konditionenempfehlungen zu erwäh­nen. Für diese erlaubten Empfehlungen gilt einheitlich, dass sie als unverbindlich be­zeichnet werden müssen und dass sie der Mißbrauchsaufsicht durch die Kartell­behördeunterliegen. Empfehlungen können danach für unzulässig erklärt werden, wenn die Empfehlung die Freistellung miß­braucht. Ausnahmen vom Kartellverbot sind: Mittelstandsempfehlungen, die nach § 38 Abs. 2 Nr. 1 GWB zugelassen sind. In der Mittelstandsempfehlung kann jedes Verhal­ten im Wettbewerb aufgegriffen werden. Sie sollen kleinen und mittleren Unternehmen einen strukturellen Nachteilsausgleich ge­genüber Großunternehmen verschaffen. Die Mittelstandsempfehlung muss demgemäß dazu dienen, die Leistungsfähigkeit der Be­teiligten gegenüber Großunternehmen zu fördern und dadurch die Wettbewerbsbe­dingungen zu verbessern, wobei ausreicht, dass die Empfehlung im ganzen konkurrenz­fördernden Charakter gegenüber den Groß­unternehmen hat. Normen- und Typenempfehlungen sind nach § 38 Abs. 2 Nr. 2 GWB zugelassen und bezie­hen sich auf die einheitliche Anwendung von Normen undTypen. Wie im Rahmen von§ 5 GWB sind Normen Bestimmungen über die Beschaffenheit von Einzelwaren bzw. Ein­zelleistungen und Typen Bestimmungen über die Beschaffenheit von Fertigerzeugnis­sen. Diese Empfehlungen spielen in der Pra­xis keine große Rolle. Unverbindliche Preisempfehlungen sind nach § 38 a Abs. 1 GWB für Markenwaren zugelassen. Preisempfehlungen für gewerb­liche Leistungen sind verboten. Konditionenempfehlungen dürfen seit der GWB-Novelle von 1973 nach §38 Abs. 2 Nr. 3 GWB von Wirtschaftsverbänden ausgesprochen werden, wenn sie allein die einheitliche Anwendung allgemeiner Ge­schäfts-, Lieferungs- und Zahlungsbe­dingungen einschließlich der Skonti zum Gegenstand haben. Auf Preise oder Preisbe­standteile dürfen sich die empfohlenen Be­dingungen nicht beziehen. Konditionen­empfehlungen beziehen sich regelmäßig auf Allgemeine Geschäftsbedingungen. Die Kartellbehörden berücksichtigen bei der Mißbrauchsaufsicht das AGB-Gesetz.

Vorhergehender Fachbegriff: Empfänger | Nächster Fachbegriff: Empfehlungsmarketing



  Diesen Artikel der Redaktion als fehlerhaft melden & zur Bearbeitung vormerken




   
 
 

   Weitere Begriffe : Aussenhandelsmarketing | Einfuhranmeldung | Tallymann

   Praxisnahe Definitionen

Nutzen Sie die jeweilige Begriffserklärung bei Ihrer täglichen Arbeit. Jede Definition ist wesentlich umfangreicher angelegt als in einem gewöhnlichen Glossar.

  Marketing

  Definition

  Konditionenpolitik

   Fachbegriffe der Volkswirtschaft

Die Volkswirtschaftslehre stellt einen Grossteil der Fachtermini vor, die Sie in diesem Lexikon finden werden. Viele Begriffe aus der Finanzwelt stehen im Schnittbereich von Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre.

  Investitionsrechnungen

  Marktversagen

  Umsatzsteuer

   Beliebte Artikel

Bestimmte Erklärungen und Begriffsdefinitionen erfreuen sich bei unseren Lesern ganz besonderer Beliebtheit. Diese werden mehrmals pro Jahr aktualisiert.

  Cash Flow

  Bausparen

  Fremdwährungskonto


     © 2015 Wirtschaftslexikon24.com       All rights reserved.      Home  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum  |  Rechtliche Hinweise
Aktuelles Wirtschaftslexikon