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Informationsselektierer

(Gatekeeper, Pfört­ner, Türhüter): Das in der Massenkommunika­tionsforschung zum Gattungsbegriff gewordene Konzept des Pförtners wurde erstmals 1943 von Kurt Lewin als Modell im Rahmen von Kleingrup­penuntersuchungen in seiner “psychologischen Ökologie” zur Erklärung des Zugangs von Le­bensmitteln zu bestimmten Kaufkanälen verwendet und auf den Informationsfluss durch      Kommunikationskanäle angewandt.
Nach Lewin ist die soziale Organisation wie ein Kanalsystem strukturiert, das in besondere Schleusenbereiche (Pforten) gegliedert ist, in de­nen die Entscheidung getroffen wird, ob ein Ka­nalsegment geöffnet oder geschlossen wird: “Die Pforten-Segmente werden entweder durch neu­trale Regeln oder durch Pförtner, beherrscht. Im zweiten Fall hat ein Individuum oder eine Gruppe die Macht, über die Entscheidung zwischen ,of­fen\' oder ,geschlossen\'. Das Verstehen der Funktion der Pforte wird damit gleichbedeutend mit dem Verstehen der Ursachen, die die Ent­scheidungen der ,Pförtner bestimmen, und Veränderung des sozialen Geschehens erfordert die Beeinflussung oder Ersetzung des ,Pfört­ners\'.” (Kurt Lewin)
Die Massenkommunikationsforschung, in der et­wa gleichzeitig das Konzept des Zwei-Stu­fen-Flusses der Kommunikation und des Mei­nungsführers entdeckt wurde, bezeichnet den Begriff des “Gatekeeping” heute noch spezifi­scher, als Lewin dies tat, als den Prozess der Pro­duktion und Selektion von Informationen und Nachrichten durch einen Kommunikator, der im Gegensatz zum Meinungsführer diese Nach­richten und Informationen nicht direkt, sondern über ein Medium weiterleitet. In diesem Sinne versteht die Massenkommunikationsforschung die Journalisten in den Massenmedien als die Schleusenwärter, die darüber entscheiden, ob bestimmte Informationen und Nachrichten von den Massenmedien zu den Meinungsführern und von diesen zu den weniger aktiven Teilen der Bevölkerung fließen.
Die Öffentlichtkeitsarbeit (Public Relations) hat aus der Theorie des Gatekeeping die Schluß­folgerung abgeleitet, dass es am effektivsten ist, alle Anstrengungen der Öffentlichkeitsarbeit di­rekt an die Schleusenwärter in den Massenmedien und über diese an die Meinungsführer zu richten.

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