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Numeraire-Problem

(Onassis-Paradox) beruht auf der Feststellung, dass es scheinbar von der Wahl der Recheneinheit (z.B. EUR oder USD) abhängt, ob eine Handlungsalternative als sicher oder als unsicher von einem Ent­scheidungssubjekt beurteilt wird und ob sie dem Entscheidungssubjekt überhaupt vorteilhaft erscheint. Damit wird die Wahl der Recheneinheit, also des Numeraire, zu einem relevanten Entscheidungsprob­lem. Die Ursache für dieses paradox anmutende Ergebnis liegt letztlich in der unvollständigen Abbildung des Entscheidungsfelds des Entscheidungsträgers begründet, wenn man sich auf die blosse Erfassung von Zahlungsströmen beschränkt. Tatsächlich muss man die hinter den Zahlungen stehenden Kon­summöglichkeiten berücksichtigen. Das Numeraire-Problem entsteht, wenn der Konsumnutzen aus ei­ner Geldeinheit zustandsabhängig ist, weil die Preise der Konsumgüter (hierzu gehört als Determinante auch der   Wechselkurs) abhängig vom vorliegenden Umweltzustand sind. Will man trotzdem in monetären Grössen statt in Konsumgrössen rechnen, dann muss die zugrunde ge­legte Nutzenfunktion zur Bewertung von Geldbeträgen ebenfalls zustandsabhängig sein. Wird dies be­achtet, dann ist die Beurteilung der Vorteilhaftigkeit einer Handlungsalternative unabhängig von der Wahl der Recheneinheit möglich. Ferner liegt bei Berücksichtigung der realen Konsummöglichkeiten die adäquate Wahl des Numeraire zur Beurteilung der Risikoträchtigkeit einer Handlungsalternative eindeutig fest, wobei eine separate Messung der Risikoträchtigkeit für die Entscheidungsfindung aber ohnehin entbehrlich ist. Für das unternehmerische   Devisenmanagement ergibt sich aus der Diskussion des N.-P. die Empfehlung, dass die Unternehmensleitung bei ihren Entscheidungen auf die Konsumpräferenzen der Kapitalgeber Rücksicht nehmen sollte. Das Numeraire-Problem scheint auch in vielen anderen Zusammenhängen auf, beispielsweise wenn es um die monetäre Bewertung von Investitionsmöglichkeiten bei unsicheren Inflationsraten geht. Siehe auch  Währungsmanagment (mit Literaturangaben).

Literatur: Breuer, W.: Unternehmerisches Währungsmanagement, 2. Auflage, Wiesbaden 2000.

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