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Bilateralismus

im Gegensatz zum Multilateralismus eine Gestaltungsform der Weltwirtschaftsordnung, die - basierend auf Devisenbewirtschaftung und damit nicht frei konvertierbaren Währungen - im Rahmen bilateraler Handelsverträge auf zwischenstaatliches Clearing, Mengenregulierungen sowie im Extremfall Naturaltausch- und Kompensationsgeschäfte zurückgreift, womit sie allgemein diskriminierend wirkt. Seinen bisherigen historischen Höhepunkt erlebte der Bilateralismus in den 30er Jahren des 20. Jh. im Gefolge der Weltwirtschaftskrise. Gegenwärtig weisen zahlreiche Indizien auf eine Renaissance des Bilateralismus hin (z.B. Selbstbeschränkungsabkommen).    

eine auf der Grundlage zweiseitiger Handels- und Zahlungsabkommen getroffene Regelung des zwischenstaatlichen Wirtschaftsverkehrs (Gegensatz Multilateralismus). a) Der klassische Bilateralismus (vor 1860) ist durch diskriminierende Beschränkungen und Ausnahmen von der Meistbegünstigung (bei sonst freiem Waren- und Zahlungsverkehr) gekennzeichnet. b) Der moderne Bilateralismus entstand im Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise 1930, v.a. als Folge der - Devisenbewirtschaftung. Er ist gekennzeichnet durch Devisenclearing, Mengenregulierung (Kontingente) und Diskriminierung zwischen verschiedenen Handelspartnern (z.B. durch länderbezogene Kontingente, durch Wechselkursdiskriminierung etc.). Die bilateralen Handels- und Zahlungsabkommen ermöglichen eine gegenseitige Planung der Handels- und Zahlungsbilanzsalden. Die Maßnahmen für den Zahlungsausgleich sind Devisenclearing, Kreditierung (Swing) und Goldzahlung. Maßnahmen zur Realisierung des Mengenausgleichs sind Warenclearing (staatliche Kompensationsgeschäfte), individuelle Ein- und Ausfuhrlizenzen, Globalkontingente. Die extremste Form des Bilateralismus ist das Naturaltauschabkommen (Warenclearing). Dagegen sind bilaterale Verrechnungsabkommen flexibler zu handhaben.
Bilateralismus Vorteile des Bilateralismus: Durchsetzung von nationalen oder gruppenmäßigen Autarkiebestrebungen, Beeinflussung der regionalen Struktur des Außenhandels, insbes. auch unter machtpolitischen und militärischen Zielsetzungen, teilweise Abschirmung der Binnenwirtschaft gegenüber unerwünschten weltwirtschaftlichen Storungcn. Nachteile: Rückgang und Verzerrung der internationalen Arbeitsteilung, damit auch Rückgang der Außenhandelsgewinne. Um den Abbau des Bilateralismus, zumindest in der westlichen Welt, sind eine Reihe internationaler Organisationen bemüht (-3 Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen; Welthandelsorganisation WTO; - Internationaler Währungsfonds; Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Die wachsende Bedeutung regionaler Zusammenschlüsse und gesunkene liberale Handelspraktiken der USA haben in neuerer Zeit den Bilateralismus wieder zunehmen lassen.

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