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Weltwirtschaftskrise

bezeichnet den weltweiten wirtschaftlichen Zusammenbruch Ende der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Ausgangspunkt war der Kurseinbruch an der New Yorker Börse am 24.10. 1929 (»Schwarzer Freitag«). Die sich daran anschließende, bislang einmalig schwere Depression führte zu tief greifenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Umwälzungen und dauerte bis in die Mitte der dreißiger Jahre an. Die Ursachen lagen vor allem in kriegs- und nachkriegsbedingten Verwerfungen des Welthandels mit deflatorischem
(Deflation) Charakter.

Bezeichnung für die durch den Schwarzen Freitag symbolisierte weltweite Depression (Konjunktur) der Wirtschaft in der gesamten Welt. Am 25. Oktober 1929 erfolgte ein Kurssturz an der Wall Street und beendete die amerikanische »Prosperity«. In Europa litt die Wirtschaft vor allem in Deutschland an den Folgen des 1. Weltkriegs (Reparationen und Inflation). Durch die bereits bestehenden internationalen Wirtschaftsbeziehungen wirkten sich diese negativen Ereignisse und Zustände auf die ganze Welt aus, es kam zu einem Zerfall des internationalen Kreditsystems und der Goldwährung sowie zu einem Niedergang des Welthandels. Es entstand Massenarbeitslosigkeit durch massenweise Schließung von Unternehmen und Fabriken, die zahlungsunfähig wurden. In der Folgezeit griffen die Staaten stark in die Volkswirtschaften ein, man wandte sich von den Prinzipien des Liberalismus ab. Es wurden Maßnahmen zur staatlichen Wirtschaftsförderung getroffen wie z.B. in den USA der -New Deal.

In der sozialistischen Wirtschaftslehre: Eine zyklische Krise der Überproduktion, welche die Mehrzahl der kapitalistischen Länder annähernd gleichzeitig erfaßt und dadurch den Mechanismus der internationalen ökonomischen Beziehungen teilweise lähmt oder beeinträchtigt. In diesem Sinne war die zyklische Krise von 1857 die erste Weltwirtschaftskrise. Einen herausragenden Platz unter den Weltwirtschaftskrisen nimmt die Überproduktionskrise 1929-1933 ein. Sie war die umfassendste, tiefste und längste Krise des Kapitalismus. Den Charakter eine Weltwirtschaftskrise hatte auch die zyklische Überproduktionskrisen 1974-1976 und Anfang der 80er und 90er Jahre. >Krise

heftige oder andauernde Krisenlagen, die über den nationalen Bereich hinaus die Volkswirtschaften mehrerer Länder erfassen und sich insb. auf die internationalen Kredit- und Handelsbeziehungen auswirken. (1) 1857-1859 erste weltweite Krise; Eisenbahnbau und Entdeckung der kalifornischen Goldlager führten zu starkem Aufschwung in den USA; ähnlich wirkt die Konjunktur des Krimkrieges in Europa. Fehlspekulationen und sinkende Preise in den USA und in England führen zu Bankenzusammenbrüchen, in Deutschland ist vor allem der Handelsplatz Hamburg betroffen. Die relativ rasche Überwindung der auf den Handels- und Bankbereich konzentrierten Krise stärkt die liberale Auffassung von den Selbstheilungskräften der Wirtschaft; es folgt die Hochblüte des Liberalismus in den 1860er Jahren.  (2) 1929-1933 zu verzeichnender Schrumpfungsprozess der Wirtschaft aller Länder mit hohen Arbeitslosenzahlen (Deutschland über 6 Mio. bei 12 Mio. Beschäftigten; 36% der Bevölkerung waren auf öffentliche Unterstützung angewiesen), Investitionsrückgängen (Deutschland 1928: 13,7, 1932: 4,2 Mrd. RM), sinkendem Volkseinkommen (Deutschland 1929: 75,9, 1932: 45,2 Mrd. RM) und weltweitem Preisverfall (allein bei Rohstoffen 1929-1933 56%). Auslösendes Ereignis war der New Yorker Börsenkrach vom 29. 10. 1929, dem umfangreiche Aktienspekulationen, getragen vom Glauben an die "ewige prosperity" vorangingen. Liquiditätsschwierigkeiten brachten Kreditkündigungen in USA und Rückrufe der nach Europa, vor allem Deutschland, gegebenen meist kurzfristigen Kredite. Folge waren die deutsche —Bankenkrise und der Zusammenbruch des internationalen Zahlungsverkehrs. Die Krise der US-Wirtschaft wirkte sich zusätzlich auf die Rohstoffexporteure der Welt und den europäischen Export aus. Der Übergang zur Devisenzwangswirtschaft, Importbeschränkungen und die von den Einzelstaaten unternommenen nationalen Versuche der Krisenbekämpfung leiten den völligen Zusammenbruch der Weltwirtschaft ein; das deutsche Aussenhandelsvolumen sinkt von 1929 = 26,8 auf 1933 = 9,0 Mrd. RM. Ursachen für die Entwicklung in Deutschland sind vor allem: unzureichende Zuwachsraten bzw. Stagnation des Konsums mit seit 1926 steigenden Arbeitslosenzahlen sowie Rückgang der Investitionen ab 1929, Übertragung der amerikanischen Krise durch den Kapitalmarkt (Reparationen), verfehlte Wirtschaftspolitik (Brüningsche Deflationspolitik). (3) Bezeichnung für die mit dem Ölschock 1973 eingeleitete weltweite Rezession, bei der Weltwirtschaftskrisen sich nationale Zahlungsbilanzprobleme, internationale Zahlungsprobleme, strukturelle Probleme einzelner Volkswirtschaften und Verschiebungen im internationalen Wettbewerb miteinander verbinden. In besonderer Weise wird dabei das nach 1933 entwickelte Instrumentarium der Konjunktursteuerung wieder zur Diskussion gestellt.                  Literatur: James, H., Deutschland in der Weltwirtschaftskrise 1924-1936, Stuttgart 1988. Kindleberger, Ch. P., Die Weltwirtschaftskrise, 3. Aufl., München 1984.

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