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Freizeitökonomik

befasst sich mit den Bestimmungsgründen der Nachfrage nach Freizeit und analysiert die Folgewirkungen von Freizeitveränderungen. Da man unter Freizeit die Zeit versteht, in der jemand während einer bestimmten Periode, die das gesamte Leben umfassen kann, nicht erwerbstätig ist, ist die Frage nach den Determinanten der Freizeitnachfrage identisch mit der Frage nach den Bestimmungsgründen des  Arbeitsangebots. Die Nachfrage nach Freizeit hängt ab vom Lohnsatz, vom Preisniveau sowie von institutionellen Faktoren, wie der Form und Höhe der Besteuerung sowie der sozialen Sicherung.            

beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Freizeit und wirtschaftlich bedeutsamen Tatbeständen. Berücksichtigt man, dass in einer unverfälschten Marktwirtschaft die verschiedenen Wirtschaftssubjekte im Rahmen ihrer Zeitallokation über Länge und Ausgestaltung ihrer Freizeit (Nichtarbeitszeit) entscheiden, dann wird deutlich, dass zwischen der Zeitallokationstheorie einerseits und der Freizeitökonomik andererseits Berührungspunkte bestehen: Während über die Länge der Freizeit im Zuge der individuellen Gesamtzeitallokation entschieden wird, hängt die Ausgestaltung der Freizeit von der Konsumzeitallokation des betrachteten Haushalts ab. Im Unterschied zur Zeitallokationstheorie, in der die Allokation von Gesamt- und Konsumzeit primär unter einzelwirtschaftlichem Aspekt untersucht wird, stehen in der Freizeitökonomik die gesamtwirtschaftlichen Aspekte im Vordergrund des Interesses. Die Gesamtzeitallokation determiniert die Beschäftigungssituation, während die Konsumzeitallokation die Produktionsstruktur der betrachteten Volkswirtschaft beeinflußt. a) Liegt die Gesamtzeitallokation im Entscheidungsbereich des einzelnen Haushalts, dann führt sie im Regelfalle unter einzelwirtschaftlichem Aspekt zur optimalen (d.h. den Präferenzen des Haushalts entsprechenden) Länge der Freizeit und gesamtwirtschaftlich zu einer der gesellschaftlichen Präferenzstruktur entsprechenden Beschäftigungssituation. Dieses einzel- und gesamtwirtschaftlich optimale Ergebnis ist jedoch nicht gesichert, wenn die Gesamtzeitallokation im Entscheidungsbereich der Sozialpartner liegt (Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände). In diesem Falle wird die Gesamtzeitallokation auf einem - Arbeitsmarkt festgelegt, der infolge des bilateralen Monopols zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden versagt. Das charakteristische Merkmal dieser Form des Marktversagens ist Marktmacht auf beiden Marktseiten, deren Ausschöpfung (Streik, - Aussperrung) in nicht wenigen Ländern geduldet wird, obwohl sie zu bürgerkriegsähnlichen Konfrontationen führen kann. Die Verhandlungsergebnisse der Sozialpartner verfehlen im Regelfalle sowohl die einzelwirtschaftliche als auch die gesamtwirtschaftliche Optimalität der Gesamtzeitallokation. Die einzelwirtschaftliche Suboptimalität folgt unmittelbar aus der Tatsache, dass die Sozialpartner die Präferenzen des einzelnen Haushalts nicht kennen. Sie dokumentiert sich durch die Übernahme von Zweit- oder Nebenbeschäftigungen und durch Schwarzarbeit. Die gesamtwirtschaftliche Suboptimalität folgt aus der Tatsache, dass v.a. in den Arbeitskämpfen mehr emotional als rational argumentiert und agiert wird. Dies zeigt sich z.B. in den Auseinandersetzungen über Arbeitszeitverkürzungen (Freizeitverlängerung) bei vollem Lohnausgleich, deren negative Wirkungen auf die Beschäftigungssituation verschwiegen oder bagatellisiert werden. b) Die Konsumzeitallokation liegt in Marktwirtschaften immer im Entscheidungsbereich des einzelnen Haushalts. Dies gilt analog auch für die Allokation der beiden Komponenten der Konsumzeit: der Hausarbeitszeit und der Muße (= Freizeit i.e.S.). Die in entwickelten Volkswirtschaften steigende Konsumzeit (Freizeit i.w.S.) beeinflußt sowohl die im Rahmen der Hausarbeitszeit als auch die in der Freizeit i.e.S. durchgeführten Aktivitäten des Haushalts, wodurch sich die Struktur seiner Nachfrage auf den Gütermärkten und dadurch auch die Produktionsstruktur in den letzten Jahren beträchtlich geändert haben. Für die Hausarbeitszeit werden in zunehmendem Maße vorgefertigte Güter am Markt erworben (z.B. Tiefkühl- anstelle von Frischgemüse), unter deren Zuhilfenahme dem Haushalt mit vergleichsweise geringem Zeitaufwand die Herstellung jener Güter möglich ist (z.B. Mahlzeiten), die seinen Nutzen determinieren. Diese Nachfrageverschiebung ist dadurch zu erklären, dass in entwickelten Volkswirtschaften die (industrielle) Herstellung vorgefertigter Güter kostengünstiger ist als die haushaltsinterne Durchführung der entsprechenden Aktivitäten. Im Rahmen seiner Freizeit i.e.S. sind neben den der Erholung dienenden Aktivitäten v.a. die zum Vergnügen betriebenen Tätigkeiten von großem Einfluss auf die Güternachfrage des Haushalts. Der Produktionssektor reagierte mit der Ausweitung der entsprechenden Erzeugungseinrichtungen. Typische Freizeitindustrien sind z.B. die Sportartikel- und die Fremdenverkehrsbranche. Auch künstlerische Aktivitäten werden mit steigender Freizeit i.e.S. intensiviert, woraus sich bei weiter zunehmender Freizeit Argumente gegen einen subventionierten (öffentlichen) Kunstbetrieb gewinnen lassen. Literatur: Locay, L. (1990). Külp, B. (1983)

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