Empfehlungen
A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z  
  Home Top 10 Fachbereiche News Hilfe & FAQ
 

Handelslücke

(Handelsdefizit, trade gap) Differenz zwischen Importen und Exporten eines Landes, d.h. Ausdruck für ein Defizit der  Handelsbilanz. Das Konzept der Handelslücke spielt eine Rolle in der entwicklungspolitischen Diskussion. In der offenen Volkswirtschaft müssen ex post jeweils die Differenzen aus inländischer Investition (I) und inländischer Ersparnis (S) (auch als Sparlücke bezeichnet) sowie aus Importen (M) und Exporten (X) übereinstimmen; es gilt also "Sparlücke" gleich "Handelslücke": handelslücke In einer Volkswirtschaft kann die heimische Investition folglich die heimische Ersparnis nur insoweit übersteigen, als die Handelsbilanz ein Defizit aufweist. Da die Zahlungsbilanz als Ganzes immer ausgeglichen ist, müssen Handelsbilanzsaldo und Kapitalbil- anzsaldo (mit umgekehrten Vorzeichen) übereinstimmen - von unentgeltlichen Leistungen (Übertragungen) ist dabei zur Vereinfachung abgesehen. Der Saldo der Kapitalbilanz wird ermittelt als Differenz zwischen Kapitalexporten (KE) und -importen (KM): handelslücke Zusammen mit der ersten Gleichung ergibt sich: handelslücke Sparlücke und Handelslücke sind ex post also immer gleich hoch und stimmen mit dem jeweiligen Saldo der Kapitalbilanz, dem Netto-Kapitalimport, überein. Aus diesen tautologischen Zusammenhängen heraus wurde nunmehr die Überlegung abgeleitet, Entwicklungsländer könnten die heimische Investition durch Nettokapitalimporte über die unzureichende heimische Ersparnis hinaus steigern und das Wachstum dadurch beschleunigen. Soweit die Sparlücke durch unentgeltliche Leistungen des Auslandes geschlossen wird, entfällt im übrigen die bei der Nettokapitaleinfuhr notwendige Zins- und Tilgungsleistung. Gegen dieses Konzept zur Begründung der Entwicklungshilfe wurde eine ganze Reihe von Einwänden vorgebracht. In erster Linie wurde darauf verwiesen, dass ein Land durch Inflation die heimische (freiwillige) Ersparnisbildung drastisch beeinträchtigen und damit einen "Entwicklungshilfebedarf" quasi künstlich erzeugen kann. Diese Gefahr besteht vor allem dann, wenn der Zusammenhang zwischen Handels- und Sparlücke von den entsprechenden Institutionen als eine Art Automatik für Entwicklungshilfeleistungen angesehen wird. Entwicklungsländer, die sich um eine Förderung der heimischen Ersparnis und eine Politik der Geldwertstabilität bemühen, würden dabei diskriminiert. Im Sinne einer entwicklungspolitischen Doktrin würde dieses Konzept damit falsche Signale für die Wirtschaftspolitik in den Entwicklungsländern setzen.                                                      Literatur: Hemmer, H.-R., Wirtschaftsprobleme der Entwicklungsländer, 2. Aufl., München 1988.    

Vorhergehender Fachbegriff: Handelskredit | Nächster Fachbegriff: Handelslehrer



  Diesen Artikel der Redaktion als fehlerhaft melden & zur Bearbeitung vormerken




   
 
 

   Weitere Begriffe : Symbolische Kommunikation | Zins Cap | Zeitwechsel

   Praxisnahe Definitionen

Nutzen Sie die jeweilige Begriffserklärung bei Ihrer täglichen Arbeit. Jede Definition ist wesentlich umfangreicher angelegt als in einem gewöhnlichen Glossar.

  Marketing

  Definition

  Konditionenpolitik

   Fachbegriffe der Volkswirtschaft

Die Volkswirtschaftslehre stellt einen Grossteil der Fachtermini vor, die Sie in diesem Lexikon finden werden. Viele Begriffe aus der Finanzwelt stehen im Schnittbereich von Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre.

  Investitionsrechnungen

  Marktversagen

  Umsatzsteuer

   Beliebte Artikel

Bestimmte Erklärungen und Begriffsdefinitionen erfreuen sich bei unseren Lesern ganz besonderer Beliebtheit. Diese werden mehrmals pro Jahr aktualisiert.

  Cash Flow

  Bausparen

  Fremdwährungskonto


     © 2017 Wirtschaftslexikon24.com       All rights reserved.      Home  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum  |  Rechtliche Hinweise
Aktuelles Wirtschaftslexikon