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Länderrating

Siehe: Rating

Country Rating, Country Ranking System zur Bewertung von Transferrisiken im internationalen Geschäft. Dabei wird anhand von wirtschaftlichen und politischen Indikatoren analysiert, ob ein Land in der Lage sein wird, seinen internationalen Verpflichtungen zum vereinbarten Zeitpunkt und in der vereinbarten Währung nachzukommen (Frühwarnsystem). Internationale Banken verfügen in der Regel über ein eigenes Länderbewertungssystem, das auf die besonderen Erfordernisse der jeweiligen Bank zugeschnitten ist. Daneben veröffentlicht beispielsweise die Zeitschrift «Institutional Investor» aufgrund von Erhebungen bei Banken regelmäßig Bonitätseinschätzungen. Darin wird das kreditwürdigste Land mit 100 und das Land mit der geringsten Kreditwürdigkeit mit 0 Punkten bewertet.

Countryrating, -ranking. Regelm. von US-Finanzzeitschriften publizierte Rangliste der Schuldnerqualität souveräner Staaten.

Länderrisikoanalysen (Bonitätsanalysen) mit der Aufgabe, Unternehmen Orientierungshilfen für Auslandsmärkte zu geben. Dabei sollen die Chancen und Risiken infolge politischer, ökonomischer, sozialer und rechtlicher Entwicklungen für einen Auslandmarkt bzw. einen ausländischen Gläubiger bewertet werden. Auf diesen Ergebnissen aufbauend, sind anschließend spezielle Branchenoder Unternehmensstudien durchzuführen, da Länderratings nur längerfristige und tendenzielle Entwicklungen der Rahmenbedingungen aufzeigen.

Länderratings (Country-Ratings) sind Früh-erkennungssysteme für Chancen und Risiken in Auslandsmärkten, die auf Grund politischer Ereignisse sowie sozialer, ökonomischer und rechtlicher Entwicklungen zu erwarten sind (vgl. Walldorf, 2000, S. 377).

Es handelt sich dabei um quantitative Verfahren der Länderrisiko-Analyse, die zumeist in der Form von Scoring-Modellen bzw. Ratings (Frflhertennung, strategische) durchgeführt werden. Dabei werden Kriterien und Risikoindikatoren bewertet und durch Gewichtung miteinander in Relation gebracht, um einen Kennwert zu ermitteln. Dadurch können sowohl verschiedene Länder miteinander verglichen werden als auch frühere Bewertungen gleicher Länder im Hinblick auf Veränderungen untersucht werden (vgl. Krämer-Eis, 1998, S. 23ff.).

Es können drei Ausprägungen von Länderratings unterschieden werden, die sich durch die Träger und Anwender der Ergebnisse, durch die Zahl der befragten Experten und die Anzahl der Wiederholungen dieser Befragungen pro Jahr differenzieren lassen. Zudem werden andere Scoring-Methoden bzw. -Modelle angewandt und verschiedene Kriterien (Teil-scores) inklusive deren Gewichte bei der Bildung des Gesamtscores zu Grunde gelegt (vgl. Krystek/Walldorf, 1992, S. 358; Krämer-Eis, 1998, S. 37):

1. Indikatormodelle der politischen Instabilität

Bei dieser Form der Länderratings wie z.B. dem Coplin-O’Leary System, bei dem eine Evaluierung der Regimestabilität eines Landes sowie der Gefahr von Unruhen erfolgt, dem PSSI (Political Systems Stability Index) sowie dem WPRF (World Political Risk Forecast) wird versucht, die politische Umwelt eines Landes anhand geeigneter Indikatoren vollständig (Totalmodelle) zu erfassen. Den Modellen ist gemeinsam, dass das Länderrisiko für die Beurteilung eines Auslandsmarktes nur durch Einschätzung der politischen Lage in einem Land bestimmt wird. Demgegenüber lassen sie offen, ob aus politischen Instabilitäten Risiken für ausländische Unternehmen (Investoren) resultieren können, und in welcher Weise dies gegebenenfalls geschieht.

2. Umfassende Indikator-Modelle zur Bestimmung der Investitionsrisiken bzw. des Investitionsklimas in einzelnen Ländern Entgegen der eindimensionalen Sichtweise der Indikatormodelle der politischen Instabilität stehen bei den folgenden Konzepten weniger die politische Situation eines Landes allein als vielmehr die Indikatoren zur Bestimmung des Investitionsklimas bzw. der Investitionsrisiken im Mittelpunkt der Betrachtung. International am bekanntesten ist der BERI-Inclex. Eine ähnliche Konstruktion hat auch das Business International Country Rating (ßl-Country Rating). Der Ifo Economic Survey International (ESI) folgt einer anderen Methodik. Hier werden zweimal jährlich Expertenbefragungen in Bezug auf acht Kriterien durchgeführt, wobei keine Gesamtbeurteilung pro Land erfolgt, sondern eine Aggregation auf Ebene der untersuchten Kriterien (vgl. Walldorf, 2000, S. 378). Das Rating der Economist Intelligence Unit (EIU) beurteilt alle zwei Jahre makroökonomische Risiken, die international investierende, kreditgebende und finanzierende Unternehmen betreffen können. Dabei werden politische und ökonomische Risiken sowie Kreditrisiken bewertet, gewichtet und zu einem Gesamtrating, das in dem Country Risk Service publiziert wird, verdichtet.

3. Firmen- und branchenspezifische Länderrisiken Diese Gruppe von Länderratings basiert ebenfalls auf umfassenden Indikatormodellen, die allerdings firmen- bzw. branchenspezifische Faktoren in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung stellen. Em Beispiel ist der Insütutional Investor (Il)-Index, der vom amerikanischen Wirtschaftsmagazin »Institutional Investor« zweimal jährlich publiziert wird und die Beurteilung der Kreditwürdigkeit von ca. 100 bis 120 Ländern durch 75 bis 100 Experten führender internationaler Banken wiedergibt (vgl. Krämer-Eis, 1998, S. 41). Ein anderes Beispiel ist der Euromoney-Index, der jährlich das Länderrisiko mit Hilfe der Zugangsmöglichkeiten eines Landes zu den internationalen Kapitalmärkten beurteilt. Dies geschieht, in dem aus den Konditionen der Kreditvergabe an dieses Land auf das jeweilige Kreditrisiko geschlossen wird (vgl. Walldorf, 2000, S. 384). Weitere Konzepte sind das FORELEND sowie der (qualitative) International Country Risk-Guide (ICRG), der auf der Bewertung durch international tätige Banken beruht.

Als wesentliche Kritikpunkte an den Länderrating-Verfahren werden deren Subjektivität, Theorielosigkeit, Nichtberücksichtigung länderspezifischer Besonderheiten sowie Probleme hinsichtlich der Datenverfügbarkeit und -qualität angeführt. Die Vorteile derartiger Verfahren sind jedoch zu sehen in der Praktikabilität, Übersichtlichkeit und systematischen Vorgehensweise (vgl. Krämer-Eis, 1998, S. 28f.).

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