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Militärausgaben

Wertsumme aller Massnahmen, die ein Staat zur militärischen Sicherung der nationalen Sicherheit ergreift (militärische Leistungen), auch im Rahmen militärischer Bündnisse und internationaler politischer Verträge z.B. Europäische Gemeinschaften und Vereinte Nationen. Die wichtigsten Einzelposten (militärische Ressourcen) sind die Personalausgaben, die Rüstungsgüterbeschaffung, die Material- und Anlagenerhaltung und allgemeine Betriebskosten. Ökonomisch sind die Militärausgaben ein Teil der Staatsausgaben; sie werden in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung als Staatsverbrauch verbucht. Die Wirkungen von Militärausgaben auf den Wirtschaftskreislauf entsprechen jenen anderer Staatsausgaben. Direkte Beschäftigungseffekte leiten sich aus dem Umfang der Streitkräfte ab, indirekt werden Arbeitsplätze durch Güterkäufe bei der gewerblichen Wirtschaft geschaffen. Aufgrund des speziellen Bedarfs von Streitkräften können sich wirtschaftliche Abhängigkeiten von Staat und Industrie (militärisch-industrieller Komplex) entwik- keln. Als Instrument der Konjunkturpolitik eignen sich Militärausgaben wenig, da diese zu grossen Teilen gebunden (Personalausgaben) oder langfristig geplant (Rüstungsgüter) sind. Dabei schraubt die rasante wehrtechnologische Entwicklung die Militärausgaben ständig nach oben; doch wird das Gesamtvolumen letzlich von der aussenpolitischen Sicherheitslage bestimmt (Abrüstung, Rüstungskontrolle, Rüstungskonversion). Zur raumwirtschaftlichen Entwicklung (regionale Wirtschaftspolitik) können die Wahl von militärischen Standorten sowie eine gezielte Beschaffungspolitik beitragen. In der Bundesrepublik Deutschland betrug der Anteil der Verteidigungsausgaben am gesamten Bundeshaushalt bisher durchschnittlich ca. 21%, womit ein Anteil von ca. 10% innerhalb der NATO (nach den USA mit ca. 60%) geleistet wurde (Verteidigungshaushalt).         Literatur: Köllner, L., Militär und Finanzen, München 1982. Neubauer, G., Verteidigungsausgaben - raumwirtschaftliche Wirkungen, in: Kirchhoff, G. (Hrsg.), Handbuch zur Ökonomie der Verteidigungspolitik, Regensburg 1986, S. 1005 ff.

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