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Okunsches Gesetz

ökonometrisch gemessener Zusammenhang zwischen Veränderungen der Arbeitslosenrate und des Zuwachses des Bruttosozialprodukts bzw. der Auslastung des Produktionspotentials. Für die USA ermittelte Arthur N. Okun, dass im Durchschnitt das reale Bruttosozialprodukt um ca. 3,2% steigt, wenn die Arbeitslosenrate um einen Prozentpunkt abnimmt (zur Okun-Kurve der Bundesrepublik Deutschland vgl. Abb.). Als Ursache für diesen Zusammenhang wird einmal angeführt, dass die Produktion um mehr als 1% steigt, wenn die (statistisch gemessene) Arbeitslosigkeit um einen Prozentpunkt zurückgeht, da bisher nicht als arbeitslos erfasste Wirtschaftssubjekte ebenfalls Beschäftigung finden. Zum anderen werden durch die wirtschaftliche Expansion bisher nicht voll ausgelastete Arbeitskräfte, die aber nicht entlassen wurden (Facharbeiter mit hohen Einarbeitungskosten), wieder voll ausgelastet. Schliesslich steigt mit der Beschäftigung auch die Anzahl der geleisteten Überstunden und die Kurzarbeit geht zurück.                          Okunsches Gesetz Literatur: Richter, R.ISchlieper, U./Friedmann, W, Makroökonomik, 4. Aufl., Berlin u. a. 1981.  

von Arthur M. OKUN (1962) im Kontext einer empirischen Untersuchung zur Bestimmung des Vollbeschäftigungs-Outputs formulierter, kurzfristiger Zusammenhang zwischen Sozialprodukt und Beschäftigungsniveau einer Volkswirtschaft. Im zugrunde gelegten Untersuchungszeitraum (1947-1960) ergab sich für die USA, dass im Durchschnitt jeder zusätzliche Prozentpunkt der Arbeitslosenquote über 4% hinaus mit einer Verringerung des realen Bruttosozialproduktes von ungefähr 3% verbunden gewesen ist. Die Arbeitslosenquote von 4% wurde nach Maßgabe eines unter Stabilitätsaspekten spannungsfrei produzierbaren Outputs (Produktionspotential) zugrunde gelegt und impliziert in diesem Sinne »Vollbeschäftigung«. Zur Begründung der überproportionalen Beziehung zwischen einer Änderung der Arbeitslosenquote und der Änderung des Outputs wurden die Größen Erwerbspersonen, durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit und Arbeitsproduktivität herangezogen. Wenn stille Reserven existieren, deren Umfang negativ mit der Konjunkturentwicklung korreliert ist, kommt es in einem Konjunkturaufschwung zu einer prozentual größeren Zunahme der Beschäftigung, als sie sich in der Veränderung der Arbeitslosenquote zeigt. Ferner ist von einer positiven Beziehung zwischen Outputwachstum und durchschnittlicher Wochenarbeitszeit je Beschäftigtem auszugehen. Schließlich begründet OKUN einen empirisch bestätigten, positiven Zusammenhang zwischen Arbeitsproduktivität und Auslastungsgrad der Kapazitäten: Der Faktor Arbeit ist für Unternehmen kurzfristig nur beschränkt variabel, so dass im Abschwung häufig eine Art on-the-job-Unterbeschäftigung (slack-Bildung) auftritt, die mit entsprechenden Produktivitätseinbußen verbunden ist. Da diese Effekte in der zahlenmäßigen Veränderung der Arbeitslosenquote keinen Niederschlag finden, kommt es zum beschriebenen überproportionalen Zusammenhang. Problematisch beim Ansatz von OKUN ist neben der Bestimmung der Vollbeschäftigungs-Arbeitslosenquote v.a. die Reduktion der Betrachtung auf den Faktor Arbeit. Dadurch wird die Bedeutung anderer Faktoren (Technologie, Kapitalstock etc.) für den Output vernachlässigt. Außerdem werden Veränderungen der Wirtschaftsstruktur und mikroökonomische Aspekte nicht berücksichtigt. Dies erscheint insbes. dann bedenklich, wenn der empirisch ermittelte ex-post-Zusammenhang als Basis für ex-ante-Analysen und wirtschaftspolitische Entscheidungen dient. Literatur: Gude, J. (1980). Okun, A.M. (1962)

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