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Wirtschaftsstruktur

Zusammensetzung ökonomischer Aggregate; sie ist das Ergebnis von Wirtschaftsprozessen, das in der Form einer Momentaufnahme durch die Beziehungen wirtschaftlicher Teilgrössen untereinander und ihren Bezug zum übergeordneten Aggregat abgebildet wird. Abgestellt wird lediglich auf die Grössenverhältnisse, nicht auf das Niveau. So interessieren z. B. im Gegensatz zum Preisniveau die durch die relativen Preise geprägte Preisstruktur oder etwa die Aufteilung der Niveaugrösse Volkseinkommen auf Arbeits- und Kapitaleinkommen einerseits und auf verschiedene Bevölkerungsgruppen andererseits. Als weiteres Beispiel einer ökonomischen Struktur lässt sich die Gliederung der Gesamtzahl der Betriebs- und Unternehmenseinheiten in verschiedene Grössenklassen (Beschäftigten-grössenklasse) anführen. Aus dem Blickwinkel der —sektoralen Wirtschaftspolitik interessiert insb. die Wirtschaftsstruktur, die durch die Beschäftigtenanteile einzelner Wirtschaftszweige oder —Branchen an der Gesamtbeschäftigung (—Beschäftigtenstruktur) bzw. durch die Produktionsanteile an der Gesamtproduktion (Produktionsstruktur) eines Landes (oder einer Region) geprägt wird. Aus den Beispielen wird bereits deutlich, dass zur Charakterisierung der Wirtschaftsstruktur eines Landes die Aufgliederung vielfältiger ökonomischer Aggregate in Frage kommen kann, und dass sie jeweils in Abhängigkeit vom Untersuchungszweck nach verschiedenen Kriterien erfolgt. Zur Beschreibung der Wirtschaftsstruktur können Preis-, Mengen-und Wertrelationen verwandt werden. Setzt man Preise zueinander in Beziehung, ergeben sich die realen Austauschverhältnisse z. B. zwischen verschiedenen Energieträgern (Kohle, Öl, Atomenergie), zwischen Agrarund Industrieprodukten oder zwischen Exportgütern von Entwicklungs- und Industrieländern. Beispiele für Mengenstrukturen sind Bevölkerungs- und Beschäftigtengliederungen oder auch Kennziffern — sektorieller Verflechtung wie Koksverbrauch je Tonne Roheisen. Die Problematik solcher Relationen liegt in der vielfach fehlenden Homogenität der verwendeten Grössen (z. B. unterschiedliche Qualifikation der Beschäftigten). Letzteres Problem spielt bei Wertgrössenstrukturen formal keine Rolle, da sie in Geldeinheiten ausgedrückt werden. Sofern sie jedoch das Produkt aus Preis- und Mengenstrukturen sind, ist zu ihrer Interpretation eine eingehende Strukturanalyse erforderlich, die die Entwicklung und wechselseitigen Abhängigkeiten der Preis- und Mengenkomponenten aufdeckt. Da die Wirtschaftsstruktur das Ergebnis von Wirtschaftsprozessen ist, unterliegt sie ständigen Wandlungen. Trotz umfangreicher Strukturanalysen und vielfältiger Ansätze zur Erklärung des Strukturwandels sind angesichts der zirkulären Verknüpfung der Marktprozesse über grobe Konturen hinausgehende Vorhersagen, die der Strukturpolitik als Grundlage dienen könnten, (bislang) nicht möglich.               Literatur: Bombach, G., Der Strukturbegriff in der Ökonomie, in: Neumark, F. (Hrsg.), Strukturwandlungen einer wachsenden Wirtschaft, Schriften des Vereins für Socialpolitik, N. F., Bd. 30/1, Berlin 1964, S.10 ff. Streissler, E., Theorie der Wirtschaftsstruktur, in: Gahlen, B. (Hrsg.), Strukturberichterstattung der Wirtschaftsforschungsinstitute, Tübingen 1982, S. 1 ff.

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