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Strukturwandel

Veränderungen der Wirtschaftsstruktur. Strukturwandel bedeutet immer, dass sich die Proportionen der Komponenten ökonomischer Aggregate verschieben. Entsprechend der Vielfalt unterscheidbarer Kriterien der Wirtschaftsstruktur kann sich Strukturwandel auf Verschiebungen zwischen sehr verschiedenen Teilgrössen der Gesamtwirtschaft beziehen, wie z. B. zwischen einzelnen Wirtschaftszweigen, Einkommensschichten, Regionen oder Betriebs- und Unternehmensgrössen. Im Vordergrund steht die Veränderung der Produktions- und der Beschäftigtenstruktur. Zur Abgrenzung von kurzfristigen, konjunkturell verursachten Veränderungen solcher Proportionen werden mit Strukturwandlungen üblicherweise langfristige Verschiebungen bezeichnet; sie können auf abrupten, aber dauerhaft wirkenden Einflüssen wie etwa revolutionären Erfindungen oder auf stetigen, einem stabilen Trend folgenden Veränderungen von Variablen beruhen. Die empirische Trennung ist allerdings schwierig, weil sich Konjunkturschwankungen und Strukturwandlungen gegenseitig beeinflussen können (—Strukturanalyse). Strukturwandel und Wachstum sind zwar als voneinander unabhängig ablaufende Prozesse denkbar, als Regelfall ist jedoch davon auszugehen, dass Strukturwandlungen typische Begleiterscheinungen von Wachstumsprozessen sind. Erklärungsversuche dieser Zusammenhänge sind z.B. die Drei-Sektoren-Hypothese und die Theorie der Industrialisierungsstadien. Wesentlich ist, dass es sich hier um interdependente Prozesse handelt: Durch die simultane Einwirkung angebots- und nachfrageseitiger Strukturänderungsfaktoren werden Strukturwandlungen und zugleich auch Wachstumsimpulse ausgelöst, wobei letztere ihrerseits weitergehende Strukturwandlungen bewirken. So werden z. B. durch technischen Fortschritt in einzelnen Wirtschaftszweigen über veränderte Produktivitäts- und Preisstrukturen Substitutionsprozesse in Gang gesetzt, die die Produktions- und Beschäftigtenstruktur insgesamt verändern. Die mit dem technischen Fortschritt verbundene Wachstumsbeschleunigung hat einkommensbedingte Veränderungen der Nachfragestruktur zur Folge, die ihrerseits wiederum einzelnen Wirtschaftszweigen unterschiedliche Produktions- und Absatzmöglichkeiten verschaffen. Da solche Strukturwandlungen mit der Verdrängung einzelner Produkte, der Schrumpfung ganzer Wirtschaftszweige oder Änderungen des Bedarfs an Arbeitskräften in regionaler und qualifikationsmässiger Hinsicht einhergehen können, sind Widerstände gegen derartige Umstellungsbelastungen wahrscheinlich. Wegen des engen positiven Zusammenhangs zwischen dem Ausmass des Wandels der Produktionsstruktur und der Wachstumsgeschwindigkeit ist jedoch unter wachstumspolitischen Gesichtspunkten die Förderung der Strukturflexibilität als wesentliche Aufgabe der — Strukturpolitik anzusehen.   Literatur: Görgens, E., Wandlungen der industriellen Produktionsstruktur im wirtschaftlichen Wachstum, Bern, Stuttgart 1975. Meissner, W.IFassing, W, Wirtschaftsstruktur und Strukturpolitik, München 1989.

Änderung in der Zusammensetzung der sektoralen, intrasektoralen oder branchenmäßigen Ausbringung auf der Angebotsseite bzw. der Zusammensetzung und relativen Anteile der großen Aggregate auf der Nachfrageseite (Konsumnachfrage der Haushalte, Staatsnachfrage, Investitionsund Auslandsnachfrage). Geschlossene Theorien über den Strukturwandel existieren nicht, es gibt lediglich einige Hypothesen, die als mehr oder weniger plausibel gelten können. Der Strukturwandel zwischen primärem, sekundärem und tertiärem Sektor steht im Mittelpunkt der Drei-Sektoren-Hypothese über die Entwicklung der relativen Anteile verschiedener Wirtschaftssektoren im Entwicklungsprozess einer Volkswirtschaft (Allen. G.B. FISHER, Jean FOURASTIE, Colin CLARK): Zunächst wächst der sekundäre Sektor (Industrie) und drängt den Anteil des primären Sektors (Landwirtschaft) zurück. Im weiteren Verlauf expandiert sodann der tertiäre Sektor (Dienstleistungen) zu Lasten des sekundären Sektors. Die These von der Normalstruktur einer Ökonomie (Hollis B. CHENERY) stützt sich auf empirische Untersuchungen des Zusammenhangs zwischen Entwicklungsstand und Größe einer Volkswirtschaft einerseits und ihrer Branchenstruktur andererseits. Sie behauptet eine Korrelation zwischen diesen Größen, postuliert darüber hinaus die Existenz einer besonders geeigneten Branchenstruktur für jedes bestimmte Entwicklungsniveau und ermöglicht damit auch die Ableitung von entwicklungspolitischen Forderungen. Literatur: Meißner, W., Fassing, W. (1989)

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