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Reaktionsverbundenheit

(oligopolistische Interdependenz) Ausmass, in dem der Markterfolg eines Unternehmens nicht nur durch seine eigenen wettbewerbsrelevanten Aktionen und die Reaktionen der Nachfrager bestimmt wird, sondern auch von den Aktivitäten seiner Konkurrenten abhängt. Besteht ein hohes Mass an Reaktionsverbundenheit zwischen zwei Unternehmen, so wie das auf dem PKW-Markt der Bundesrepublik etwa für die Beziehung zwischen der Adam Opel AG und der Ford-Werke AG gilt, dann ist das gleichbedeutend mit einer ausgeprägten Rivalität, einer intensiven Wettbewerbsbeziehung. Die Stärke der Reaktionsverbundenheit wird wesentlich bestimmt vom Homogenitätsgrad des Angebots, also vom Ausmass, in dem. die Nachfrager die ihnen angebotenen Sortimente als gleichwertig (substituierbar) ansehen. Ein hoher Homogenitätsgrad ist gleichbedeutend mit dem Fehlen ausgeprägter Präferenzen und damit auch gleichbedeutend mit einem hohen Mass an Beweglichkeit der Nachfrage. Bei sehr beweglicher Nachfrage besteht in besonderem Masse die Gefahr, bei Leistungsschwäche rasch Nachfrage zu verlieren; auch ist die Chance günstig, durch eine verbesserte Leistung von konkurrierenden Unternehmen Nachfrage abzuziehen. Einen Einfluss auf die Reaktionsverbundenheit hat ausser dem Homogenitätsgrad des Angebots auch die Zahl der Anbieter. Unter bestimmten Voraussetzungen ist die Aussage zulässig, dass die Reaktionsverbundenheit mit abnehmender Anbieterzahl ansteigt, also in der Marktform des Polypols einen sehr niedrigen, in der des "engen" Oligopols einen sehr hohen Wert aufweist und im homogenen Dypol, also bei nur zwei Anbietern und dem Fehlen jeglicher Präferenzen, ihr Maximum erreicht. Im Konzept der —optimalen Wettbewerbsintensität wird eine nicht "zu geringe", aber auch nicht "zu hohe" Stärke der Reaktionsverbundenheit, so wie sie für die Marktform des "weiten" Oligopols vermutet wird, als besonders günstig für das Zustandekommen. von —funktionsfähigem Wettbewerb angesehen, da bei sehr hoher Reaktionsverbundenheit die Gefahr von Wettbewerbsbeschränkungen besonders gross ist. Bei sehr geringer oder gar völlig fehlender (nicht fühlbarer) Reaktionsverbundenheit werden im Wettbewerb passiv bleibende Unternehmen dagegen nicht stark genug in ihrer Existenz bedroht, so dass für sie keine Notwendigkeit zur Leistungsverbesserung besteht.                Literatur: Kantzenbach, E., Die Funktions-Fähigkeit des Wettbewerbs, 2. Aufl., Göttingen 1967.

Die oligopolistischem Marktverhalten zugrundelie­gende Erwartung eines Anbieters, dass sein Ab­satz von seinen eigenen Maßnahmen, dem Ver­halten der Nachfrager und dem Verhalten der Mitbewerber abhängt und dass Änderungen im Einsatz seiner marketingpolitischen Instrumente daher Gegenmaßnahmen der Anbieter auslösen.

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