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Theorie der komparativen Kosten

Analyse von Aussenhandelsursachen, die auf unterschiedliche Produktionskosten gleichartiger Waren in verschiedenen Ländern zurückzuführen sind. Die länderspezifischen Kostendifferenzen können durch Produktivitätsunterschiede (Ricardo-Theorem) oder durch unterschiedliche mengenmässige oder qualitative Ausstattung mit Produktionsfaktoren (Faktorproportionentheorie und Neo-Faktorproportionentheorem), die Divergenzen in den Entlohnungssätzen zur Folge haben, verursacht sein. Die Theorie der komparativen Kosten enthält den normativen Aspekt einer allgemeinen Vorteilhaftigkeit freier internationaler Handelsbeziehungen, wenn sich alle Handelspartner auf die Erzeugung solcher Güter spezialisieren, die sie relativ kostengünstig herstellen können. Dies kann für das Zwei-Güter-Modell mit Hilfe der Opportunitätskosten gezeigt werden. Opportunitätskosten einer Einheit des Gutes x1 sind die Einheiten eines Gutes x2, auf deren Produktion zugunsten der zusätzlichen Einheit eines Gutes x1 verzichtet werden muss (z. B. 2x2 in Land I, 3x2 in Land II). Divergierende Opportunitätskosten eines Gutes in verschiedenen Ländern bezeichnet man als komparative Kostenunterschiede. Opportunitätskostenunterschiede als Kriterium der optimalen Spezialisierung Spezialisiert sich Land I auf die Produktion des Gutes x2 und erzeugt es davon eine zusätzliche Einheit, so kostet diese eine Produktionseinschränkung um 0,5 Einheiten des Gutes x1. Für deren Herstellung muss Land II 1,5 Einheiten des Gutes x2 aufgeben. Die Weltproduktion von Gut x1 bleibt in diesem Falle unverändert, während die Weltproduktion von Gut x2 um 0,5 Einheiten sinkt (Rückgang der Weltversorgung = suboptimale internationale Arbeitsteilung). Spezialisiert sich dagegen Land I auf die Erzeugung von Gut x1, so kostet die Herstellung einer zusätzlichen Einheit dieses Gutes 2 Einheiten des Gutes x2. Für deren Herstellung entstehen im Land II nur Kosten in Höhe von 0,66 Einheiten des Gutes x1. Bei unveränderter Weltproduktion von Gut x2 ist nunmehr die Weltproduktion von Gut x1 um 0,34 Einheiten höher (Aussenhandelsgewinn). Die hier skizzierte allgemeine Version komparativer Kostenunterschiede (Haberler, 1933) erweitert das ältere Ricardo-Theorem für realistischere Mehr-Faktoren-Modelle. Es ist zugleich eine Verallgemeinerung des Theorems der absoluten Kostenvorteile von Adam Smith (1723-1790).                           Literatur: Bender, D., Aussenhandel, in: Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, Bd. 1, 5. Aufl., München 1992, S. 417.

Die von Da­vid Ricardo (1772-1823) formulierte Theorie, nach der im Außenhandel nicht die absoluten, sondern die relativen Kosten entscheiden, mit denen zwei oder mehrere Güter im Inland und Ausland hergestellt werden können. Der Vorteil, den ein Land aus dem Außenhandel ziehen kann, ist daher größer als er es wäre, wenn nur absolute Kostendifferenzen den internationalen Austausch auslösen würden. Eine Volkswirt­schaft kann folglich auch dann exportieren, wenn es kein Gut mit geringeren Kosten herstellen kann als andere oder wenn es alle Güter nur mit höheren Kosten herstellt. Umgekehrt kann eine Volkswirtschaft, die alle Güter zu niedrigeren Ko­sten herstellen könnte als andere, einen vorteil­haften Außenhandel treiben, wenn es Güter her­stellt, die es zu geringeren Kosten herstellen kann, und andere, die es zwar auch mit absolut niedrigeren Kosten, aber mit weniger großen Minderkosten herstellen könnte, gegen jene vom Ausland eintauscht. Es wird mithin jene Güter im­portieren, bei denen die absoluten Kostennach­teile des anderen Landes vergleichsweise am geringsten ausfallen.
In ausdrücklichem Gegensatz zur - Arbeits­wertlehre vertrat Ricardo die Position, dass der Wert der international ausgetauschten Güter nicht, wie der der heimischen Güter, durch die relativen Arbeitsmengen bestimmt wird, die zu ih­rer Herstellung notwendig sind.

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