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Faktorproportionentheorie

neoklassische Analyse von Aussenhandelsursachen im Rahmen der Theorie der komparativen Kosten. Der Ansatz geht zurück auf Versuche von Eli Heckscher und Bertil Ohlin (1933), Richtung und Struktur des Aussenhandels durch Unterschiede in der Ausstattung mit Arbeit und Kapital der am Welthandel beteiligten Länder zu erklären. Zu diesem Zweck werden Unterschiede in den Produktionstechnologien (Ricardo-Theorem) sowie Unterschiede in den Nachfragebedingungen von der Analyse ausgeschlossen. Relativ kapitalreiche Länder werden bei Aufnahme des Aussenhandels kapitalintensive Produkte exportieren und arbeitsintensive Produkte importieren, während relativ arbeitsreiche Länder arbeitsintensive Produkte im Ausgleich gegen kapitalintensive Importprodukte exportieren werden. Im Zwei-Güter-Fall exportiert folglich jedes Land das Gut, bei dessen Produktion der infolge eines reichlichen Vorhandenseins relativ billige Produktionsfaktor intensiv eingesetzt wird. Diese Spezialisierung ist ökonomisch sinnvoll, da hierdurch in jedem Land der relativ knappe und damit teuere Faktor sparsam verwendet wird. Bei Aufnahme des Aussenhandels wird die infolge der Spezialisierung eintretende Veränderung der Produktionsstruktur in beiden Ländern die relative Knappheit des knappen Faktors verringern, so dass sich auch die internationalen Unterschiede der relativen Faktorpreise verringern werden ( Faktorpreisaus- gleich). Werden die Aussenhandelsgüter nach Höhe ihrer Kapitalintensität geordnet, so müssen nach der Faktorproportionentheorie alle Exportprodukte eines kapitalreichen Landes höhere Kapitalintensitäten aufweisen als die Importprodukte dieses Landes. In ihrer ursprünglichen Form lässt sich die Faktorproportionentheorie jedoch nicht als allgemeines Instrument zur Erklärung der Aussenhandelsstrukturen verwenden ( Rybczynski-Theo- rem,  Leontief-Paradoxon).                                              Literatur: Bender, D., Aussenhandel, in: Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, Bd. 1, 5. Aufl., München 1992, S. 417 ff.

Nach dem Faktorproportionen-Theorem von Heckscher/Ohlin kommt es auf die quantitative Verfügbarkeit der Produktionsfaktoren Arbeit, Boden, Kapital an, welche Güter von einem Staat ex- bzw. importiert werden:

Danach sind die vergleichsweise reichlich vorhandenen Produktionsfaktoren eines Staates relativ billig, knappe Faktoren hingegen teuer. Dies hat Auswirkungen auf die Herstellungskosten und damit auf die Preise dieser Güter. Relativ arbeits-/kapitalreiche Staaten werden arbeits-/kapitalintensive Produkte exportieren, da Arbeit/Kapital vergleichsweise billig ist. Deshalb gilt: Industrieländer, die vergleichsweise gut mit Kapital ausgestattet sind, werden tendenziell kapitalintensive und damit höherwertige Güter produzieren, während Entwicklungsländer, die i.d.R. über viele gering qualifizierte Arbeitskräfte verfügen, arbeitsintensive Güter herstellen und exportieren. Dies erklärt, weshalb Staaten wie die USA, Deutschland und Japan Investitionsgüter ausführen und die Entwicklungsländer arbeitsintensive Billigprodukte exportieren.

Mit Hilfe des Faktorproportionen- Theorems kann auch erklärt werden, wie einzelne Staaten am Produktionsprozess von Gütern beteiligt werden. Güter durchlaufen verschiedene Entwicklungsphasen, während derer in unterschiedlichem Maß Kapital und Know-how eingesetzt werden:

• Innovationsphase: Innovationen finden in Ländern mit hoher technologischer Qualifikation statt.

Ausreifungsphase: Das Produkt ist fast ausgereift, Nachahmer treten auf den Markt. Die kapitalintensive Produktion erfolgt auf mittlerem technologischem Niveau.

• Standardisierungsphase: Das Produkt ist voll ausgereift und wird in Massenproduktion gefertigt.

Auf Grund der Differenzen der Faktorintensität der einzelnen Produkte, etwa was den Einsatz von Arbeit und Kapital (sowohl in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht) betrifft, können verschiedene Gruppen von Ländern gebildet werden, die als Exporteure dieser Produkte in Frage kommen.

In der • Innovationsphase sind es wenige hoch entwickelte Länder (z.B. USA, Deutschland, Japan, Frankreich, Großbritannien),

Ausreifungsphase treten andere, weniger hoch entwickelte Industrieländer auf,

• Standardisierungsphase kommen fortgeschrittene Entwicklungsländer und Schwellenländer zum Zug.

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