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Transmissionsmechanismus

Weg, den ein Impuls der Geldpolitik in Form einer Wirkungskette nimmt, um die allgemeinen Ziele der Wirtschaftspolitik im realwirtschaftlichen Bereich zu realisieren. Dabei integriert der Transmissionsmechanismus die Wirkungsketten des Geldangebotes mit denen der Geldnachfrage. Die Theorie des Geldangebotes beschreibt den Wirkungsverlauf vom geldpolitischen Impuls über die Zentralbankgeldmenge oder monetäre Basis B auf die von den Banken angebotene Geschäftsbankengeldmenge M; dabei gilt B • m = M, mit dem Multiplikator m für die Geldschöpfung. Die Theorie der Geldnachfrage beschreibt die für die Wirtschaftssubjekte erforderliche (nachgefragte) Geldmenge L, um ein bestimmtes reales Handelsvolumen (aktuelles Volkseinkommen plus Bestände aus früheren Perioden) oder reales Volkseinkommen yr bei gegebenem Preisniveau p umsetzen zu können; dabei gilt L— 1/u • yr • p, mit der Umlaufgeschwindigkeit u des Geldes. In einem allgemeinen Gleichgewicht muss das Geldangebot der Geldnachfrage entsprechen, also L = M, so dass für den Transmissionsmechanismus ganz allgemein gilt: yr B• m • u • 1/p. Dieser Übertragungsmechanismus vom geldpolitischen Impuls B auf yr im realwirtschaftlichen Sektor ist allerdings ein geldpolitisches Problem ersten Ranges. Mit einem Impuls der Geldpolitik wird über eine expansive Offenmarktpolitik (oder Diskontpolitik) die monetäre Basis steigen. In der Regel verwenden Geschäftsbanken die ihnen zufliessende Zentralbankgeldmenge teilweise zum Schuldenabbau bei der Zentralbank. Mit dem anderen Teil der ihnen zufliessenden Zentralbankgeldmenge werden sie entweder das Kreditangebot KA steigern oder aber — wenn die Rentabilität dafür höher ist — Wertpapiere W nachfragen. Auf dem Geldmarkt sinken dadurch die Zinssätze. Werden dadurch auch die langfristigen Zinssätze reduziert, so ist es möglich, dass Unternehmen und Haushalte bereit sind, sich zusätzlich zu verschulden (Kreditvolumen KV steigt) und somit zusätzliche Nachfrage auf den Gütermärkten zu entfalten. Damit steigt die Geldmenge Ml, so dass nun zusätzliche Mindestreserveeinlagen (Mindestreservepolitik) notwendig werden. Kaufen die Banken dagegen Wertpapiere, so müssen sie den Verkäufern schliesslich eigene Verbindlichkeiten in Form von Termineinlagen T (Spareinlagen Sp) offerieren, so dass die Geldmenge M2 (M3) steigt; auch in diesem Fall steigt die Mindestreserveverpflichtung. Impuls B (Z G) (1)        KA KV M1 ZBG (2)        Schuldenabbau bei der Zentralbank (3)        W T(Sp) M2(M3) ZBG Natürlich können auch sämtliche Wirkungsketten miteinander kombiniert erscheinen. Die Mindestreserveverpflichtung der Geschäftsbanken und damit die Zentralbankgeldmenge ZBG in der Definition der Deutschen Bundesbank steigt dabei in jedem Falle als Reflex der privaten Aktivitäten. Für die Übertragung des geldpolitischen Impulses vom monetären in den realwirtschaftlichen Bereich, also die Einbeziehung der Geldnachfrage, gibt es unterschiedliche Einflusskomponenten: ·  Erwartungen, ·  Kreditkosten (Kreditkostenmechanismus), ·  Kreditverfügbarkeit (Kreditverfügbarkeitsmechanismus, credit availability Doktrin), ·  Einschätzung des Liquiditätsspielraums (Liquiditätsmechanismus). Von grundsätzlicher Bedeutung sind dabei insb. die Betonung der längerfristigen Wirkung der Geldmenge M3 durch den Monetarismus und die Betonung der eher kurzfristigen Wirkung der Geldmenge M1 durch den Fiskalismus. Während des Transmissionsmechanismus treten auch —Wirkungsverzögerungen auf, die verwaltungs- und ablauftechnisch bedingt sind. Um aber dennoch möglichst frühzeitig erkennen zu können, ob die eigene Geldpolitik erfolgreich das angestrebte Ziel auch tatsächlich erreichen wird, beobachtet die Deutsche Bundesbank sog. Zwischenziele im monetären Bereich und misst an ihnen durch. Indikatoren den Effizienzgrad ihrer Politik.          Literatur: Borchert, M., Geld und Kredit, 2. Aufl., München 1992. Issing, 0., Einführung in die Geldpolitik, 4. Aufl., München 1992.

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