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Direkte Produkt-Profitibalität

 Direkte Produkt-Rentabilität

Das Konzept der Direkten Produkt Profitabilität (DPP) ist eine spezielle Form der Deckungsbeitragsrechnung im Handel, mit deren Hilfe der Deckungsbeitrag bzw. Gewinnbeitrag eines einzelnen Artikels berechnet wird (vgl. Liebmann/Zentes, 2001, S. 816f.).

Artikelbezogene Analysen sind im Handel üblicherweise auf den Rohertrag (Spanne) als Differenz von Netto-Verkaufspreis ./. Netto-Einkaufspreis (abzüglich aller Rabatte, Werbekostenzuschüsse und sonstigen Vergütungen) ausgerichtet. Diese Größe wird oftmals bereits als Deckungsbeitrag (Deckungsbeitrag I) bezeichnet. Nicht berücksichtigt sind hierbei die auf den Artikel bezogenen Handlingkosten. Die traditionelle Handelsspannen-Kalkulation berücksichtigt diese Kosten, indem sie durchschnittliche Handlingkosten auf alle Artikel verteilt. Als Bezugsgröße wird dabei i.d.R. der Einkaufspreis bzw. der Einstandspreis (Einkaufspreis ergänzt um Bezugskosten u.Ä.) herangezogen.

Die artikelbezogene Deckungsbeitragsrechnung versucht dagegen, jedem Artikel die durch ihn verursachten direkten Kosten (direkte Produktkosten) anzurechnen. Besondere Bedeutung hat in diesem Zusammenhang das Verfahren der Direkten Produkt Profitabilität bzw. der Direkten Produkt Rentabilität (DPR) gewonnen. Der »Direkte Produkt Profit« ist dabei wie folgt definiert:

Netto-Verkaufspreis

./. Netto-Einkaufspreis

(abzüglich der Rabatte, Werbekostenzuschüsse und sonstigen Vergütungen)

./. direkte Produktkosten

= Direkter Produkt Profit.

Alle mit dem Informations- und Warenfluss eines Artikels verbundenen Kosten - von der Bestellung über den Wareneingang, die Lagerung, das Handlmg im Verkaufsraum bis zur Abwicklung an der Kasse - sollen erfasst und dem einzelnen Artikel zugerechnet werden (vgl. Barth, 1999, S. 406). Neben Materialkosten werden auch alle Personalkosten durch Arbeitszeitstudien erfasst, seien es Griffzeiten an der Kasse, das Einräumen im Regal oder das Kommissio-nieren. Neben den direkt zurechenbaren Kosten werden in unterschiedlichem Umfang auch indirekte Kosten zugerechnet, speziell die Kosten des Lagerplatzes und des Regalplatzes.

Als Beispiel zeigt Übersicht 29 eine artikelbezogene DPP-Analyse.

In gleicher Weise kann die DPP-Analyse Verkaufs- bzw. regalflächenbezogen durchgeführt werden; auf diese Weise lässt sich z.B. der DPP pro Regalflächeneinheit berechnen (Merchandising).

Die Direkte Produkt Rentabilität (DPR) weist als relative Größe den Direkten Produkt Profit in Prozent des im durchschnittlichen Lagerbestand des betrachteten Artikels gebundenen Kapitals aus.

Gegenstand Verkaufspreis abzüglich Einkaufspreis Brutto-Spanne zuzü glich Preisnachlässe u.a.

Wesentlich für die Philosophie des DPP-Konzeptes sind folgende Prinzipien (vgl. Hallier, 1995, Sp. 493):

- Prinzip der funktionsbezogenen Kostenrechnung, d.h. aus dem Gesamtkostenblock der jeweils gesondert ausgewiesenen Großhandels- und Einzelhandelsstufen des Handelsbetriebes werden warenspezifische Funktionen betrachtet und deren Kosten den sie beanspruchenden Artikeln zugerechnet.

- Prinzip der Direktkostenverrechnung, d.h. es werden nur die direkten Kosten der warenbezogenen Funktionen verrechnet; es erfolgt keine Umlage von Kosten allgemeiner und Hilfskostenstel-len.

- Prinzip der Nutzkostenverrechnung, d.h. es werden nur die Kosten der effektiv genutzten Kapazitäten verrechnet; effektiv umgesetzte Waren werden demnach nicht mit Kosten ungenutzter Kapazitäten belastet.

Der Direkte Produkt Profit ist eine bessere Steuerungsgröße als die bisher i.d.R. angewandten Bruttomargen (Roherträge, Spannen), da die mit dem Artikel verbundenen Handlingkosten berücksichtigt werden. Das DPP-Konzept ist erst durch moderne Infor-mations- und Kommunikationstechnologien machbar bzw. ökonomisch sinnvoll realisierbar. So liefert die Erfassung artikelgenauer Warenbewegungen in rechnergestützten Warenwirtschaftssystemen wichtige Ausgangsdaten. Zusätzlich erforderlich sind u.a. Zeitstudien zur Bestimmung der Handlingkosten.

Wenngleich die Berechnung artikelbezogener Deckungsbeiträge im Handel grundsätzlich eine wichtige Entscheidungsunterstützung liefert, dürfen vielfältige kostentheoretische bzw. kostenrechnerische Probleme nicht übersehen werden. Sie beziehen sich insbesondere auf die Zurechnung von Gemeinkosten auf die einzelnen Artikel und auf die Zurechnung bzw. Umlage von Fixkosten. In diesen Zusammenhang gehört auch die Vernachlässigung marktbedingter Verbundeffekte (vgl. Lieb-mann/Zentes, 2001,5.817).

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