Empfehlungen
A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z  
  Home Top 10 Fachbereiche News Hilfe & FAQ
 

Garantiequote

(in %)
Die Garantiequote setzt den Wert der erbrachten Garantieleistungen ins Verhältnis zum Gesamtumsatz und ist somit Ausweis der nachträglichen Umsatz- und damit Gewinnverluste, die durch Garantieverpflichtungen hervorgerufen werden.

Garantiequote

Beispiel
Ein Unternehmen verbucht in einem Jahr Umsätze in Höhe von
3. 400.000 €. Gleichzeitig muss es Garantieleistungen im Wert von 68.000 € erbrin­gen. Daraus ergibt sich eine Garantiequote von 2 %.

Garantiequote

Quelle
· Den Gesamtumsatz hält die Finanzbuchhaltung bereit. Dabei dürfen sämtliche Erlösschmälerungen wie Boni, Skonti oder nachträgliche Gut­schriften nicht herausgerechnet werden. Einzig die Umsatzsteuer muss abgezogen werden.
· Werden obige Erlösschmälerungen im Rahmen des Rechnungswesens automatisch vor der Verbuchung abgezogen, müssen sie dem Gesamt­umsatz wieder hinzugerechnet werden.
· Garantieleistungen sind solche Leistungen, die ein Unternehmen auf­grund rechtlicher Verpflichtungen erbringt. Dabei lassen sich zwei Gründe für Garantien unterscheiden:
- gesetzliche Gewährleistungen gemäß §§ 459 bis 493 BGB und §§ 633 bis 640 BGB
- freiwillige Gewährleistungen durch eine verlängerte Garantie oder ei­nen speziellen Garantievertrag mit dem Kunden. Freiwillige Garan­tien intensivieren den Kundenkontakt in der Nachkaufphase. So kann es Ziel freiwilliger Garantieleistungen sein, die Produkt- und Marken­treue der Kunden durch großzügige Garantiezusagen zu sichern und damit eine langfristige Kundenbindung zu erzielen.
· Wichtig für die richtige Ermittlung dieser Kennzahl ist, dass der Zu­sammenhang zwischen  Umsatz und Garantieleistung gewährleistet wird. Das bedeutet, dass die Garantieleistungen mit denjenigen Umsatz­vorgängen verglichen werden müssen, aus denen heraus die Garantiean­sprüche erwachsen sind. Aus diesem Grund kann die Garantiequote erst nach Ablauf der Garantiefrist gebildet werden.
· Ist eine Zurechnung aufgrund des Rechnungswesens nicht exakt mög­lich, kann die Garantiequote nur näherungsweise ein Abbild der Wirk­lichkeit liefern, so dass es zu Fehlinterpretationen kommen kann.
· Die Garantieleistungen sollten auf einem separaten Konto des Rech­nungswesens erfasst werden, das auch den Zeitpunkt des Umsatzes und damit die Basisgröße für die Ermittlung der Garantiequote dokumen­tiert. Werden die Garantieleistungen gemeinsam mit anderen Gutschrif­ten verbucht, müssen die nicht auf Garantien zurückzuführenden Gut­schriften vor Bildung der Kennzahl herausgerechnet werden, da ansonsten die  Gutschriftenquote gebildet würde.
Interpretation
· Die Garantiequote zeigt dem Unternehmen, welchen Anteil des Umsat­zes es infolge von Garantieleistungen wieder verliert.
· Grundsätzlich ist vom Unternehmen eine niedrige Garantiequote anzu­streben. Diese spricht für die Qualität der Unternehmensleistungen (Produkte, Service) und bietet die Chance einer hohen  Kundenzu­friedenheit.
· Allerdings muss beachtet werden, dass auch freiwillige Garantieleistun­gen und damit eine hohe Garantiequote aktives Instrument im Kunden­zufriedenheits- und Kundenbindungsmanagement sein können.
· Insbesondere bei Erhöhungen der Garantiequote muss hinterfragt wer­den, welche Ursachen verantwortlich sind.
· Die Garantiequote ist insbesondere interessant:
- im Zeitvergleich,
- im Vergleich zu anderen Unternehmen (falls Daten bekannt) sowie - geordnet nach Produktgruppen, Produkten, Verkaufsgebieten und Ur-
sachen für die Gewährleistungen sowie genaueren Ursachen für die
Gewährleistungspflichten (gesetzlich oder freiwillig)
Maßnahmen zur Beeinflussung
Stellt sich bei der Ursachenanalyse heraus, dass die Anzahl der Garantie­fälle und daher die Garantiequote gestiegen sind, gilt es, die Störanfällig­keit und/oder Funktionsunfähigkeit von Produkten wieder abzusenken. In diesem Fall muss der mangelhaften Produktqualität als Garantieursache durch Einführung eines aktiven Qualitätsmanagements entgegengewirkt werden.

Vorhergehender Fachbegriff: Garantiepolitik | Nächster Fachbegriff: Garantierter Mindestlohn



  Diesen Artikel der Redaktion als fehlerhaft melden & zur Bearbeitung vormerken




   
 
 

   Weitere Begriffe : Efficient Replenishment (ER) | Gläubigerverzug | IFSC-Gesellschaft

   Praxisnahe Definitionen

Nutzen Sie die jeweilige Begriffserklärung bei Ihrer täglichen Arbeit. Jede Definition ist wesentlich umfangreicher angelegt als in einem gewöhnlichen Glossar.

  Marketing

  Definition

  Konditionenpolitik

   Fachbegriffe der Volkswirtschaft

Die Volkswirtschaftslehre stellt einen Grossteil der Fachtermini vor, die Sie in diesem Lexikon finden werden. Viele Begriffe aus der Finanzwelt stehen im Schnittbereich von Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre.

  Investitionsrechnungen

  Marktversagen

  Umsatzsteuer

   Beliebte Artikel

Bestimmte Erklärungen und Begriffsdefinitionen erfreuen sich bei unseren Lesern ganz besonderer Beliebtheit. Diese werden mehrmals pro Jahr aktualisiert.

  Cash Flow

  Bausparen

  Fremdwährungskonto


     © 2015 Wirtschaftslexikon24.com       All rights reserved.      Home  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum  |  Rechtliche Hinweise
Aktuelles Wirtschaftslexikon