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Debt Equity Swap

kennzeichnet allgemein die Transformation von Bankkrediten in Beteiligungskapital und spielt insbesondere in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern eine Rolle.
Beispiel für ein Grundmuster des Debt Equity Swaps: Zur Durchführung einer Direktinvestition in einem hochverschuldeten Land erwirbt ein multinationaler Konzern am Sekundärmarkt für problembehaftete Kredite eine nach Schuldnerbonität diskontierte Forderung einer Gläubigerbank zum aktuellen Marktwert. Diese Forderung wird dann der Zentralbank des Schuldnerlandes vorgelegt, die sich dazu verpflichtet hat, diese auf der Basis des aktuellen Wechselkurses in der Währung des Schuldnerlandes einzulösen. Die Forderung wird nun bei ihrer Einlösung zu einem gegenüber dem Sekundärmarkt relativ geringeren Diskont bewertet, m.a. W. der Umtausch erfolgt über dem Marktwert, aber noch unter dem Nennwert der Forderung, so daß der Investor einen Forderungserlös erhält, den dieser in Realkapitalanteile des jeweiligen Schuldnerlandes investieren kann. Für das Schuldnerland bieten Debt Equity Swaps insofern Vorteile, als die Auslandsverbindlichkeiten reduziert werden und durch swapinduzierte Direktinvestitionen (Swap) Wachstumsimpulse ausgelöst werden können. Nachteilig weisen sich mitunter sogenannte «Mitnahmeeffekte» aus, wenn zum Beispiel der multinationale Investor nach Durchführung der Transaktion sein Eigenkapital verkauft und sich aus dem Schuldnerland zurückzieht (Round Tripping). In diesem Fall wäre der Swap in seinem Ergebnis lediglich als Schuldenrückkauf (Üebt Buy-Back) durch das Schuldnerland zu interpretieren.

seit 1983 zunehmend angewandte Technik, um einen Teil der Auslandsverbindlichkeiten (i.d.R. Schuldverschreibungen) von hochverschuldeten Staaten in Direktinvestitionen im Schuldnerland umzuwandeln. Der ausländische Investor erwirbt zu diesem Zweck am Sekundärmarkt Schuldtitel eines öffentlichen Schuldners desjenigen Landes, in welchem die Investition durchgeführt werden soll. Der dabei zu zahlende Preis liegt je nach Schuldnerland mehr oder weniger unter dem Nennwert. Für den bisherigen Gläubiger kann dabei u.U. sogar ein außerordentlicher Ertrag resultieren (falls die Forderung bereits entsprechend wertberichtigt war). Danach veräußert der Erwerber (Investor) alsbald den Schuldtitel gemäss einer schon zuvor getroffenen Vereinbarung an die Zentralbank des Schuldnerlandes gegen Einräumung eines Guthabens in Inlandswährung. Das Guthaben wird dann für die Finanzierung der vereinbarten Investition im Schuldnerland verwendet. Der Reiz für das Schuldnerland besteht v.a. darin, dass eine Devisenschuld in eine Inlandswährungsschuld konvertiert wird (möglicherweise ebenfalls unter pari). Wegen der damit einhergehenden Reduzierung der an das Ausland zu leistenden Zinszahlungen wird seine Zahlungsbilanz sofort entlastet. Außerdem hat die Tätigung der Investition die Schaffung inländischer Arbeitsplätze und einen Know-how-Transfer im Gefolge, was längerfristig zu einer weiteren Aktivierung der Zahlungsbilanz des betreffenden Landes beitragen kann. Für den ausländischen Investor bewirkt die Finanzierung im Wege der debt-equity-Technik eine spürbare Senkung der Investitionskosten; außerdem erhält er i.d.R. günstige Bedingungen für den späteren Gewinntransfer eingeräumt. Mittlerweile hat eine größere Zahl (primär lateinamerikanischer) Länder formale Regelungen für debt-equity-Operationen erlassen und auf dieser Grundlage eine partielle Reduzierung der Auslandsschulden erreichen können (z.B. hat Chile auf diese Weise seine Auslandsverbindlichkeiten binnen fünf Jahren um ca. 13% verringert). Eine neuere Variante besteht darin, diese Technik der Schuldenkonversion auch zur Finanzierung besonderer Fonds zugunsten Umwelt- oder bildungspolitischer Maßnahmen in den Schuldnerländem einzusetzen (sog. debt-for-nature swaps bzw. debt-for-education swaps).

vorzeitige Tilgung von Auslandsverbindlichkeiten der öffentlichen Hand zur Verwendung für private Investitionen (Schuldenkonversion). Debt Equity Swaps werden seit 1985/86 von einigen hochverschuldeten Entwicklungsländern (insb. in Lateinamerika) als Massnahme zur Linderung der internationalen Verschuldungskrise angeboten. Bei einem Debt Equity Swap erwerben ausländische Investoren (z.B. multinationale Unternehmen) am Sekundärmarkt von den Banken Fremdwährungsverbindlichkeiten des jeweiligen Landes mit einem erheblichen Abschlag auf den Nominalwert, die dann von den staatlichen Stellen vorzeitig und in Landeswährung - ebenfalls mit einem, aber geringeren Abschlag auf den Nominalwert - getilgt werden. Diese Beträge müssen dann zweckgebunden im Inland für neue Investitionen, z. B. die Gründung oder Erweiterung von Tochtergesellschaften oder den Erwerb privatisierter Unternehmen, verwendet werden. Debt Equity Swaps führen i.d.R. zu einer beträchtlichen Subvention. Sie dienen vor allem als Anreiz für Auslandsinvestitionen, weniger zur Verminderung der Auslandsverschuldung eines Landes.     Literatur: Schmidt, P.-G., Debt Equity Swaps: Konzeption, Anwendung und Probleme, in: Kredit und Kapital, 22. Jg. (1989), S. 296 ff.

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