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Geldmengen-Preis-Mechanismus

ist ein Zahlungsbilanzmechanismus, welcher bei Einrichtung stabiler Wechselkurse dadurch eintritt, daß die Zentralbank durch Ankauf bzw. Verkauf von Devisen eine Stabilisierung des Wechselkurses gewährleisten muß. So führen z.B. die Devisenankäufe im Falle eines Zahlungsbilanzüberschusses dazu, daß die Geldmenge im Inland erhöht wird (als Gegenwert für angekaufte Devisen muß Inlandswährung abgegeben werden). Die Gegenüberstellung dieser erhöhten Geldmenge und einer gleichbleibenden Gütermenge führt zu steigenden Preisen im Inland, wodurch eine größere Menge an ausländischen (nun billigeren) Gütern nachgefragt wird, was einen Ausgleich der Zahlungsbilanz herbeiführt. Umgekehrt tritt ein Abbau von Zahlungsbilanzdefiziten durch Verkauf von Devisen durch die Zentralbank ein.

Geldmengen-Preis-Mechanismus von David Hume (1711-1776) entdeckter und zunächst für ein Goldwährungssystem (Goldstandard) demonstrierter Zahlungsbilanzmechanismus. Er gilt in einem modernen Währungssystem unter der Voraussetzung, dass bei festen Paritäten die Zentralbanken am oberen und unteren Interventionspunkt einer gegebenen Bandbreite auf dem Devisenmarkt intervenieren und auf diese Weise die Wechselkursschwankungen begrenzen. Ist der Devisenkurs bis zum oberen (unteren) Interventionspunkt gestiegen (gesunken), muss die Zentralbank Devisen anbieten (nachfragen), um ein weiteres Steigen (Sinken) zu verhindern. Im ersten Falle fliessen Gold/Devisen ab, wovon die Zentralbank nur eine beschränkte Reserve hat. In einer Goldwährung ergibt sich durch den Goldautomatismus, d.h. den Goldabfluss aus dem Inland automatisch eine Verminderung der inländischen Geldmenge und damit nach der Quantitätstheorie eine Tendenz zur Senkung des Preisniveaus im Inland und zur entsprechenden Erhöhung in den Ländern, in denen Gold und Devisen zufliessen. Dadurch ergeben sich Änderungen bei den Export- und Importströmen, die so lange anhalten, bis ein Zahlungsbilanzgleichgewicht wiederhergestellt ist. Moderne Zentralbanken haben bei Devisenabflüssen und Devisenzuflüssen im Rahmen eines Systems fester Wechselkurse zwar einen gewissen Entscheidungsspielraum hinsichtlich der Kompensationsmöglichkeit solcher Devisenbewegungen auf die Geldmenge, auf Dauer sind sie aber wegen der Beschränktheit ihrer Währungsreserven und einer angesichts des internationalen Preiszusammenhangs wenig aussichtsreichen Sterilisierungspolitik dazu gezwungen, die Veränderungen bei ihren Devisenbeständen auf die heimische (Zentralbank-) Geldmenge durchwirken zu lassen, worauf es über die durch Geldmengenvariationen bedingten Preiseffekte zum Zahlungsbilanzausgleich kommen kann.

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