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Gesamtwirtschaftliche Angebots- und Nachfrageanalyse

Die neoklassische und keynesianische Erklärung von Produktion und Beschäftigung lässt sich sehr einfach mit Hilfe der gesamtwirtschaftlichen Angebots- und Nachfragefunktionen auf dem Gütermarkt darstellen. Bei einem gegebenen Geldangebot führt ein sinkendes Preisniveau zu einem Anstieg des realen Geldangebots, was über sinkende Zinsen eine Erhöhung der zinsabhängigen Investitionsnachfrage und damit eine steigende gesamtwirtschaftliche Güternachfrage bewirkt.

Der Verlauf der aggregierten Nachfragekurve GN im rechten oberen Quadranten ist folglich abwärts geneigt. Bei sinkendem Preisniveau steigt die gesamtwirtschaftliche Güternachfrage und umgekehrt. Zur Ableitung des gesamtwirtschaftlichen Güterangebots GA sei von einem konstanten Kapitalstock ausgegangen, so dass wegen der abnehmenden Grenzerträge mit zunehmender Beschäftigung die Grenzkosten steigen. Nimmt das Preisniveau entsprechend zu, sinkt bei gleichbleibendem Nominallohn der Reallohn. Unter der Annahme von Gewinnmaximierung steigt dann das Güterangebot mit zunehmendem Preisniveau. In einer geschlossenen Volkswirtschaft wird nach Erreichung der Vollbeschäftigung die GA-Kurve weiterhin ansteigen (allerdings ab dem Vollbeschäftigungspunkt nicht senkrecht), wenn bei vorliegender Lohnillusion der Arbeitnehmer (kurzfristig) eine Überbeschäftigungssituation auftreten kann. Hierbei erfolgt die Verknüpfung zwischen gesamtwirtschaftlichem Gütermarkt und aggregiertem Arbeitsmarkt über die volkswirtschaftliche Produktionsfunktion X = X(B, K0) im rechten unteren Quadranten.

Dabei steigt in kurzfristiger Betrachtung (gegebener Kapitalstock K0) der reale Output X bei steigender Beschäftigung B mit abnehmenden Zuwachsraten: Die Grenzproduktivität der Arbeit nimmt ab. Keynesianische Arbeitslosigkeit tritt auf, wenn die negativ geneigte GNKurve weiter links liegt. Es besteht dann ein Gütermarktgleichgewicht bei Arbeitslosigkeit durch gesamtwirtschaftlichen Nachfragemangel. Diese Unterbeschäftigung ist stabil, soweit die Nominallöhne wirklich nach unten starr sind. In neoklassischer Perspektive bewirkt Unterbeschäftigung eine Senkung des Nominallohnes. Fällt der parallel auftretende Rückgang des Preisniveaus niedriger aus als die Nominallohnsenkung, vermindert sich der Reallohn, und die Beschäftigung steigt entsprechend der Grenzproduktivitätstheorie. Dies schlägt sich, ausgehend von einer Unterbeschäftigungssituation, grafisch in einer Rechtsverschiebung der GA-Kurve nieder. Fällt der Reallohn genügend stark, schneiden sich GA und GN bei Vollbeschäftigung. Aus keynesianischer Sicht führt eine Lohnsenkung (relativ zum Produktivitätswachstum) jedoch nicht notwendigerweise zu einer Beschäftigungssteigerung. Im Extremfall wird die GN-Kurve eine senkrechte Gerade bei Unterbeschäftigung.

Vollbeschäftigung ist dann auch bei nach unten flexiblen Löhnen nicht erreichbar. Ein derartiger abknickender Verlauf der gesamtwirtschaftlichen Nachfragekurve im Rahmen der gesamtwirtschaftlichen Einkommens- und Beschäftigungstheorie tritt auch ein, wenn die durch eine Preisniveausenkung erzielte Erhöhung der realen Geldmenge nicht zu einer Zinssenkung führt, sondern in der Spekulationskasse gehalten wird (Liquiditätsfalle). Bei pessimistischen Gewinnerwartungen führen Zinssenkungen ebenfalls nicht zu einer Steigerung der Investitionstätigkeit, die das Gleichgewicht bei Unterbeschäftigung auflösen könnte.

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