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Goldpreis

Marktnotierung des Goldes, meist bezogen auf eine Feinunze (31,1 g). Im Regime des Goldstandards war der Goldpreis durch An- und Verkaufsgarantien der Währungsbehörden über lange Zeitintervalle konstant. Ereignisse wie die Napoleonischen Kriege und der Amerikanische Bürgerkrieg waren für vorübergehende Goldpreiserhöhungen in den jeweiligen Währungen verantwortlich, weil sie mit einer Lockerung der monetären Disziplin verbunden waren. Im Jahre 1968 löste sich der Goldpool auf, und damit entfielen offizielle Stützungen des Goldpreises von 35 US-Dollar (je Feinunze). 1971 wurde schliesslich auch die Goldeinlösung des Dollars suspendiert, wodurch es zum endgültigen Zusammenbruch des  Gold-Devisen-Standards kam. Seither hat ein rasanter Anstieg des Goldpreises eingesetzt, der von heftigen Schwankungen und Spekulationen begleitet war. Der bisherige Höchstpreis wurde Anfang 1980 mit 850 US- Dollar/Feinunze notiert. Seit den 70er Jahren ähneln die Preisbewegungen auf dem Goldmarkt denen auf anderen Rohstoffmärkten. Die Goldhausse im Jahre 1980 hat zu zeitweise stark reduzierter industrieller Nachfrage nach Gold geführt. Unter dem Gesichtspunkt der Finanzanlage wird die Goldnachfrage von der Höhe des Zinsniveaus und unter dem Gesichtspunkt der Vermögenssicherung von der Inflationsrate (bzw. deren Variabilität) und (besonders politischen) Krisenfaktoren bestimmt. Ein Anstieg des Zinsniveaus führt zu höheren Opportunitätskosten der Goldhaltung und damit zu einem Sinken des Goldpreises. Furcht vor Inflationsverlusten und politischen Instabilitäten wird oft mit einer Zunahme des Goldpreises in Verbindung gebracht (so z.B. 1979 und 1991 im Zusammenhang mit politischen Krisen in der Golfregion). Der Handel an Gold-Futures-Märkten hat seit 1975 einen starken Aufschwung genommen. Der Handel auf diesen Märkten, der vornehmlich von Spekulationsmotiven bestimmt ist, erreicht ein Vielfaches des Volumens auf den Spotmärkten.  gleichungsverfahren

Literatur: Consolidated Gold Fields, Gold 1984, London 1984. Jastram, R. W, The Golden Constant, New York 1977.

auf dem Goldmarkt i.d.R. als Dollarpreis je Feinunze (31,1g) zustande kommende Notierung. Große Aufmerksamkeit genießt nach wie vor die Preisbildung in London, obwohl der Platz seine vorherrschende Stellung eingebüßt hat, die er in der Tradition des Goldstandards und zuletzt durch die Operationen des Goldpools gewonnen hatte. In den 70er Jahren vollzog der Goldpreis einen Niveausprung. Er liess sogar das Preisniveau auf den –s schwarzen und grauen Märkten der Nachkriegszeit weit unter sich, das der Internationale Währungsfonds (IWF) mit Rücksicht auf sein Wechselkurskonzept zwischen 1947 und 1951 heftig, allerdings wenig erfolgreich bekämpft hatte. Mit der Eröffnung freier amtlicher Goldmärkte in Paris (1948), Zürich (1951) und London (1954) stabilisierte sich die Notierung in der Nähe der Parität (35 Dollar je Feinunze). Nach dem Fieberanfall von 1961 gelang dem Goldpool bis 1967 die Verteidigung der Dollarparität. Die in Reaktion auf spekulative Angriffe und gewaltige Reserveverluste der Währungsbehörden 1968 vorgenommene Spaltung des Marktes hob den freien Goldpreis zwar im Durchschnitt über den amtlichen Kurs, führte ihn aber 1969/70 auch monatelang wieder an die Parität heran. Erst 1971 verlor der freie Preis endgültig jeden Bezug zur Parität. Nach umfangreichen Fluchtbewegungen aus dem Dollar in das Gold hatten die USA am 15.8.1971 die Aufhebung der Goldkonvertibilität angekündigt. Damit gab es faktisch keinen amtlichen Goldmarkt mehr. Mit der am 1.4.1978 in Kraft getretenen zweiten Änderung der Statuten des IWF wurde auf der Weltbühne ein weiteres starkes Signal zur Demonetisierung des Goldes gegeben. Der freie Markt geriet durch die Unsicherheit über die künftige monetäre Rolle des Goldes, die Haltung der Währungsbehörden, den Fortgang der Inflation und die Frage, wie die erdölproduzierenden Lander ihre Zahlungsbilanzüberschüsse anzulegen beabsichtigen, völlig aus dem Gleichgewicht. Der bisherige Spitzenpreis lag im Januar 1980 bei 850 US-Dollar je Feinunze. Im darauffolgenden Jahrzehnt bewegte sich der Preis zwischen 300 und 500 US-Dollar. Die 90er Jahre drückten ihn unter die 300-Dollar-Marke. Eine gewisse Annäherungen an die Preisentwicklung der Rohstoffmärkte ist unverkennbar. Da die Rolle des Goldes als Spielball der Spekulation z.T. auf derivative Finanzinstrumente überging, nahm die Volatilität des Goldpreises, gemessen an der Standardabweichung der täglichen prozentualen Veränderung der Notierungen, deutlich ab.

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