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Haupt- und Hilfskostenstellen

Untergliederung der Kostenstellen nach der Art der Abrechnung ihrer Kosten. Hauptkostenstellen sind alle Kostenstellen, deren Kosten nicht auf andere Kostenstellen, sondern direkt auf die Kostenträger verrechnet werden ( Kalkulationssatz). Hilfskostenstellen sind alle Kostenstellen, deren Kosten nicht direkt auf die Kostenträger, sondern erst auf andere (Hilfs- oder Haupt-) Kostenstellen umgelegt werden ( innerbetriebliche Leistungsverrechnung). Diese Definitionen stellen ausdrücklich und ausschliesslich auf die Art der Verrechnung der Kosten ab. Ob eine Haupt- oder Hilfskostenstelle vorliegt, hängt also grundsätzlich nicht davon ab, ob diese Kostenstelle unmittelbar oder mittelbar an der Leistungserstellung mitwirkt, wenngleich eine gewisse Übereinstimmung zwischen beiden Kriterien herrscht. Wenn man einen Kostenstellenplan betrachtet, so lässt sich zunächst feststellen, dass alle Kostenstellen des allgemeinen Bereichs Hilfskostenstellen sind, denn sie geben ihre Leistungen nicht unmittelbar an die betrieblichen Produkte ab, sondern als innerbetriebliche Leistungen an andere Kostenstellen. Die Problematik dieser Begründung wird jedoch schon aufgrund folgender Überlegung deutlich: Entscheidet sich ein Kostenrechner dafür, die Kosten einer Stelle des Allgemeinen Bereichs direkt auf die Kostenträger zu verrechnen, dann ist damit diese Stelle eine Hauptkostenstelle. Ein Beispiel hierfür ist die Behandlung der Kosten der Forschungs-, Ent- wicklungs- und Konstruktionsstellen, die häufig ganz oder zum Teil direkt auf die Kostenträger verrechnet werden. Diese Entscheidung darf jedoch nicht willkürlich getroffen werden, sondern muss sich soweit wie möglich am Verursachungsprinzip ausrichten. Alle anderen Kostenbereiche werden grundsätzlich als Hauptkostenstellen abgerechnet. Bei den Stellen des Fertigungsbereichs ist die verursachungsgerechte Beziehung zwischen Kosten und Kostenträgern noch am ehesten gegeben. Jene Stellen des Fertigungsbereichs aber, die nur mittelbar an der Produktion mitwirken, wie z.B. die Arbeitsvorbereitung, werden erst auf die von ihnen betreuten Kostenstellen umgelegt; man bezeichnet sie deshalb als Fertigungshilfsstellen. Bei den ebenfalls als Hauptkostenstellen abgerechneten Material- und Vertriebsstellen ist die Kostenverursachung schon schlechter und bei den Verwaltungsstellen fast gar nicht mehr feststellbar. Aus der Unterscheidung zwischen Haupt- und Hilfskostenstellen folgt, dass die Hilfskostenstellen mit Verrechnungssätzen für innerbetriebliche Leistungen und die Hauptkostenstellen mit Kalkulationssätzen für die Absatzleistungen des Betriebes abrechnen. Die Grenze zwischen Hilfs- und Hauptkostenstellen ist allerdings fliessend, wie einige Beispiele zeigen: Bei innerbetrieblichen Reparaturaufträgen kann eine Hauptkostenstelle der Fertigung zu einer Hilfskostenstelle werden. Umgekehrt ist der Hilfsbetrieb Schlosserei dann Hauptkostenstelle, wenn er Zubehörteile erstellt. Die LKW-Stelle z. B. wird zur Hauptkostenstelle, wenn in beschäftigungsschwachen Zeiten externe Transportaufträge übernommen werden. Auch Einkaufsabteilungen werden teilweise als Hilfskostenstellen tätig, wenn sie sich mit der Beschaffung von Betriebsmitteln beschäftigen. Die Terminologie im Hinblick auf die Unterscheidung zwischen Haupt- und Hilfskostenstellen ist sehr unterschiedlich. Hauptkostenstellen bezeichnet man sehr häufig als Endkostenstellen und seltener als primäre Kostenstellen. Hilfskostenstellen werden analog Vorkostenstellen oder sekundäre Kostenstellen genannt. Ausserdem spricht man bei den Hilfskostenstellen noch von allgemeinen Kostenstellen oder Nebenkostenstellen, wobei darauf abgestellt wird, ob die Leistungen dieser Stellen für den gesamten Betrieb erbracht werden, also an alle anderen Stellen abgegeben werden (z.B. Stromstelle), oder ob die Leistungen nur für bestimmte Hauptkostenstellen erbracht werden, z.B. Arbeitsvorbereitung. Heute wird i.d.R. letztere (undeutliche) Untergliederung nicht mehr verwandt; die Einteilung in Haupt- und Hilfskostenstellen reicht völlig aus, da man bei der Umlage der Hilfskostenstellen ohnehin im Einzelfall überprüfen muss, an welche anderen Stellen die innerbetrieblichen Leistungen abgegeben werden.    Literatur: Haberstock, L., Kostenrechnung I, Einführung, 9. Aufl., Hamburg 1993. Haberstock, L., Kostenrechnung II, (Grenz-)Plankostenrechnung, 7. Aufl., Hamburg 1986. Haberstock, L., Grundzüge der Kosten- und Erfolgsrechnung, 4. Aufl., München 1993.

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