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Investitionseffekte (Tobins q)

Die Übertragung montärer Impulse in den güterwirtschaftlichen Bereich erfolgt nach James Tobin durch die Veränderung der Relation (q) zweier Ertragsraten bzw. der zugehörigen Kapitalwerte. Die Variable q ist definiert als Verhältnis des Marktwertes eines Unternehmens (MWU) zu den Wiederbeschaffungskosten des Sachkapitals (WBK) dieses Unternehmens.

q=MWU/WBK

Solange der Marktwert höher ist als die Wiederbeschaffungskosten (q > 1), lohnt sich die Neu-Investition. Bei q < 1 unterbleiben Neuinvestitionen, und via Abschreibungen ist mit einer Verringerung des Kapitalstocks zu rechnen.

Mit Wiederbeschaffungskosten (Reproduktionskosten) ist der Preis gemeint, der bei Kauf des Unternehmens für das physische Kapital (Betriebsgelände, Maschinenpark, sonstige Anlagen) zu zahlen wäre. Der Marktwert entspricht dem Gegenwartswert der erwarteten Unternehmenserträge (Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals). Anstatt der beiden Vermögenswerte könnten auch Ertragsraten (bei gegebener Produktivität bedeuten steigende Vermögenswerte sinkende Ertragsraten) gegenübergestellt werden. Die erwartete Ertragsrate wäre dann mit einem festen Zins (durchschnittliche Rendite am Kapitalmarkt) zu vergleichen, der bei einer alternativen Anlage der Ausgaben für das Sachkapital erzielt worden wäre.

Zum empirischen Test dieser Investitionshypothese wird für die Erfassung der Wiederbeschaffungskosten auf den Preisindex für Erzeugnisse des Investitionsgüter produzierenden Gewerbes (InvP – Ind) zurückgegriffen. Als Maß der Unternehmenswerte dient die Entwicklung des Aktienkursindex (Ak – Ind).

q=(Ak-Ind)/(InvP-Ind)

Dem Rückgriff auf die Aktienkurse liegt die Vorstellung zugrunde, daß sich der Kapitalwert der erwarteten Erträge in den Kursen niederschlägt und mithin eine durch Kursanstieg bewirkte Erhöhung von q steigende Investitionen erwarten läßt. Zumindest auf kurze Sicht ist hier jedoch Vorsicht geboten. Die in steigenden Kursen zum Ausdruck kommenden Ertragserwartungen der Anleger müssen sich nicht mit denen der Unternehmensleitungen decken. Doch nur die letzteren sind investitionsrelevant.

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