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Servicegrad

Der Servicegrad bezeichnet den Grad der Lieferbereitschaft einer Unternehmung. Eine hohe Lieferbereitschaft bedeutet eine entsprechende Lagerung, die Zins- und Lagerkosten verursacht. Deshalb gehen viele Unternehmungen bei steigenden Zins- und Lagerkosten dazu über, den Servicegrad zu senken, was aber zu Absatzeinbußen führen kann. Ein hoher Servicegrad kann auch als Instrument der Servicepolitik angesehen werden.

ist ein statistisches Maß für die Fähigkeit, Nachfrage nach einem Gut jederzeit sofort, d. h. aus dem vorhandenen Vorrat, zu decken (Lieferbereitschaft). Als Plan-Servicegrad dient er zur Berech­nung des Sicherheitsbestandsund ist damit Instrument der betrieblichen Vorratspoli­tik. Als Ist-Servicegrad gibt er Aufschluß über die tatsächliche Verfügbarkeit des Guts während eines Kontrollzeitraums. Die Definition des Servicegrad erfolgt in un­terschiedlichen Maßeinheiten, seine Quanti­fizierung durch Management- Vorgabe oder Optimierung - Ausgleich der Grenzko­sten für Lagerung des Sicherheitsbestands und für Lieferunfähigkeit, vorzugsweise aber artikelspezifisch (A- Arti­kel) oder nach Warengruppen differenziert. Die in absatzmarktseitigen Vorräten ge­wöhnlich verwendeten Maßeinheiten sind: a-Servicegrad: Zuverlässigkeit, mit der das Auftreten von Lieferunfähigkeit in einem bestimmten Zeitraum vermieden wird („ Präsenz “) ß-Servicegrad: Anteil der w. e. b. Zeitraums verzögerungsfrei aus dem Vorrat gedeckten Nachfrage (Begrenzung von „ Fehlmengen “) y-Servicegrad: durchschnittliche Wartezeit pro Bestellung (Begrenzung der „ Verzöge­rung“ infolge Lieferunfähigkeit während ei­nes bestimmten Zeitraums) Während ein J-Servicegrad sinnvoll nur für Situationen definiert werden kann, in denen bei Lieferunfähigkeit eine Nachlieferung möglich ist, muss bei a-und ß- Servicegrad zwischen Fehlmengen -Vormerkung (a, ß) und - Verlust {a“, ß“ ) unterschieden werden. Die Unterscheidung ist nicht nur in ihren Folgen für Umsatz und Goodwill wesent­lich. Sie betrifft auch die Möglichkeiten der sinnvollen Quantifizierung des Servicegrad und die Höhe des zu seiner Einhaltung erfor­derlichen Sicherheitsbestands: Quantifizierung: Gewöhnlich lassen sich die für eine Servicegrad-Optimierung benö­tigten Kosten der Lieferunfähigkeit nur bei Fehlmengen-Verlust auf einfache Weise er­mitteln, z.B. aus dem Deckungsbeitrag des entgangenenUmsatzes. Sicherheitsbestand: Bei Fehlmengen-Vor­merkung kann das Lager auch nach Eintref­fen einer Bestellmenge noch lieferunfähig sein, wenn die aufgelaufenen Fehlmengen diese übersteigen. Dies bedeutet, dass bei (t,S)- und (s,S)-Verfahren (Bcstelldoktrinen) der für a- und ß-Servicegrad erforderli­che Sicherheitsbestand höher ist als für ct- undß“-Servicegrad. Schließlich ist hervorzuheben, dass die Ser­vicegrade unterschiedliche Sachverhalte messen und daher weder i. e. S. austauschbar noch direkt miteinander vergleichbar sind. So bedeutet Lieferunfähigkeit mangels Be­stand noch nicht zwangsläufig eine Fehl­menge, berührt also den a-, aber nicht notwendig den ß- oder den y-Servicegrad, gehen Fehlmengen-Ereignisse ,vom a- Servicegrad gleichbehandelt, in den ß-Ser- vicegrad nur entsprechend den tatsächlich aufgetretenen Fehlmengen ein, in den y- Servicegrad gem. der tatsächlichen Verzö- gerung, verhalten sich bei (s,x)-Disposition a- und ß-Servicegrade nahezu identisch, wenn die Nachfrage „ME für ME“ auftritt, wie etwa bei hochwertigen Ersatzteilen. Während ein Plan-Servicegrad zweckmäßig auf den Bestellzyklus eines Artikels bezogen wird, können Ist-Servicegrade auf Kalender­zeiträume beliebiger Länge bezogen werden. Hier mißt der a-Servicegrad die relative Häufigkeit von Fehlmengen-Ereignissen in diesem Zeitraum, der ß-Servicegrad den Fehlmengen-Anteil an der Gesamtnachfrage des Zeitraums, der y-Servicegrad die mittlere Verzögerung bei der Bedarfsdeckung. Diese Kontrollgrößen geben Aufschluß über die Ist-Lieferbereitschaft und damit zugleich über die Angemessenheit des Sicherheits­bestands.         K. Z. Literatur. Tempelmeier, H., Quantitative Marketing-Logistik, Berlin u. a. 1983.

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