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Unterbeschäftigungsgleichgewicht

Situation auf dem Arbeitsmarkt, in der die tatsächliche Beschäftigung durch die Arbeitsnachfrage restringiert wird, die niedriger ist als das bei den herrschenden Preisen (Lohnsatz, Güterpreis) von den Arbeitsanbietern gewünschte Arbeitsangebot, wobei gleichzeitig aber keine Anpassungsmechanismen von Preisen existieren, die im Verlauf der analysierten Periode zu Vollbeschäftigung tendieren. Die Ursache wird entweder alleine in einem aus institutionellen oder psychologischen Gründen starren Nominallohnsatz gesehen (FixLohn-Modell, in dem aufgrund eines flexiblen Preisniveaus und Zinssatzes Gleichgewicht auf den anderen Märkten herrscht) oder ganz allgemein in der Tatsache, dass in Ungleichgewichtssituationen die Mengen schneller reagieren als die Preise. In der Ungleichgewichtstheorie wird — meist unter der vereinfachenden Annahme, dass alle Preise (kurzfristig) absolut starr sind — gezeigt, dass sich Gleichgewichte bei Mengenrationierung ergeben, in denen u.U. auch eine Rationierung der Arbeitsanbieter erfolgt. In einer solchen Situation ist es möglich, dass auch eine Senkung des Reallohnsatzes nicht zu einer Reduktion der Arbeitslosigkeit führt.                  Literatur: Meyer, U., Neue Makroökonomik, Berlin u. a. 1983.

Zustand, bei dem sich alle im Modell der Beschäftigungstheorie abgebildeten Märkte im Gleichgewicht befinden, auch der Arbeitsmarkt, der aber nicht geräumt wird: Bei gegebenem Lohnsatz besteht keine Veranlassung auf seiten des Arbeitsangebotes und der Arbeitsnachfrage, die Pläne zu revidieren (Gleichgewicht), doch wird mehr Arbeit angeboten als nachgefragt (fehlendes Clearing: Die Arbeitsangebotskurve wird im horizontalen Bereich von der Nachfragekurve geschnitten). Die Theorie des Unterbeschäftigungsgleichgewichts basiert auf der für den Keynesianismus charakteristischen Annahme, dass die Geldlöhne aus politischen und marktmäßigen Gründen nach unten weitgehend starr sind. Dasselbe gilt bei verbreiteten oligopolistischen Verhaltensweisen für die Güterpreise. Doch selbst unter der Annahme, dass die Überkapazität auf dem Arbeitsmarkt einen Lohndruck und dieser einen Preisdruck auslöst, stellt sich nach keynesianischer Auffassung nicht zwingend allgemeines Gleichgewicht ein (KEYNES-Fälle): a) Der auf Grund der Preisbewegung sinkende Bedarf an Geld v.a. für Transaktionszwecke (- Transaktionskasse) führt zu keiner weiteren Entspannung am Geldmarkt und keinen expansiven Folgewirkungen, weil freigesetzte Beträge vollständig von der spekulativen Geldnachfrage absorbiert werden (liquidity trap). b) Selbst eine Entspannung und Zinssenkung am Geldmarkt löst keine Expansion aus, weil die als Expansionsträger in Frage kommenden Investitionen nicht genug zinselastisch sind (investment trap). c) Simultane Lohn- und Preisänderungen lassen den Reallohn unberührt, so dass kein Ansporn für die Unternehmen gegeben ist, die Beschäftigung zu ändern. Wenn jedoch die Preissenkung am Faktormarkt die am Gütermarkt übertrifft, entsteht eine Tendenz zu Mehrnachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Lohnsumme sinkt (niedrigerer Durchschnittslohn multipliziert mit der höheren Beschäftigung) und mit ihr die Konsumnachfrage, so dass dem expansiven Lohnanreiz eine kontraktive Nachfragewirkung begegnet. Die Stabilität eines Unterbeschäftigungsgleichgewichts wird von der Neoklassischen Theorie durch Hinweis auf Realvermögenseffekte (z.B. PIGOU-Effekt) nachdrücklich in Frage gestellt. Literatur: Klatt, S. (1995). Meltzer, A.H. (1983). Crouch, R.L. (1972)

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