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Transaktionskasse

Teil der Geldhaltung von Wirtschaftssubjekten. In der Theorie der Kassenhaltung spielt das Transaktionsmotiv von Wirtschaftssubjekten eine erhebliche Rolle. Dabei entspricht das Halten von Transaktionskasse dem klassischen Motiv der Geldnachfrage für Umsatzzwecke. Hier wie dort gilt, dass eine bestimmte Geldeinheit nacheinander zu verschiedenen Umsätzen verwendet werden kann. Wird diese Geldeinheit z.B. innerhalb eines Monats nacheinander von verschiedenen Wirtschaftssubjekten viermal zu Zahlungen verwendet, so ist seine Umlaufsgeschwindigkeit 4; in diesem Fall liegt diese Geldeinheit durchschnittlich den vierten. Teil der betrachteten Zeitperiode eines Monats in der Kasse jedes der vier Wirtschaftssubjekte brach, der Kassenhaltungskoeffizient (Geldnachfrage) ist also 1/4 bzw. der reziproke Wert der Umlaufsgeschwindigkeit.   

Bargeldbestand, der von den Wirtschaftssubjekten gehalten wird, um die laufenden Transaktionen abwickeln zu können. Die Transaktionskasse ist Gegenstand der KEYNESschen Theorie der Liquiditätspräferenz mit Wurzeln in der klassischen Nationalökonomie, insbes. der Kassenhaltungstheorie der Cambridge-Schule. Danach ist das Volkseinkommen wesentlicher Einflußfaktor der gesamtwirtschaftlichen Transaktionskasse. Einzelwirtschaftlich betrachtet, dient die Transaktionskasse der Deckung eines Finanzierungsbedarfs aus laufenden Transaktionen, wobei diese mit Sicherheit erwartet werden und Ein- und Auszahlungen nicht synchronisiert sind. Der traditionelle Ansatz läßt offen, weshalb Kassenüberschüsse nicht sofort in Wertpapieren angelegt werden, mit denen dann bei Bedarf ein Kassendefizit gedeckt wird. Eine befriedigende Begründung für die Haltung von Kasse aus dem Transaktionsmotiv bieten lagerhaltungstheoretische Ansätze (Maurice ALLAIS, William J. BAUMOL, James TO-BIN). Sie berücksichtigen zum einen, dass mit der Anlage von Kasse in Wertpapieren und deren Liquidierung Umwandlungskosten verbunden sind (wie Bankgebühren und Zeitaufwand), und zum anderen, dass Kassenbestände wegen des Verzichts auf Zinserträge Alternativkosten bedeuten. Unter dem Gesichtspunkt der Kostenminimierung wird die Kassenhaltung bis zu dem Punkt ausgedehnt, wo die marginale Ersparnis an Umwandlungskosten gerade durch die marginalen Alternativkosten kompensiert wird. Die so bestimmte optimale Transaktionskasse (1,) wird unter vereinfachenden Annahmen durch folgende Wurzelformel bestimmt:
Transaktionskasse wobei c eine Konstante ist und a die (festen) Kosten pro Umwandlung, y das (nominale) Einkommen und i den Zinssatz bezeichnen. Danach läßt sich die Haltung einer Transaktionskasse mit der Existenz von Umwandlungskosten erklären. Auf die gesamtwirtschaftliche Ebene übertragen, ergibt sich, daB die Transaktionskasse nicht nur (positiv) vom Volkseinkommen, sondern auch (negativ) vom Zins ab- hängt. Man ist deshalb bei der Begründung einer Zinsabhängigkeit der Geldnachfrage nicht auf die KEYNESsche Spekulationskasse angewiesen. Literatur: Fuhrmann, W. (1994). Jarchow, H.-J. (1993). Claassen, E.-M. (1980)

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