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Transaktionskosten

Transaktionskosten sind sämtliche Kosten, die im Zusammenhang mit einem Geschäftsabschluss anfallen.

Transaktionskosten sind Kosten, die nicht bei der Gütererstellung, sondern bei der Übertragung von Gütern von einem Wirtschaftssubjekt zum anderen entstehen. Zunächst entstehen bei der Übertragung Informationskosten bei der Suche nach Transaktionspartnern, der Anbahnung von Transaktionen (z. B. Vertragsabschlußkosten, Versicherungsprämien) und der Transaktion selbst (z. B. Transportkosten). Bei zunehmendem Wettbewerb und abnehmender Markttransparenz ist die Betrachtung der Transaktionskosten von besonderer Bedeutung. Der Transaktionskostenansatz basiert auf den Überlegungen des Nobelpreisträgers Ronald Coase, welcher die Effizienz unterschiedlicher Transaktionsformen vergleicht, indem die innerorganisatorischen Transaktionskosten mit den Transaktionskosten auf dem Markt verglichen werden. Seine Studien lagen bereits 1937 vor. Den Nobelpreis hierfür erhielt er 1992. Viele Transaktionen sind nach Coase ausschließlich innerhalb der Unternehmung aufgrund des Marktversagens (z. B. mangelnde Transparenz) möglich. Eine Integration dieser Aktionen in das Unternehmen ist dann sinnvoll und wird als Internalisierung bezeichnet. Die Internalisierung einzelner Funktionen im Gegensatz zur Marktbeschaffung widerspricht der aktuellen Tendenz des Auslagerns von Unternehmensfunktionen.

Kosten der Geschäftsanbahnung, die teilweise durch unvollkommene Information der beteiligten Parteien zustandekommen. 1. Anbahnungskosten: z.B. Suche nach potentiellen Partnern. 2. Vereinbarungskosten: z.B. Vertragsformulierung und Einigung. 3. Kontrollkosten: z.B. Kontrolle der vereinbarten Termine, Preise oder Qualitäten. 4. Anpassungskosten: z.B. Durchsetzung von Termin-, Preis-, Qualitätsänderungen aufgrund veränderter Bedingungen.

[s.a. Institutionenökonomik] Das Konstrukt der Transaktionskosten und die darauf basierende Transaktionskostentheorie sind zentraler Bestandteil der Neuen Institutionenökonomik. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen dabei die Verfügungsrechte, deren Übertragung bzw. Nutzung mit (Transaktions-) Kosten verbunden ist.

Konkret können Transaktionskosten -vereinfacht - als »Kosten der Betreibung eines Wirtschaftssystems« (Richter/Furu-botn, 1999, S. 49) bezeichnet werden. Beispiele für Transaktionskosten sind Kosten, die mit der Nutzung eines Marktes oder einer Unternehmung entstehen. Zu unterscheiden sind

- fixe Transaktionskosten, so spezifische Investitionen oder »versunkene Investitionen« (»sunk costs«), die bei der Errichtung von Institutionen entstehen und

- variable Transaktionskosten, die von Anzahl oder Umfang der Transaktionen abhängig sind (vgl. Richter/Furubotn, 1999, S. 50).

Transaktionskosten bestimmen wesentlich den betriebswirtschaftlichen Alltag, z.B. in Form von Kosten, die bei der Suche nach geeigneten Geschäftspartnern und für die Anbahnung von Verträgen entstehen (Anbahnungskosten). Sind diese Kosten höher als die Transaktionskosten eines unternehmensinternen Leistungsaustauschs, insbesondere Organisations- und Kontrollkosten, so wird angenommen, dass die betrachtete Aktivität mternalisiert wird, um die entsprechenden Transaktionskosten zu senken.

Die Theorie der Transaktionskosten kann auch angewendet werden, um Direktinvestitionen zu erklären. So wird argumentiert, dass eine multinationale Unternehmung dann entsteht, wenn die interne Koordination der Aktivitäten in den unterschiedlichen Ländern effizienter ist als eine externe, marktliche Koordination (Transaktionsformen). Man spricht hierbei von der Theorie der Intemalisierung (vgl. Buckley/Casson, 1976, S. 36f.). Sind die so zu erzielenden Vorteile einer internationalen Intemalisierung größer als die Kosten der Intemalisierung, z.B. Koordinationskosten, so entsteht eine multinationale Unternehmung bzw. wird eine Direktinvestition vorgenommen.

Auch: Abwicklungskosten. Die bei einer wirtschaftlichen Transaktion, vor allem einer finanziellen Transaktion, entstehenden Kosten aller Art, die mit der effektiven Durchführung des Geschäfts zusammenhängen. Informationskosten gelten nicht als Transaktionskosten.

Kosten, die nicht durch die Produktion von Gütern entstehen, sondern durch die Übertragung eines Aktivums von einem Wirtschaftssubjekt auf ein anderes. Sie entstehen bei der konkreten Abwicklung von Transaktionen, sind also insofern von Informationskosten zu unterscheiden, die der Aufspürung von Transaktionsmöglichkeiten dienen. Zu den Transaktionskosten zählen daher Kosten für Vertragsabschlüsse, Transportkosten, Kosten für das Prüfen von Aktiva, für die Übertragung von Eigentumstiteln usw. Während in der allgemeinen Gleichgewichtstheorie (Arrow-Debreu-Modell) die Annahme vorherrscht, dass Transaktionen kostenlos sind, werden in der neueren Gleichgewichtsanalyse Transaktionskosten zunehmend berücksichtigt. Während in der Arrow-Debreu-Welt die Umverteilung von Gütern zwischen den Individuen annahmegemäss kostenlos erfolgt, müssen bei Existenz von Transaktionskosten ressourcenverzehrende Tauschvorgänge und entsprechende Wohlfahrtsverluste berücksichtigt werden. Transaktionskosten werden ausserdem für die Mikrofundierung der Geldtheorie (Existenz und Definition des Geldes) herangezogen und sind schliesslich auch bei der Vermögensallokation (Eigentumsrechte) zu berücksichtigen.      

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