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Übertragungsbuchführung

erfasst die durch Belege dokumentierten Geschäftsvorfälle zunächst chronologisch im Grundbuch, auch Tagebuch oder Journal bzw. Primanota genannt. Im zweiten Buchungsvorgang erfolgt dann die Übertragung auf die Konten des Hauptbuches. In der ursprünglichen Form der italienischen Methode ist nur ein Grundbuch vorhanden, von dem dann jeder einzelne Posten in das Hauptbuch transferiert wird, das auch die Einzelkonten für Forderungen und Verbindiichkeiten enthält. Die erweiterte italienische Methode unterteilt das Grundbuch in ein Kassenbuch für die baren und in ein Tagebuch (Memorial) für die unbaren Geschäftsvorfälle. Als Nebenbücher werden ein Waren-und ein Kontokorrentbuch für den Verkehr mit den Geschäftsfreunden geführt. Die englische Methode der Übertragungsbuchführung unterteilt das Grundbuch aus arbeitstechnischen Gründen in weitere Einzelbücher. Neben dem Kassenbuch sind dem Tagebuch ein Wareneinkaufsbuch, ein Warenverkaufsbuch und ein Wechselbuch angegliedert, die gesondert geführt werden, wobei die Warenbücher nur die unbaren Geschäftsvorfälle erfassen und damit als Rechnungseingangs- bzw. Rechnungsausgangsbücher zu verstehen sind. Um eine grössere Übersichtlichkeit zu erreichen, fügt die deutsche Methode ein Sammeljournal (Mensual) zwischen die Grundbücher und das Hauptbuch ein. Die den Grundbüchern vorgeschaltete Kladde dient zur eiligen Voraberfassung der täglichen Geschäftsvorfälle und zur Erleichterung ihrer formellen Übernahme in die verschiedenen Grundbücher. Als Grundbücher werden Kassenbuch, Wareneingangs- und Warenausgangsbuch sowie ein Tagebuch (Memorial) geführt. Der ge samte Buchungsstoff wird zum Monatsende zunächst im Sammeljournal sachkontenorientiert zusammengefasst, ehe die Übertragung ins Hauptbuch erfolgt. Da nur die Endsummen übernommen werden, entlastet dies das Hauptbuch und verbessert dessen Übersichtlichkeit. Eine weitere Untergliederung der Grundbücher nimmt die französische Methode vor, indem sie entsprechend der Bedürfnisse der Unternehmung Bankbücher, Postscheckbuch, Wechselbuch, Effektenbuch etc. einführt. Ansonsten ist sie mit der deutschen Methode identisch. Vor allem zur Vermeidung von Übertragungsfehlern und zur Vereinfachung der Übertragungsarbeit vereinigt die amerikanische Methode der übertragungsbuchführung Grund- und Hauptbuch im sog. Amerikanischen Journal; sie wird deshalb auch als Einheitsbuchführung bezeichnet. Hier werden neben dem Grundbuch die Konten des Hauptbuchs in Tabellenform geführt, so dass die Erfassung der Geschäftsvorfälle sowohl chronologisch als auch sachlich erfolgen kann. Neben dem Vorteil der Einfachheit und Übersichtlichkeit hat die amerikanische Methode allerdings den gravierenden Nachteil, dass nur eine beschränkte Anzahl von Konten geführt werden kann. Deshalb findet sie auch nur in kleineren Unternehmen mit wenigen Sachkonten Verwendung.                  Literatur: Eisele, W., Technik des betrieblichen Rechnungswesens, 5. Aufl., München 1993. Falter-baum, H./Beckmann, H., Buchführung und Bilanz, 13. Aufl., Achim 1989.

Bei dieser Buchhaltungsmethode werden die durch Belege nachgewiesenen Geschäftsvorfälle in zeitlicher Reihenfolge im Grund buch verbucht und von diesem auf die entsprechenden Konten des Hauptbliches übertragen. Da diese Übertragung zeitaufwendig istundeine erhebliche Fehlerquelle bildet, hat diese Buchhaltungsmethode nur noch eine geringe praktische Bedeutung. Durch die unterschiedliche Anzahl der geführten Bücher entstehen verschiedene Formen der Übertragungsbuchhaltung.
Italienische Form: Sie arbeitet in der einfachen Form nur mit einem Grund buch und dem Hauptbuch. Bei der erweiterten Form werden zwei Grund bücher, das Tage und das Kassenbuch und ein Hauptbuch geführt.
Englische Form: Das Grund buch wird weiter unterteilt. Neben dem Tage und dem Kassenbuch werden Warenein und -verkaufsbücher geführt. Dadurch wird schon im Grund buch eine gewisse sachliche Ordnung der Geschäftsvorfälle erreicht.
Deutsche Form: Es werden, wie bei der englischen Buchhaltung, vier Grund bücher geführt. zwischen die Grund bücher und das Hauptbuch wird jedoch ein Sammelbuch eingeschaltet, das gleichartige Vorgänge zusammenfaßt. In das Hauptbuch werden meist monatlich nur die Sammelposten übertragen.
(4) Französische Form: Sie unterscheidet sich von der deutschen Formnur durch eine größere Zahl vonGrund büchern. Zusätzlich werdenbeispielsweise Wechsel-, Bank und Devisenbücher geführt.
(5) Amerikanische Form: Das Grund und das Hauptbuch werden in einem Buch (= amerikanisches Journal) zusammengefaßt. In diesem Buch werden neben den Spalten des Grund bliches (Datum, Text, Betrag) die wichtigsten Konten des Hauptbliches geführt. Die Geschäftsvorfälle können gleichzeitig chronologisch und sachlich verbucht werden. Dadurch entfällt die Übertragungsarbeit.
Nachteilig ist jedoch, daß in das amerikanische Journal nur eine geringe Zahl von Konten aufgenommen werden kann. Die nur selten angesprochenen Konten werden unter der Sammelposition Verschiedene Konten zusammengefaßt. Bei Aufstellung des Jahresabschlusses muß dieses Sammelkonto wieder in die einzelnen Konten aufgespalten werden. Daher ist das amerikanische Journal für größere Betriebe nicht brauchbar. Zu beachten ist, daß die Nationalitätsbezeichnungen nichts über den Anwendungsbereich dieser Buchhaltungsformen aussagen

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