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Verkehr

Der Verkehr im wirtschaftlichen Sinne umfaßt alle menschlichen Aktivitäten zur Veränderung der bei Personen und Gütern vorhandenen Eigenschaften, zu jeder Zeit an einem Ort zu sein.
Das Bedürfnis nach Veränderungen dieser Eigenschaften beruht beim Personenverkehr (Verkehrsart) auf räumlichen und zeitlichen Unterschieden natürlicher, gesellschaftlicher, technischer und ökonomischer Bedingungen privater und beruflicher Lebensgestaltung von Menschen, die zur Trennung der Orte des Wohnens, der Arbeit, des Einkaufs, der Bildung, der Unterhaltung und der Erholung sowie zum relativ häufigen Wechsel dieser Orte geführt haben. Der Güterverkehr ist sowohl eine Folge fehlender Übereinstimmung von Orten und Zeiten der natürlichen Entstehung oder technisch-organisa torischen Erzeugung vieler Güterar ten mit denen ihrer Verwendung, als auch der Notwendigkeit, die Produk tionskosten je Gütereinheit durch Arbeitsteilung und Spezialisierung auf die Produktion weniger Güterar ten in großen Mengen zu senken. Das erfordert Verkehrsaktivitäten beim Sammeln von Rohstoffen und Vor Produkten von weit entfernt und ver streut liegenden Erzeugungsorten und beim Verteilen der zwischen- und Endprodukte an viele in große ren Gebieten ansässige Abnehmer unter Beachtung des zeitlichen An falls von Angebot und Nachfrage. Das äußere Erscheinungsbild des Verkehr ist geprägt durch Fahrzeuge, mit de nen Personen und Güter transportiert werden. Dieser Eindruck unter streicht die Bedeutung des Transports für den Verkehr, begründet jedoch nicht die Gleichsetzung beider Be griffe. Nur in Grenzfällen sind öko nomisch relevante Ortsveränderun gen ausschließlich durch Trans1 portvorgänge zu erreichen. Ein-, Um und Aussteigevorgänge im Per sonenverkehr bzw. Be-, Um und Entladevorgänge im Güterverkehr sowie meist auch Aufenthalte bzw. Lagerungen sind betriebswirtschart lieh wesentliche, nicht selten substi tutive und den Transportvorgängen Grundsätzlich gleichwertige Glieder der Transportketten, in deren Verlauf die räumlichen und zeitlichen Eigenschaften von Personen und Gutern verändert werden.

In der Umweltwirtschaft:

Mobilität

Gesamtheit der Vorgänge, die mit der Ortsveränderung von Personen, Gütern und Nachrichten (Nachrichtenverkehr) verbunden sind. Die statistische Erfassung der Beförderungsobjekte (insb. der Personen und Güter) ergibt das Verkehrsaufkommen. Werden auch die bei der Ortsveränderung zurückgelegten Beförderungsentfernungen berücksichtigt, lassen sich die Verkehrsleistungen erfassen. Die technisch-betrieblichen Verläufe der Raumüberwindung werden als Transport bezeichnet, zu dessen Durchführung Verkehrswege und Verkehrsmittel eingesetzt werden müssen. Die Verkehrswirtschaft ist der Teil der Volkswirtschaft, der die Verkehrsleistungen erbringt. Dazu zählen die Verkehrsunternehmen (der gewerbliche Verkehr), die nach dem bestimmenden Verkehrsweg zu Verkehrsarten zusammengefasst werden; ferner zählen dazu Unternehmen, Behörden und Private, die Transporte ausschliesslich für eigenen Bedarf durchführen (Werkverkehr, Individualverkehr). Somit wird erkennbar, dass nur ein Teil der während einer Periode erbrachten Verkehrsleistungen auf Verkehrsmärkten angeboten wird. Die Verkehrsleistung ist eine Dienstleistung, deshalb nicht lagerfähig; sie muss zu dem Zeitpunkt produziert werden, zu dem sie für die Produktion (als Vorleistung) oder die Konsumtion beansprucht wird. Die Nachfrage nach Verkehrsleistungen geht auf die räumliche Verteilung von Natur, Wirtschaft und Gesellschaft und das Mobilitätsbedürfnis der Menschen zurück. Die Menge der nachgefragten Verkehrsleistungen wird nur sehr bedingt von dem Preis (—Tarif), darüber hinaus auch vom Einkommen, Vermögen, dem Mobilitätsbedürfnis (Mobilität) und anderen Faktoren bestimmt. Sehr häufig ist die Verkehrsnachfrage abgeleitete Nachfrage (z. B. Kohletransporte, "abgeleitet" und begründet durch die Nachfrage nach Kohle). Zudem unterliegt die Verkehrsnachfrage starken zeitlichen Schwankungen. Das Angebot, das aus der gewerblichen, gewinnorientierten Produktion an Verkehrsleistungen resultiert, ist technisch bedingt durch Elemente der Verkehrswege, der Verkehrsmittel und deren Antriebskraft. Unter den Betriebsanlagen dominiert der Verkehrsweg mit den Stationen (die Verkehrsinfrastruktur). Der Verkehrsweg ist beim Strassen- und Luftverkehr sowie bei der See- und Binnenschiffahrt organisatorisch verselbständigt (und wird vom Staat und/oder den Kommunen bereitgestellt). Dieses Angebot an Verkehrsinfrastrukturleistungen ist sehr kapitalintensiv. Der "mobile Betrieb", der die Fahrzeuge auf den vorgegebenen oder (wie beim —Eisenbahnverkehr) selbst errichteten Wegen einsetzt, folgt in Abhängigkeit von der verwendeten Kraftquelle — unterschiedlichen technischen, betrieblichen und rechtlichen Regeln. Deshalb variieren die Rechtsform der Verkehrsunternehmen, die Betriebsgrössen und -kosten je nach Verkehrsart. Demzufolge ist auch die Zahl dieser Anbieter im "mobilen Bereich" auf den Verkehrsmärkten recht unterschiedlich. Während z.B. im Eisenbahn-, Luft- und Nachrichtenverkehr das Grossunternehmen überwiegt, finden sich bei anderen Verkehrsarten vorwiegend kleine und mittelständische Betriebe. Grossunternehmen betreiben — auch wenn sie keine Monopolstellung besitzen — eine quasi-monopolistische Tarifdifferenzierung, ähnlich wie Verkehrsmonopole (die Seehäfen, die Seekanäle, der städtische Nahverkehr). Sog. "Kollektivmonopole" bestimmen das Angebot und die Preisbildung im Linienverkehr der Seeschiffahrt und des Luftverkehrs. Preiswettbewerb unter Verkehrsanbietern findet sich auf den Märkten der Trampschiffahrt, z. T. auch auf denen der Binnenschiffahrt und des Kraftwagenverkehrs. Qualitätswettbewerb spielt auf allen Verkehrsmärkten eine herausragende Rolle (Verkehrsqualität). Struktur und Entwicklung des Verkehrsaufkommens ergeben sich aus der engen Wechselwirkung mit der Gesamtwirtschaft, hat der Verkehr doch die Funktion der Integration von Wirtschaft und Gesellschaft in räumlicher und zeitlicher Hinsicht. Ebenso findet die Wirtschaftskonjunktur ihren ausgeprägten Niederschlag im Verkehr (insb. von Massengütern), wie auch die Innovationen der Verkehrstechnologie Quelle und Träger langfristiger Industrialisierungs- und Wachstumswellen sind (Eisenbahnzeitalter, Düsenflugzeitalter).             Literatur: Heinze, G. W, Verkehr und Telekommunikation, in: Daten zur Raumplanung, Teil C, Verkehr, 1990. Kaspar, C., Verkehrswirtschaftslehre im Grundriss, St. Galler Beiträge zum Frendenverkehr und zur Verkehrswirtschaft, Bern, Stuttgart 1977. Klatt, S. (Hrsg.), Perspektiven verkehrswissenschaftlicher Forschung, Festschrift für Fritz Voigt, Berlin 1985. van Suntum, U., Verkehrspolitik, München 1986. Voigt, F., Verkehr, Bd. I, Berlin 1973, Bd. II, Berlin 1965.

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