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Telekommunikation

ist jene Form der Kommunikation (Abgabe, Übermittlung und Aufnahme von Nachrichten), bei der die Kommunikationspartner außerhalb der Hör- und Sichtweite Informationen austauschen. Dafür werden technische Übermittlungssysteme benötigt. Hierzu gehören neben Telefon, Fernsehen, Rundfunk usw. auch alle Übertragungsleitungen und Daten-Endgeräte (z.B. Bildschirmgerät, Telefax), die teilweise mittels -EDV gesteuert werden (z.B. SWIFT). Siehe auch - Bildschirmtext, Teletex, Videotext, Bildtelefon.

Innovative Möglichkeiten der Telekommunikation spielen heute eine bedeutende Rolle für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, stellen zugleich aber Herausforderungen dar und fördern die Vernetzung der internationalen Unternehmenstätigkeit.

So hat beispielsweise die elektronische Vernetzung eine wesentliche Rolle bei der Beschaffung (Bescbajjungsmanagement; Global Sourcing) sowie im Absatz von Produkten. Im ersten Fall ermöglicht sie es, in einem konzernweiten Datennetz die tagesaktuellen Bestände, Spezifikationen, Koordinationen, Qualitätsprobleme und Qualitätsstandards von Lieferanten, Lieferengpässe usw. auszutauschen. Den Austausch genormter, aufbereiteter Daten bezeichnet man als Electronic Data Interchange (EDI).

Auch die zunehmende Entstehung von elektronischen Märkten, die quasi eine informationstechnische Verbindung einer Vielzahl von Anbietern und Nachfragern bedeutet, eröffnet hier neue Potenziale.

Im Absatzbereich bietet die Telekommunikation eine Plattform für elektronische Vertriebsformen, wie das Internet-Shopping (Electronic Shopping). Dies hat Konsequenzen für die Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit (»elektronische Globalisierung der Märkte«) und für einzelne Branchen, so den Einzelhandel (vgl. Swoboda, 1998b, S. 3ff.).

Pribilla/Reichwald/Goecke (1996, S. 32ff.) stellen u.a. folgende Funktionen und Anwendungen der Telekommunikation im Marketing und Management heraus:

- Netze und ISDN

- Electronic Mail, Voice Mail, Fax Mail

- Video-Conferencing

- Mobilkommunikation

- Telearbeit

- Mulli-Mdia.

Form der Kommunikation. Im Unterschied zur Face-to-face-Kommunikation, bei der Sender und Empfänger in räumlicher Nähe und unmittelbarem persönlichen Kontakt Informationen austauschen, umschliesst die Telekommunikation alle raumüberwindenden Möglichkeiten der Informationsübertragung zwischen zwei oder mehr Beteiligten. Damit eine Verständigung auch über grössere Entfernungen zustande kommt, bedarf die Telekommunikation bewusst geschaffener technischer Einrichtungen, die eine Übertragung von Daten, Text, Sprache, Bildern oder anderen Signalen erlauben. Deshalb spielen gerade im Bereich der Telekommunikation Kommunikationstechniken eine bedeutende Rolle. Mit Hilfe der beiden Hauptbestandteile (Kommunikationsnetze, Kommunikationsdienste) wird die Voraussetzung für eine Verständigung auch über grössere Entfernungen geschaffen. Die Telekommunikation unterstützende Techniken gibt es bereits seit Menschengedenken (z.B. Trommeln, Rauchzeichen, Kurierdienste). Einen besonderen Aufschwung nahm die Telekommunikation mit der Entwicklung der Transporttechnik die Beförderung von Nachrichten und Kurieren erheblich beschleunigte. Noch stärkere Anstösse gingen von der Nachrichtentechnik während der vergangenen hundert Jahre aus (Telegraph, Telefon, Radio, Fernsehen, Satelliten, Kabelsysteme usw.), durch die Schnelligkeit und Vielfalt der Übertragungsmöglichkeiten in einem nicht vorhersehbarem Ausmass gesteigert wurden. Telekommunikation kann sowohl als Individualkommunikation als auch als Massenkommunikation auftreten. Je nach Charakter der übertragenen Informationen unterscheidet man: ·   Datenkommunikation (z. B. Datentransfer), ·   Textkommunikation (z. B. Briefpost, Telex, Teletex). ·   Sprachkommunikation (z. B. -Telefon), ·   Standbildkommunikation (z. B. Telefax) und ·   Bewegtbildkommunikation (z. B. Bildfernsprechen, Telefon, Videokonferenz, Fernsehen). Neuere technische Entwicklungen erlauben zunehmend eine Integration der genannten Möglichkeiten zur sog. -Mischkommunikation (Integration von Sprache, Text, Stand-und Bewegtbild). Wichtig ist die Unterscheidung zwischen synchroner und asynchroner Telekommunikation. Synchrone Telekommunikation verlangt, dass Sender und Empfänger (Kommunikationsmodell) zum Zwecke der Informationsübertragung gleichzeitig tätig werden (z. B. klassisches Fernsprechen, Live-Fernsehen). Demnach ermöglichen synchrone Formen der Telekommunikation prinzipiell auch einen unmittelbaren Dialog. Asynchrone Varianten der Telekommunikation erfordern nicht die gleichzeitige Kenntnisnahme der Nachricht durch den Empfänger; durch Zwischenlagerung auf Speichermedien wie Papier, Magnetband, -platte, Film lassen sich Nachrichtenempfang und -verarbeitung entkoppeln. Wegen der besonderen Bedeutung, die der Sicherstellung der Telekommunikation für die Volkswirtschaft zukommt, vollziehen sich in vielen Ländern Planung, Betrieb und Weiterentwicklung der Telekommunikationsinfrastruktur zumindest z. T. im Rahmen eines öffentlichen Monopols (Postmonopol, -     -natürliches Monopol). Auf einzelwirtschaftlicher Ebene wird die Verantwortung für die Telekommunikation i. d. R. beim Organisator, Kommunikationsmanager oder -     *Informationsmanagement verankert.  (—Kommunikationsauswirkungen) sind gerade auf wirtschaftlicher Ebene vielfältig. Sie können in einer Substitution klassischer Kommunikationsformen durch Telekommunikation bestehen (z.B. Ersatz von Reisen zu Verhandlungen sowie von physischem Brieftransport durch elektronische Medien), es kann aber auch zu einer Dezentralisierung von Verantwortung oder von wirtschaftlicher Aktivität im Raum (z. B. durch Auslagerung arbeitsteiliger Aufgabenkomplexe auf lokaler, regionaler, nationaler oder weltwirtschaftlicher Ebene) kommen. Durch die kommunikative Vernetzung von Arbeitsplätzen vereinfachen sich viele schematische Teilaufgaben (Ablage, Dokumentenerstellung, Korrekturen etc.), was zu einer prozessorientierten Betrachtung der Gesamtaufgabe und zur Aufgabenintegration führen kann. In Verbindung damit entsteht ein beachtliches Rationalisierungspotential. Ein Rationalisierungseffekt liegt vor, wenn die Kommunikationskosten geringer sind als der durch die Telekommunikation gestiftete Nutzen. Abgesehen von einfachen Substitutionswirkungen ist dieser jedoch häufig nur schwer messbar (z. B. Erhöhung der Transportgeschwindigkeit für Informationen, Steigerung der Flexibilität). Durch Telekommunikation kommt es aber nicht nur zu Aufgabenintegration, Dezentralisierung, Substitution und Rationalisierung, sondern es werden auch neue wirtschaftliche Aktivitäten hervorgerufen. So ist es z. B. möglich, mit Hilfe der Telekommunikation Geschäftspartner bzw. Kunden zu gewinnen, die vorher nicht erreichbar erschienen (Überregionalisierung und Internationalisierung wirtschaftlicher Tätigkeit). Ein wichtiger Aspekt der Funktionsfähigkeit von Telekommunikationssystemen ist die Frage, ob Nachrichten aus einem System (z.B. Briefpost oder local area network) ohne grössere Schwierigkeiten in ein anderes (z.B. Datenfernübertragung, Teletex, —ISDN) übernommen werden können. Damit zusammenhängende Probleme werden unter Kompatibilität diskutiert.                  Literatur: Kommission für den Ausbau des technischen Kommunikationssystems (KtK), Telekommunikationsbericht und 4 Anlagebände, Bonn, Bad Godesberg 1976. Picot, A.IReichwald, R., Bürokommunikation, 3. Aufl., München 1987. Reichwald, R., Kommunikation, in: Vahlens Kompendium der Betriebswirtschaftslehre, Bd. 2, 2. Aufl., München 1990.

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