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Auswahlprozess

Der Auswahlprozeß umfaßt den Vergleich der formulierten Alternativen mit dem Ziel, eine optimale Alternative zu bestimmen. Optimal ist die Alternative mit der größten Zielwirksamkeit. Die Zielwirkungen stellen die bewertungsrelevanten Wirkungen der zu vergleichenden Alternativen dar. Die Problematik des Vergleichs von Alternativen aufgrund ihrer Zielwirkungen liegt darin, daß die Vorziehungswürdigkeit der Alternativen subjektiv unterschiedlich beurteilt wird. Das rührt daher, daß den Zielwirksamkeiten von Subjekten ein unterschiedlicher Nutzen oder Wert zugeordnet wird (Bewertung). Durch Zuordnung bestimmter Wen oder Nutzengrößen zu den Zielwirksamkeiten soll eine eindeutige Rangordnung der zu vergleichenden Alternativen ermöglicht und eine optimale Alternative bestimmt werden. Die optimale Alternative wird letztlich dahingehend geprüft, wie empfindlich sie auf Änderungen der Entscheidungsprämissen reagiert. Dadurch 101 Auswahlverfahren soll festgestellt werden, ob diese Alternative auch bei »ungünstigeren« Entscheidungsprämissen die optimale bleibt. Mit Hilfe von Methoden der Bewertungsstabilisierung kann die Auswirkung auf die Rangordnung der Alternativen erfaßt werden, die sich aus geänderten Annahmen über die Eigenschaften der Alternativen, über die Umweltsituationen sowie über die Restriktionen und Bewertungskriterien ergeben. Die sich nach dieser Überprüfung auch unter dem Gesichtspunkt der Bewertungsstabilität als optimal erweisende Alternative wird implementiert. Der Auswahlprozeß umfaßt somit vier große Aktivitätsbereiche, nämlich die Ermittlung der Bewertungsgrundlagen, der Nutzengrößen, einer eindeutigen Präferenzordnung und einer »bewertungsstabilen« optimalen Alternative.

im Rahmen der deskriptiven Entscheidungstheorie Bezeichnung für den Teil des Entscheidungsprozesses in einer Organisation, der in Überlagerung von Zielbildungs- prozess und Informationsprozess die definitive Entscheidung zur Durchführung bestimmter Massnahmen verkörpert. Für den Auswahlprozess werden im einzelnen folgende drei Merkmale als charakteristisch angesehen: (1) Je nachdem, welche Einzelprobleme den Entscheidungsprozess ausgelöst haben, fällt die endgültige Entscheidung unterschiedlich aus. Im Gegensatz zur präskriptiven Entscheidungstheorie werden also nicht alle nur möglichen Handlungsalternativen überprüft, sondern primär diejenigen, die in enger Verbindung mit dem aufgetretenen Problem und den Ansätzen zu dessen Überwindung stehen (Informationsprozess). (2) Bei der definitiven Entscheidung für bestimmte Massnahmen herrscht innerhalb der Organisation eine grosse Aversion dagegen, Neuland zu betreten, was insb. aus dem damit verbundenen höheren Grad an Unsicherheit über die möglichen Konsequenzen resultiert. Dementsprechend besteht eine Tendenz, sich an tradierten, vermeintlich allgemein bewährten Verhaltensweisen zu orientieren, z.B. bestimmte Finanzierungsregeln einzuhalten oder branchenüblichen Kalkulationsverfahren zu folgen. Eine solche Orientierung am Gewohnten und Üblichen ist zum einen mit einer (zumindest subjektiven) Verminderung der Unsicherheit verbunden; entsprechende Massnahmen sind zum zweiten gegenüber anderen Teilen der Organisation und divergierenden Zielvorstellungen eher durchsetzbar und können zum dritten bei möglichen Fehlschlägen unter Hinweis auf ihre "allgemeine Gültigkeit" leichter gerechtfertigt werden als stark innovative Aktionen. (3)  Schliesslich wird - wiederum im Gegensatz zu den Ansätzen der präskriptiven Entscheidungstheorie - nicht eine im absoluten Sinn optimale Alternative angestrebt, sondern nur eine im Hinblick auf die - evtl. im Zuge des Zielbildungsprozesses bereits reduzierten - Zielvorstellungen befriedigende Alternative gesucht. Mithin gewinnt die Reihenfolge, in der verschiedene Lösungsmöglichkeiten analysiert werden, entscheidende Bedeutung für die letztendlich getroffene Entscheidung.   Literatur: Cyert, R. M.IMarch, M. G., A Behavioral Theory of the Firm, Englewood Cliffs, N. J. 1963. Kirsch, W, Entscheidungsprozesse, Bd. 3, Entscheidungen in Organisationen, Wiesbaden 1971.

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