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Betriebswirtschaftliche Logistik

Logistik, betriebswirtschaftliche

Wortherkunft: Das Wort »Logistik« ist ein Homonym. Einerseits wird es vom griechischen Wort »logos« hergeleitet und dient dann als heute veraltete Bezeichnung für die mathematische Logik. Andererseits wird es im militärischen und technischökonomischen Bereich verwendet und kommt in diesem Fall aus dem Französischen: »Loger« bedeutet einquartieren, unterbringen. Im vorliegenden Zusammenhang ist allein die zuletzt genannte Wortherkunft bedeutsam. Begriff: Zu den logistischen Systemen im militärischen Bereich gehören insbesondere Nachschub, Transport und Unterbringungssysteme. Als militärische Logistik, betriebswirtschaftliche bezeichnet man somit die Lehre von der räum und zeitgerechten Versorgung der Streitkräfte mit allen erforderlichen Ressourcen sowie die Anwendung dieser Lehre. Im Laufe der sechziger Jahre wurde der Begriff innerhalb der amerikanischen Managementwissenschaft auf den zivilen Bereich übertragen und von dort z. T. mit Bedeutungserweiterungen in die deutsche betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis übernommen. Logistik, betriebswirtschaftliche i. w. S. umfaßt danach in Wissenschaft und Praxis die Erforschung und die ökonomische Gestaltung und Steuerung jener Flußsysteme, die der Verknüpfung der produktiven und konsumtiven Basisprozesse einer Wirtschaft dienen. Logistische Systeme sind räum, zeit und ordnungsüberbrückende Systeme, also insbesondere inner und außerbetriebliche Transport und Verkehrssysteme, Lager und Wartesysteme, Sammel, Verteil und Umschlagssysteme sowie die zugehörigen Steuer und Regelungssysteme. Als Fließobjekte dieser Systeme identifizieren wir Personen, Sachgüter und Informationen. Auch die produktiven und konsumtiven Basisprozesse selbst gehören insofern zum logistischen Gesamtsystem als sie Bedarfsquellen für logistische Leistungen darstellen. Der ganzheitliche Ansatz der Logistik, betriebswirtschaftliche (vgl. c) fordert u. a. die Berücksichtigung logistischer Aspekte bereits bei der Gestaltung und Steuerung der Basissysteme. Logistik, betriebswirtschaftliche schließt daher auch Probleme der Standortplanung, der lager, transport und umschlagsgerechten Produktgestaltung und Verpackung, kurz, all jene Basisentscheidungen mit ein, die sich erheblich auf den logistischen Leistungsbedarf und damit auf die logistischen Kosten auswirken. In einer engeren Begriffsfassung werden nur materielle Sachgüter als Fließobjekte der Logistik, betriebswirtschaftliche zugelassen. In dieser engeren Fassung wurde der Begriff bereits in der industriellen und güterverkehrlichen Praxis akzeptiert und auch die logistische Konzeption amerikanischer Autoren beschränkt sich i. d. R. auf Transport, Lagerung und Umschlag materieller Güter sowie auf die zugehörigen Hilfsprozesse und Standortentscheidungen. Nachteilig an der engeren Begriffsabgrenzung ist u. a., daß große Teile der Verkehrsbetriebslehre (Personen und Nachrichtenverkehrsprobleme) dann definitionsgenäß nicht zur Logistik, betriebswirtschaftliche gehören.
c) Logistische Konzepte und Methoden: Verknüpft mit der Neubenennung z. T. traditioneller Problemgebiete der Verkehrsbetriebslehre, der Materialwirtschaft, der physischen Distribution, der Standorttheorie und anderer Bereiche ist die Forderung nach einer übergreifenden Neukonzeption. Als Wichtige Gründe für diese Forderung können genannt werden: die bisherige Zersplitterung und relative Vernachlässigung logistischer Problembereiche in der betrieblichen Praxis, eine analoge Zersplitterung der wissenschaftlichen Lösungskonzeptionen, eine erhebliche Komplexitätszunahme logistischer Probleme im Zuge wachsender wirtschaftlicher Verflechtung, zunehmender Produktvarietät und weltweiter Ressourcen und Produktdistribution, die Entwicklung bedeutender technischer und methodischer Potentiale für innovative logistische Lösungen (Computertechniken, neue Umschlags, Lager und Transporttechniken, Modelle und Verfahren des Operations Research u. a. m.). Grundlage der geforderten und z. T. realisierten Neukonzeption kann nur eine umfassende System und Entscheidungsorientierung der Logistik, betriebswirtschaftliche sein. Beim ganzheidichen Ansatz werden Problemkomplexe der Realität nicht willkürlich entlang institutioneller oder funktionaler Grenzen zerrissen, sondern sorgfältig im Hinblick auf ihren inneren technischen und ökonomischen Verbund analysiert und strukturiert. Relativ häufig wird hierbei die Unterstützung durch quantitative Modelle und Computerrechnungen erforderlich. I. d. R. sind mit ganzheidichen Verbund lösungen erhebliche Kosten und / oder Leistungsverbesserungen zu erzielen. Die fallweise Lösung von Entscheidungsproblemen unter Berücksichtigung der jeweils maßgebenden Wechselwirkungsstrukturen schließt allgemeine, aus didaktischen und wissenschaftlichen Gründen notwendige Stoffgliederungen nicht aus. Neben funktionalen und institutionalen Gliederungen ist hier besonders die Einteilung in folgende hierarchische Teilsysteme wichtig: makrologistische Systeme; logistische Betriebe (Verkehrsbetriebe), » logistische Systeme von NichtVerkehrsbetrieben; innerbetriebliche L., Marketinglogistik. Die Verkehrsbetriebslehre wird durch die b. Logistik, betriebswirtschaftliche nicht ersetzt, sondern in einen umfassenderen logitischen Rahmen integriert.

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