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Kapazität

Leistungsvermögen eines Kapitalgutes (z.B. einer Fertigungsanlage) oder einer wirtschaftlichen oder organisatorischen Einheit je Zeitabschnitt (z.B. Produktionsmenge). Man unterscheidet dabei zwischen Periodenkapazität und Totalkapazität (Leistungsvermögen während der gesamten Lebensdauer z.B. einer Anlage). Das Leistungsvermögen einer Kapazitätseinheit fällt um so höher aus, je grösser die Zahl der Produktionsfaktoren (Kapazitätsquerschnitt) einerseits und die mögliche  Arbeitsintensität der betrachteten Einheit andererseits sind. Kapazitätsbestimmend bzw. kapazitätsbildend sind die Art der Kombination elementarer produktiver Faktoren (z.B. Maschinen, Raum), bestimmte Kapitalarten bzw. die zeitliche Struktur von Einnahmen (z.B. bei Bankbetrieben und Versicherungsunternehmen) und die Organisationsstruktur ( Kapazitätsgrenze). Die Quantifizierung von Kapazitäten hat weitreichende unternehmenspolitische Bedeutung, da der Zwang zur Auslastung automatisierter Kapazitäten immer mehr zunimmt (Existenz hoher Fixkosten).

Unter Kapazität versteht man die mögliche Ausbringung eines Unternehmens oder eines Unternehmensteiles in einem bestimmten Zeitabschnitt.

Kapazität ist die Fähigkeit eines Betriebes, innerhalb eines Zeitabschnitts eine bestimmte Leistung zu erstellen. Die Kapazität hängt ab von der Anzahl und dem Ausbildungsstand der Belegschaftsmitglieder, vom quantitativen und qualitativen Leistungsvermögen (quantitativen Leistungsvermögen und qualitative Kapazität), der maschinellen Anlagen und von der Organisation des Betriebsablaufes. Die Kapazität eines Betriebes bzw. eines Betriebsteiles verursacht fixe Kosten. Je besser die Kapazität ausgenutzt wird, um so niedriger liegen die fixen Kosten je Leistungseinheit. Man unterscheidet zwischen Maximalkapazität und Minimalkapazität, Optimalkapazität, Totalkapazität, Periodenkapazität, ’ Arbeitskräftekapazität und Betriebsmittelkapazität. Die Messung der Kapazität stellt ein Grundproblem der Kostenrechnung dar. Mit Hilfe der Kapazitätsmessung kann ermittelt werden, bis zu welchem Grad die Kapazität ausgenutzt ist; dabei ist die Kapazität der einzelnen Kostenstellen von entscheidender Bedeutung. Die Kapazität der Engpaßkostenstelle ist ausschlaggebend für die Kapazität der anderen Kostenstellen und damit für die Kapazität des Gesamtbetriebes.
Kapazität ist die Fähigkeit eines Betriebs oder eines einzelnen Betriebs-
mittels, innerhalb einer bestimmten Periode Leistungen in bestimmter
Menge und Qualität zu erstellen.

Problem:
Bei praktischer Anwendung des Kapazitätsbegriffs sind Präzisierungen
erforderlich:

(1) Quantitative oder qualitative Kapazität:
Die qualitative Kapazität gibt die maximale Ausprägung einer Bearbei-
tungseigenschaft an, z. B. die Bearbeitungsgenauigkeit. Die quanti-
tative Kapazität ist die Maximalmenge an Leistungseinheiten vorgege-
bener Qualitätsstufe, die in der Periode erzeugt werden kann.

(2) Technische oder wirtschaftliche Kapazität:
Die wirtschaftliche (optimale, ökonomische) Kapazität ist die Kapazi-
tät, bei der die Leistungseinheiten mit minimalen Kosten erstellt wer-
den.
Die technische Kapazität, sie liegt meist über der wirtschaftlichen Ka-
pazität, gibt die höchstmögliche Leistung in der Periode an.

(3) Total- oder Periodenkapazität:
Periodenkapazität ist das Leistungsvermögen während einer einzelnen
Periode.
Totalkapazität ist das Leistungsvermögen während der gesamten Nut-
zungsdauer.

(4) Teil- oder Gesamtkapazität:
Gesamtkapazität ist die Summe der Nutzleistungen, die der Gesamt-
betrieb in der Periode abgeben kann.
Teilkapazität ist die Summe der Nutzleistungen, die ein Betriebsteil
(Bereich, Kostenstelle, Maschine) in der Periode abgeben kann.


Die Betriebsmittel weisen eine quantitative und qualitative Kapazität auf. Kapazität bedeutet im allgemeinen die Leistungsfähigkeit eines Betriebsmittels, Leistungen bestimmter Menge und Güte in einem Zeitabschnitt zu erstellen. Für die quantitative Kapazität eines Betriebsmittels sind die Maximal-, Minimal- und Optimalkapazität von Bedeutung. Die Maximalkapazität gibt die technisch höchstmögliche Ausbringungsmenge an, die ein Betriebsmittel in einem Zeitabschnitt erstellen kann. Die Minimalkapazität gibt die technisch kleinstmögliche Ausbringungsmenge an, die ein Betriebsmittel in einem Zeitabschnitt erstellen muß. Die Optimalkapazität liegt in der Regel zwischen der Minimal- und Maximalkapazität und kennzeichnet die Ausbringungsmenge, bei der das Betriebsmittel den höchsten Wirkungsgrad aufweist und damit am kostengünstigsten arbeitet. Neben der quantitativen Kapazität ist die qualitative Kapazität der Betriebsmittel eine wichtige Einflußgröße für die Eignung der Betriebsmittel für die Produktion. Die qualitative Kapazität bestimmt die Güte, Genauigkeit, Größe der Leistungen.

Der Begriff der Kapazität wird in der Literatur in recht unterschiedlicher Weise expliziert. Grundsätzlich sind zwei Kapazitätsarten zu unterscheiden, nämlich die qualitative und die quantitative Kapazität. Die qualitative Kapazität entspricht der maximalen Ausprägung einer Eigenschaft der zu bearbeitenden Objekte, z. B. der Genauigkeit der Bearbeitung (vgl. Layer, M.: Optimale Kapazitätsausnutzung und Bereitstellung, WürzburgWien 1975). Die quantitative Kapazität ist die maximale Menge an Leistungseinheiten, die mit bestimm ten Eigenschaften erbracht werden können. Sie ist abhängig von der In tensität der Nutzung eines « Investi tionsobjekts. Demnach ist zwischen Normalkapazität und Maximalkapa zität zu unterscheiden. Dem zuerst genannten Begriff liegt eine normale bzw. ökonomisch anzustrebende In tensität zugrund e, während dem letz teren Begriff jene Kapazität zugrund e liegt, die bei maximaler Intensität er reichbar ist. Zusätzlich ist zwischen Periodenkapazität und Totalkapazität zu unterscheiden. Die Periodenkapa zität kann definiert werden als das Leistungspotential eines Investitions objekts während einer Periode (z. B. ein Jahr), während die Totalkapazität das Leistungspotential eines Investi tionsprojekts während seiner gesam ten Nutzungsdauer ist. besteht ein Investitionsobjekt aus mehreren Ag gregaten, so ist die Kapazität durch den zuerst wirksamen Engpaß deter miniert.

In der Gesundheitswirtschaft:

Von lateinisch: capacitas – das Fassungs- oder Leistungsvermögen. Wirtschaftswissenschaftlich die Leistungsfähigkeit, das Nutzungspotenzial bzw. die Produktionsmöglichkeiten einer Volkswirtschaft, eines Wirtschaftszweiges oder eines einzelnen Betriebes in einer bestimmten Zeitperiode. Dabei hängt die Gesamtkapazität von den Teilkapazitäten ab, Kapazitätsengpässe begrenzen die Gesamtkapazität.

Auf dem Krankenhausmarkt gibt es verbreitete Maße für die Nutzung der vorhandenen Kapazitäten. Ein solches Maß ist zum Beispiel in Deutschland die Bettenauslastung, die im Allgemeinen angibt, zu welchem Prozentsatz die Bettenkapazität eines Krankenhauses oder der Krankenhäuser in einem Bundesland bzw. in Deutschland insgesamt in einer Zeitperiode genutzt wurden.

Für die Beschreibung der Kapazität eines Gesundheitssystems werden häufig allgemeine Kennziffern wie die Bettenzahl, die Krankenhaus-Anzahl, die Zahl der berufsausübenden Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Krankenpflegekräfte, aber auch die Zahl der ambulant und stationär behandelten Patienten herangezogen.

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