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komparative Kosten

Theorie (Theorem) der komparativen Kosten. Voraussetzung für einen zwischenstaatlichen Austausch von Waren und Dienstleistungen (Außenhandel) sind Kostenunterschiede (Kosten) bei den außenhandelsrelevanten Produkten. Wenn ein Land eine Ware billiger als ein anderes Land produzieren kann, d. h. ein absoluter Kostenvorteil gegeben ist, liegt es nahe, dass sich dieses Land auf die Produktion dieses Produktes spezialisiert, um es in das andere Land zu exportieren. Im Jahre 1815 fanden der Engländer Robert Torrens und zwei Jahre später sein Landsmann David Ricardo heraus, dass aber auch dann ein Warenaustausch zwischen zwei Ländern ökonomisch sinnvoll ist, wenn ein Land alle Produkte absolut billiger produzieren kann. Denn eine Spezialisierung eines jeden Landes auf das von ihm relativ billiger zu produzierende Produkt und eine Teilnahme am internationalen Handel führt zu einer Verbesserung der Versorgungssituation in jedem der beteiligten Länder. In der weiteren Entwicklung wurde dieses Modell auf viele Länder und viele Güter ausgeweitet und anstelle einer Bewertung in realen Größen eine Bewertung in Geldgrößen vorgenommen. Im Prinzip ändert sich am Ergebnis nichts; ein freier Austausch von Gütern und Leistungen zwischen unterschiedlichen Staaten ist bei wie auch immer gemessenen komparativen Kostenunterschieden ökonomisch sinnvoll, da auf diese Weise durch einen insgesamt effizienteren Einsatz der Produktionsfaktoren Spezialisierungs- und Tauschgewinne und damit letztlich ein höheres Weltsozialprodukt ermöglicht werden.
Allerdings bereitet es Schwierigkeiten, mit Hilfe dieser Theorie den internationalen Handel gleicher Güter zu erklären, d. h. den Tatbestand, dass Deutschland von Japan Autos kauft und gleichzeitig Autos an Japan verkauft.

ist die Bezeichnung für das Verhältnis der Produktionskosten von Gütern, die in verschiedenen Betrieben oder Ländern hergestellt werden. Die Theorie der komparativen Kosten wurde von Robert Torrens (1808) und David Ricardo (1817) entwickelt. Danach soll ein Land sich auf die Produktion jener Güter spezialisieren, die gegenüber anderen Ländern kostengünstiger hergestellt werden können. So entstehen internationaler Handel und internationale Arbeitsteilung, wodurch die Wohlfahrt der beteiligten Länder erhöht wird. Diese Theorie ist bis in die heutige Zeit weiterentwickelt worden. David Ricardo erklärte sie 1817 am Beispiel eines Vertrages zwischen England und Portugal über den Handel mit Tuchen und Wein, wonach England Tuch und Portugal Wein produzieren sollten.

Theorie der komparativen Kosten

Verhältnis der Produktionskosten eines Gutes (ausgedrückt in realen Größen) bei verschiedenen Wirtschaftseinheiten oder Ländern. Während Adam SMITH noch der Meinung war, jedes Land exportiere die Güter, die es billiger als das Ausland erstellen könne, entwickelten Robert TORRENS (1808) und David RICARDO (1817) das Theorem der komparativen Kosten, wonach ein Land selbst dann ein Gut exportiert, wenn seine in Arbeitseinheiten gemessenen Produktionskosten über denen des Auslandes liegen, sein Kostennachteil jedoch unter dem anderer, zu importierender Güter liegt. Produziert z.B. Portugal eine Einheit Tuch mit 90 Arbeitseinheiten und eine Einheit Wein mit 80 Arbeitseinheiten, während England jeweils 100 Einheiten benötigt, so hat Portugal einen komparativen Vorteil bei Wein, England dagegen bei Tuch (80:100 < 90:100). Es empfiehlt sich, dass Portugal die Weinproduktion ausdehnt und einen Teil hiervon nach England exportiert, von wo es Tuch importiert. Da die Opportunitätskosten (opportunity costs) anders als im HECKSCHER-OHLIN-Theorem unabhängig von der Produktionsstruktur konstant bleiben, lohnt sich, wiederum anders als dort, grundsätzlich die vollständige Spezialisierung. Ist jedoch in beiden Ländern die Nachfrage nach Tuch (Wein) deutlich höher als die nach Wein (Tuch), so müßte die vollständige Spezialisierung beider Länder zu einem Überschußangebot an Wein (Tuch) und einer Überschußnachfrage nach Tuch (Wein) führen; folglich wird sich nur England (Portugal) vollständig, Portugal (England) dagegen unvollständig spezialisieren. Entscheidend sind zunächst allein die Angebotsbedingungen, die auf der Produktivität des einzigen relevanten Produktionsfaktors Arbeit beruhen und in den Steigungen der jeweils linearen Transformationskurven zum Ausdruck kommen. Bei gleichen Angebotsbedingungen und somit gleichen Steigungen der Transformationskurven kommt kein Außenhandel zustande; anders als bei mit steigender Produktion eines Gutes zunehmenden oder fallenden Opportunitätskosten (Außenwirtschaftstheorie, - HECKSCHER-OHLIN-Theorem) können Unterschiede in den Nachfragebedingungen allein somit keinen Außenhandel bewirken. Spezialisieren sich beide Länder vollständig, so sind ohne Einbeziehung der Nachfrage (die erst später durch John St. MILL vorgenommen wurde) die Güterpreise nicht bestimmbar, der in Tucheinheiten ausgedrückte Preis des Weines wird allerdings zwischen 8:9 (Kostenverhältnis in Portugal) und 1 liegen (Kostenverhältnis in England). Bei vollständiger Spezialisierung beider Länder wird der Außenhandelsgewinn in einer letztlich durch die Nachfrage bestimmten Relation auf beide Länder verteilt. Spezialisiert sich nur ein Land vollständig, so bestimmen die Opportunitätskosten des sich unvollständig spezialisierenden Landes die Güterpreise; das sich vollständig spezialisierende Land erzielt den gesamten Außenhandelsgewinn (die Folgerung, dass i.d.R. die kleinen Länder somit den ganzen bzw. größten Teil des Handelsgewinns erhielten, ist wirtschaftspolitisch bedenklich, da hierbei grundsätzlich die Preisbildung der vollständigen Konkurrenz unterstellt wird). Stimmen die Arbeitslöhne in beiden Ländern überein, so werden zunächst beide englische Produkte auf dem Weltmarkt teurer als die portugiesischen Güter angeboten, so dass zwar England, nicht jedoch Portugal am Güterimport interessiert wäre. Durch Goldbewegungen (Goldstandard, Quantitätstheorie) von England nach Portugal bzw. eine Abwertung des Pfundes werden die Preise portugiesischer Produkte steigen und die englischer Güter fallen, bis sich für beide Länder der Güterhandel lohnt. Wie im HECKSCHER-OHLIN-Theorem wird auch hier völlige Faktormobilität innerhalb und völlige Faktorimmobilität zwischen den Ländern angenommen. Wird diese Bedingung aufgegeben, wird es statt zum Handel zur (in unserem Beispiel) Abwanderung englischer Arbeiter nach Portugal kommen. Wegen der dort höheren Arbeitsproduktivität bei beiden Gütern würde der Außenwirtschaftsgewinn hier sogar höher als bei Handel sein. Literatur: Rose, K., Sauernheimer, K. (1999). Caves, R.E. (1990). Gandolfo, G. (1986)

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