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Marxismus-Leninismus

ideologische Grundlage der kommunistischen Parteien für die Gestaltung der sozialistischen und kommunistischen Gesellschaftsordnung mit folgenden Bestandteilen: dialektischer und historischer Materialismus, politische Ökonomie und wissenschaftlicher Kommunismus. Er entstand durch die Weiterentwicklung und Anwendung der Lehren von Karl Marx und Friedrich Engels (Marxismus) zunächst durch Wladimir I. Lenin und dann durch Josef W. Stalin. Die "Leninsche Etappe der Entwicklung des Marxismus" weist folgende Spezifika auf: (1)  Modifizierung der Marxschen Formationenlehre durch Einfügung der Zwischenstufen des Imperialismus und des Stamokap mit dem Ziel, die offensichtliche Fehlprognose des Marxismus hinsichtlich der Lebensfähigkeit des Kapitalismus gegen Einwände zu immunisieren. Wie die Diskussion zum Spätkapitalismus zeigt, lässt sich dieses Prinzip der Stufenteilung beliebig fortsetzen. (2)  Schaffung der "Partei neuen Typs" mit der Aufgabe, das "politische Bewusstsein in die Arbeiterklasse hineinzutragen" und den Staat mit Hilfe einer nach dem Prinzip des demokratischen Zentralismus organisierten elitären Kaderpartei von Berufsrevolutionären - als die "geschichtlich gegebene Form" der Diktatur des Proletariats - zu führen und zu kontrollieren. (3)  Schaffung eines umfassenden sowjetischen Staatssozialismus im Gefolge der bolschewistischen Revolution von 1917 mit der Beseitigung des Privateigentums an den Produktionsmitteln und an Grund und Boden, der Verstaatlichung der Industriebetriebe, der Banken und des Aussenhandels; seine pragmatische, von der Sicherung des Überlebens der revolutionären Herrschaft bestimmte Umwandlung zum "Staatskapitalismus" in der Phase der Neuen Ökonomischen Politik (NEP) in eine Form, die nach 1928 die problemlose Rückkehr zum Staatssozialismus durch Stalin erlaubte. (4)  Aufbau einer sowjetischen Grossmachtstellung durch die auf dem 2. Weltkongress der "Komintern" (Kommunistische Internationale) 1920 erweiterte Konzeption der "Partei neuen Typs" zur "Weltpartei neuen Typs", organisatorisch und ideologisch dem sowjetischen Muster angepasst, mit Sitz in Moskau. Nach Lenins Tod (1924) beginnt die "Sta- linsche Etappe der Entwicklung des Marxismus-Leninismus". Stalin setzte die unangefochtene Vormachtstellung der russischen kommunistischen Partei gegenüber allen kommunistischen Parteien in der Welt durch, nachdem es ihm ab 1927 gelungen war, in der UdSSR eine unumschränkte Diktatur zu etablieren, wobei er es verstand, seine eigenen Ideen nach Bedarf als die Lenins auszugeben. Von vielen unbemerkt, hat Stalin auf diese Weise bis 1938 die Parteigeschichte und -ideologie nach seinem Verständnis vom Marxismus-Leninismus umgeschrieben. Dazu gehören auch die Ordnungsbedingungen des sowjetischen Wirtschaftssystems mit dem Programm einer forcierten Industrialisierung und wirtschaftlichen Autarkiepolitik nach seiner These vom "Aufbau des Sozialismus in einem Land". Dieses Ordnungskonzept wurde nach dem Zweiten Weltkrieg auf die zum politischen Einflussbereich der UdSSR zählenden Länder des Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe übertragen und auch von einigen Entwicklungsländern imitiert. Das Scheitern der sozialistischen Ordnungskonzeption führte 1990 in den osteuropäischen Ländern zur Beseitigung der "Diktatur des Proletariats" und zur Einführung parlamentarischer Demokratien. Mit dem Machtverlust der kommunistischen Parteien verlor zugleich die Ideologie des Marxismus-Leninismus ihre systembestimmende Kraft.               Literatur: Kolakowski, L., Die Hauptströmungen des Marxismus, Bd. 1 und 2, 2. Aufl., München 1981.

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