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Materialrechnung

wesentliche Informationsquelle der Materialkontrolle. Gemäss den unterschiedlichen Informationsanliegen gibt es vielfältige Erscheinungsformen und Zwecksetzungen: (1)  Geschäftsbuchhaltung: Die Materialrechnung liefert auf der Basis von Inventuren die Daten über Materialbestände für die Bilanz; ferner ermittelt sie den Materialaufwand für die Gewinn- und Verlustrechnung. Zur differenzierten Erfassung der Materialkosten steht die Klasse 3 des Gemeinschaftskontenrah- mens zur Verfügung. (1)  Betriebsbuchhaltung: Die Kosten- und Leistungsrechnung benötigt die Daten der Materialrechnung zur Ermittlung des Betriebserfolges, die Kalkulationsrechnung bedarf ihrer für die Ermittlung der Stückkosten. Die Verbrauchsrechnung dient der Ermittlung des Mengengerüsts der Materialkosten, bildet somit die Grundlage für die periodische Kostenrechnung und die Stückkostenrechnung. Der Materialverbrauch kann durch Rückrechnung, Befundrechnung (Anfangsbestand + Zugänge ./. Endbestand = Verbrauch) oder Fortschreibung (Skontration) erfasst werden. Die letztgenannte Methode erfasst die einzelnen Verbrauchsmengen detailliert mittels Belegen, die eine genaue Zuordnung zu Kostenträgern bzw. Kostenstellen erlauben. Zur Kostenermittlung müssen Verbrauchsmengen bewertet werden. Als Wertansätze kommen in Frage: •   Anschaffungswerte (z.B. Einstandspreis, Buchbestandspreis), •   Tageswerte (z.B. Preis am Verarbeitungstag, Tag der Wiederbeschaffung usw.), •   Innerbetriebliche Verrechnungspreise. (2)  Materialkontrollrechnung: Wert- und mengenmässige Überwachung der Materialbewegungen und -bestände als Grundlage für die Optimierung der Materialdisposition (Verbrauchssteuerung). In zeitlicher Sicht sind laufende Materialrechnungen und Inventur zu unterscheiden.             

Materialrechnungen dienen der mengen und wertmäßigen Dokumentation der Materialbewegungen und -bestände; sie bilden somit den Kern der Lagerbuchhaltung. Materialrechnungen sollen in erster Linie Dispositions und Kontrollinformationen für die Materialwirtschaft hefern: z. B. für die termingerechte Bestellauslösung, für die Kontrolle des Materialverbrauchs usw. Für diesen Zweck sind Materialrechnungen regelmäßig Mengen-rechnungen; mit Hilfe dieser Daten können verschiedene Kennziffern zur Beurteilung der Lagerpolitik gebildet werden, bspw. Umschlagshäufigkeit der einzelnen Materialarten, durchschnittlicher Lagerbes und , durchschnittliche Lagerdauer. Die Informationen der Materialrechnungen werden aber auch von anderen Bereichen des Rechnungswesens benötigt, wobei wertmäßige Rechnungen dominieren (Geschäftsbuchhaltung; Kalkulation, Planungsrechnung; Betriebsstatistik). Im Hinblick auf die zeitliche Gestaltung können laufende Materialrechnungen und auf einen Stichtag bezogene Materialrechnungen unterschieden werden. Die laufenden Materialrechnungen werden die Materialbewegungen, die Zu- und Abgänge also, erfaßt und belegmäßig nach Datum, Art und Menge dokumentiert. Durch fortlaufende Skontration können die aktuellen Bestände ausgewiesen werden. Die sog. Fortschreibungsmethode erlaubt die Kostenträger bzw. kostenstellenge-rechte Erfassung der Verbrauchsmengen. Dies ist bei der einfacheren Form der Bef und rechnung (Verbrauch = Anfangsbestand + Zugänge. Endbestand) nicht mögüch, bei dieser Methode werden lediglich die Differenzen zwischen den Inventurwerten ermittelt und die Bestandszugänge zugeschrieben. Die Bef und rechnung kommt nur für geringwertige Materialien in Betracht. Handels und steuerrechtliche Vorschriften (§ 39 HGB; EStR Abschnitt 30) sehen für alle Materialien (Vermögensgegenstände) zwingend eine Erfassung der tatsächlichen Bestände durch Bes und saufnahme an einem Stichtag innerhalb eines Geschäftsjahres vor (Inventur). Dabei müssen Bilanzstichtag und Stichug der Bes und saufnahme nicht notwendigerweise identisch sein. Handelsrechtlich zulässig ist es auch, die Stichuge für die Bestandsaufnahme der einzelnen Materialarten über das ganze Geschäftsjahr hinweg zu verteilen (sog. permanente Inventur). Voraussetzung dafür ist allerdings eine lückenlose Erfassung der Materialbewegungen.
Wichtige organisatorische Hilfsmittelder Materialrechnungen sind die Lagerkarte, Lagerkarteikarte, Magazinkarte, Lagerdispositionskarte, Materialausgabe und -rückgabebelege.

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