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Preiselastizität

bringt die relative Veränderung des Absatzes im Verhältnis zur relativen Veränderung des Angebotspreises eines Wirtschaftsgutes zum Ausdruck. Die Grösse (e) sagt damit aus, um wieviel Prozent sich der Absatz (x) verändert, wenn der Preis (p) um ein Prozent angehoben oder gesenkt wird. Es gilt also: Da der Absatz i. d. R. mit steigendem Preis fällt, kann c Werte zwischen — co und 0 annehmen (direkte Preiselastizität, Kreuzpreiselastizität).

Absatzelastizität, Amoroso-RobinsonRelation, Kreuzpreiselastizität.

In der Gesundheitswirtschaft:

Der Begriff Preiselastizität beschreibt die Veränderlichkeit unterschiedlicher ökonomischer Größen bezogen auf Preisänderungen. Vor allem ist damit die Preiselastizität der Nachfrage gemeint, welche angibt, wie sich eine Preisänderung auf die Nachfrage nach der entsprechenden Ware oder Leistung auswirkt. Im Normalfall führt eine Preiserhöhung zu einem Rückgang der Nachfrage.

Die Preiselastizität der Nachfrage ist definiert als relative Mengenänderung dividiert durch relative Preisänderung:


Ist Ne gleich eins, so spricht man von einer einheitselastischen Nachfrage, eine Preisänderung bestimmter Größe bewirkt eine Nachfrageänderung gleicher Größe. Wenn Ne größer eins ist, spricht man von einer elastischen Nachfrage, die Nachfrage ändert sich stärker als der Preis – meist sinkt die Nachfrage in diesem Fall also stärker, als der Preis angehoben wurde. Bei Ne gleich null hat eine Preisänderung keine Auswirkung auf die Nachfrage.

Dass es auch auf dem Gesundheitsmarkt durchaus eine der Preiselastizität der Nachfrage gleiche oder ähnliche Reaktion gibt, obwohl es sich nicht um einen vollkommenen Markt handelt, hat das Beispiel der Einführung der Praxisgebühr in Höhe von zehn Euro beim ersten Besuch des Arztes oder Zahnarztes in einem Quartal durch das GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) Anfang 2004 gezeigt: Im Anschluss an diese Quasi-Preiserhöhung des bis dahin freien Gutes Arztbesuch ist die Inanspruchnahme von Ärzten durch Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland deutlich zurückgegangen (siehe Abb. 1). Der Arztbesuch war bis dahin insofern faktisch ein freies Gut, als dass der Versicherte der GKV außer seinem unabhängig von aktuellen Erkrankungen in jedem Fall zu zahlenden GKV-Beitrag für den einzelnen Besuch bei einem zur Behandlung von GKV-Versicherten berechtigten Arzt keinerlei Zahlungen zu leisten hatte.

Abb. 1: Fallzahlenentwicklung je Praxis vom Quartal I/2000 bis III/2005 über alle Arztgruppen.

Quelle: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland.

Siehe auch: Elastizität

Eine zentrale Frage in der   Preispolitik bei der Preiskalkulation beinhaltet, wie stark sich der Absatz bei einer Preisänderung verändert: Diese Daten, Ax = x2 - x1 mit xi=x(pl) bzw. x2=x(p2) und Ap = p2 - pi, erhält man aus beobachteten Preis-/Mengenkombinationen oder allgemein aus der  Preis-Absatz­Funktion. Häufig ist es jedoch zweckdienlich, Preis- und Absatzveränderungen simultan in einer Kenngrösse zu erfassen. Zudem erscheint es aussagekräftiger zur Beurteilung der Höhe einer Absatz- bzw. Preisände­rung, das Ausgangsniveau der Veränderung von Absatz bzw. Preis zu berücksichtigen, d.h. die relative anstelle der absoluten Veränderung zu betrachten. Beide Anforderungen erfüllt das Konzept der Preis­elastizität der Nachfrage (c), die als relative Mengenänderung im Verhältnis zur relativen Preisände­rung definiert ist: Sind der Preis pi bzw. die Menge x1 das Ausgangsniveau, gilt für die Preiselastizität der Nachfrage: v uieannum ulingt tue rreiselastizität zum Ausdruck, um wieviel „Prozent” sich die Absatzmenge bei einer Preisänderung um einen gewissen „Prozentsatz” verändert. Formal korrekt stellt die obige Bedin­gung die sog. Bogen- oder Streckenelastizität dar. In vielen analytischen Fragestellungen, z.B. margi­nalanalytische Preisbestimmung (Amoroso-Robinson-Relation), interessiert hingegen die Punktelas­tizität. Sie ist dahingehend definiert, dass die Preisänderung marginal klein wird, d.h. Ap = (p2 - pi)   0 geht. Aus dem Differenzenquotienten Ax/Ap wird der Differentialquotient dx/dp. Allgemein stellt der Term dx/dp die Veränderung des Absatzes bei einer marginalen bzw. infinitesimal kleinen Änderung des Preises dar. Dies entspricht graphisch der Steigung der Preis-Absatz-Funktion. Die Punktelastizität lautet folglich dx = dp x und gibt die Preiselastizität für eine bestimmte Preis-/Mengenkombination (p; x) auf der Preis-/Absatzfunktion an. Da aufgrund des Gesetzes der Nachfrage mit einer Preiserhöhung (Preissenkung) eine Absatzverminderung (Absatzerhöhung) einhergeht, sind der Term dx/dp < 0 und damit auch die Preiselastizität der Nachfrage negativ (g< 0). Je „negativer” der Wert für die Preiselastizität ausfällt, desto empfindlicher reagieren die Nachfrager auf den Preis bzw. desto „preissenibler” ist der Markt. Häufig wird dies aber dadurch zum Ausdruck gebracht, dass die Preiselastizität — betragsmässig (1c1) —ansteigt. Siehe auch   Preispolitik (mit Literaturangaben).

Literatur: Diller, H. (2000): Preispolitik, 3. Auflage, Stuttgart. Pechtl, H. (2005): Preispolitik, Stutt­gart.

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