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pretiale Lenkung

Pretiale Lenkung heißt die auf Schmalenbach (1873 - 1955) zurückgehen-
de geldmäßige (vom Preis her erfolgende) Unternehmenssteuerung, die
bei dezentraler Planung den Einsatz der Produktionsfaktoren durch innerbetriebliche Lenkungspreise steuert.

Das von E. Schmalenbach in seinen Grund sätzen entwickelte Konzept der pretiale Lenkung versucht, die gesamtwirtschaftliche Koordination durch Preise auf die Koordination von Entscheidungen in Unternehmen zu übertragen und so eine Alternative zu einer zentralisierten Unternehmensplanung zu bieten. Daneben wird eine Verbesserung der Motivation betrieblicher Entscheidungsträger angestrebt. Instrumente der pretiale Lenkung sind ein System von Verrechnungspreisen und Erfolgsverantwortung dezentraler Entscheidungseinheiten (Profit Center).
Zur Erfüllung der Koordinationsfunktion sind Verrechnungspreise so zu bestimmen, daß dezentrale Entscheidungsträger nur aufgrund relevanter Preise und ihrer Zielfunktion Entscheidungen über die Nutzung gemeinsamer Ressourcen und Marktpotentiale sowie Angebot und Nachfrage innerbetrieblicher Leistungen treffen können, die für das Gesamt Unternehmen optimal sind. Modelle zur Bestimmung von Verrechnungspreisen sind vor allem für innerbetriebliche Leistungsverflechtungen und die gemeinsame Nutzung knapper Ressourcen unter der Zielsetzung der kurzfristigen Maximierung des Gesamtgewinns entwickelt worden. Bei ausreichender Verfügbarkeit der zu bewertenden Faktoren sind die Verrechnungspreise in Höhe der » Marktpreise bzw. der Grenzkosten anzusetzen. Bei gemeinsamer Nutzung knapper Ressourcen (Engpaßsituation) ergeben sich die Verrechnungspreise als Summe aus Grenzkosten und » Opportunitäts-kosten der jeweiligen Faktoren. Bei mehreren Engpässen können die Opportunitätskosten u. U. den End-tableaus linearer Programmierungsmodelle entnommen werden. Das Grund problem der Verrechnungspreismodelle liegt darin, daß nur in wenigen Fällen ein geeigneter Preis bestimmt werden kann, ohne eine zentrale Lösung des Gesamtproblems vorzunehmen, die eine dezentrale Entscheidungsfindung erübrigt. Dies gilt im wesentlichen auch für Dekom-positionsmodelle. Bei linearen Planungsmodellen weisen außerdem die dezentral zu lösenden Entscheidungsmodelle häufig keine eindeutige Lösung auf.
Die Motivationsfunktion steht zum einen in Zusammenhang mit der Koordination: Verrechnungspreise sollen es ermöglichen, jeder Teileinheit ihren Beitrag zum Gesamterfolgder Unternehmung zuzurechnen. An diesen Beitrag gekoppelte Sanktionen(z. B. bezüglich des Gehalts) sollendie Entscheidungseinheiten zu gesamtzielkonformen Entscheidungenanhalten. Bislang existiert jedoch keinModell, das sowohl einen korrektenErfolgsbeitrag als auch einen zur Koordination geeigneten Verrechnungspreis bestimmt. Zum anderen wird dem Ausweis von Bereichserfolgen, verbund en mit zumindestscheinbar größerer Autonomie derEntscheidungseinheiten, auch bei ungenau bestimmten Verrechnungspreisen eine Motivationswirkung zugeschrieben.

(Verrechnungspreise): Zur Koordination der Entscheidungen dezentraler Abteilungen auf das Gewinnziel der Unterneh­mung hin wird neben Plänen auch die Vorgabe von Verrechnungspreisen vorgeschlagen (pre­tiale Lenkung). Heute werden drei Arten der Ver­rechnungspreise unterschieden:
· Inputorientierte (kostenorientierte) Abstim­mung: Diese Form der Koordination sieht eine Bewertung der innerbetrieblichen Leistungen mit den entstandenen Kosten (Voll- bzw. Grenzko­sten) vor. Sie bietet sich an, wenn diese Leistun­gen unterstützende Funktion für andere Lei­stungserstellungen haben.
· Outputorientierte (marktpreisorientierte) Ab­stimmung: Hier wird die leistungerstellende Ab­teilung selbst als Kostenträger betrachtet, für de­ren Dienstleistungen vergleichbare Marktpreise existieren (z.B. Werbeabteilung, interne Revi­sion, Rechenzentrum).
· Knappheitsorientierte (gewinnorientierte) Ab­stimmung: Diese Art der Abstimmung bietet sich dann an, wenn geprüft werden soll, ob unter der Prämisse knapper Mittel die Leistung oder Teile davon überhaupt notwendig sind, ob sie die an­gefallenen Kosten rechtfertigt und/oder ob nicht kostengünstigere externe Leistungen angefor­dert werden können. In Zeiten der Rezession sind gerade zu diesem Problembereich neue Be­wertungsverfahren, wie Gemeinkosten-Wertana­lyse, - Zero Base Budgeting und Administrative
Wertanalyse entwickelt worden.

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