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Rückkopplung

(feedback) Prozess der Rückmeldung einer Zustandsveränderung an den Impulsgeber innerhalb eines Regelkreises. Positive Rückkopplung veranlasst den Impulsgeber, erneut einen gleichgerichteten Impuls in das System einzuspeisen (Verstärkung, Mitkopplung), negative Rückkopplung löst einen entgegengerichteten Impuls aus (Kompensation, Gegenkopplung). In Modellen dynamischer Systeme (system dynamics) kommt Rückkopplungsbeziehungen besondere Bedeutung zu. Modelle mit positiver Rückkopplung dienen zur Abbildung von Wachstums- bzw. Schrumpfungsprozessen, während solche mit negativen Rückkopplungsprozessen die Darstellung von Systemen mit Stabilitäts- bzw. Gleichgewichtstendenzen ermöglichen. Im Bereich der -Kommunikation bedeutet Rückkopplung eine vom Empfänger zurückfliessende Information darüber, ob bzw. inwieweit der Kommunikationsversuch des Senders vom Empfänger verstanden wurde (Kommunikationsmodell).

Feedback

In der Wirtschaftssoziologie: Selbstkorrektur im Regelkreis, d.h. zielgerichtete Selbststeuerung eines technischen, biologischen oder sozialen Systems durch Rückmeldung der Ergebnisse oder Ausgangsgrössen (output) bzw. ihrer Veränderung und Einwirkung auf die Eingangsgrössen (input). Werden durch die Rückkopplung Abweichungen von Sollwerten des Systems korrigiert, dann liegt eine negative oder kompensierende Rückkopplung vor. Werden dagegen Abweichungen durch Rückkopplung verstärkt, spricht man von positiver oder kumulativer Rückkopplung Negative Rückkopplung gilt allgemein als stabilitäts- und systemerhaltend, während positive Rückkopplung zur Veränderung oder Zerstörung des Systems führen kann. Im gesellschaftlichen und ökonomischen Bereich spielt Rückkopplung in spontanen Kommunikationsprozessen sowie in jeglicher kontrollierter Planung und Leitung eine Rolle (z.B. in der Unternehmensforschung, bei der Durchführung von Wirtschaftsplänen u.a.).

(= feedback) befähigt ein System, selbstregulierend zu sein, indem es die Abläufe von Input und Output steuert und miteinander in Beziehung setzt. Das Prinzip wurde in mechanischen Systemen wie der Öllampe, der Windmühle und der Dampfmaschine genutzt, lange bevor man es begrifflich formulierte. Das heute bekannteste Beispiel für die Feedback-Strategie, durch die der Input eines Systems durch seinen Output vermittels eines Rückkoppelungsprozesses gesteuert wird, ist der Thermostat. Weicht die Temperatur von dem vorher eingestellten Wert ab, dann sendet der Thermostat ein Störsignal, um die Kühl- bzw. die Heizanlage zu betätigen. Dieses Regelungssystem wird also erst aktiv, wenn es eine Diskrepanz zwischen dem gibt, was es wahrnimmt (dem sensorischen Signal), und dem, was es wahrnehmen will (dem Referenzwert). Um die Diskrepanz, die aus äußeren Störungen oder funktionellen inneren Schwankungen resultieren, selbsttätig ausgleichen zu können, braucht das System eine beständige Rückmeldung über seinen Endzustand. Damit besteht der diesen Maschinen eingebaute Zweck darin, einen bestimmten Zustand nahe einem vorgegebenen Referenzwert zu halten. Regelprozesse, mit deren Hilfe bestehende Strukturen stabilisiert und erhalten werden können, beruhen auf dem Prinzip der negativen Rückkoppelung oder des negativen feedback. Solche Stabilisierungsmodelle nutzen die Homöostase als Lenkungssystem, indem sie den Input minimieren und so die Aktivität gemäss ihrer Wirkung einrichten. Modelle dieser Art bilden die Funktionsweise mechanischer Systeme ab und sind von der auf Stabilität und Anpassung ausgerichteten Kybernetik entwickelt worden. Mit der Kybernetik zweiter Ordnung, die ganze Netzwerke von Wirkungsbeziehungen in höheren Systemen untersuchte, trat der Mechanismus der positiven Rückkoppelung in den Vordergrund des Interesses. Es zeigte sich, dass komplexere Systeme wie Organismen oder soziale Gebilde nicht nur durch homöostatische Mechanismen festgelegt sind, sondern einen hohen Grad an Wand-lungs- und Entwicklungsfähigkeit besitzen. Sie können darüber hinaus selbständig Ziele anstreben, und zwar unabhängig von den Störungen, die auf dem Weg zu diesen Zielen auf das System einwirken. Solche Systeme erhalten ihre Autonomie durch ein erstaunliches Mass an Wandel, Instabilität, Abweichungen amplifizierender Prozesse, Flexibilität, innovativem Lernen, Evolution und Ko-Evolution (Selbstorganisation). Die positive Rückkoppelung erhöht den Input und bildet globale stabile Strukturen über längere Zeiträume durch eine extreme Offenheit gegenüber dem Austausch von Energie, Materie oder Information mit der Umgebung. Anders als beim negativen feedback wird hier eine Abweichung von einem vorgegebenen Sollwert nicht zurückgeregelt, sondern verursacht immer höhere Abweichungen. Daraus resultiert ein Verhalten, das nichtlinear genannt wird und das man am besten mit einem Davongaloppieren vergleichen kann. Die Bevölkerungsexplosion in der Welt ist ein Beispiel für eine solche autokatalytische Nichtlinearität. Mit dem Konzept der dissipativen Strukturen konnte der belgische Chemiker und Nobelpreisfrager IIyu PRIOOOINE belegen, dass sich Systeme mit positiver Rückkoppelung, also Systeme außerhalb vom Gleichgewichtszustand, keineswegs selbst zerstören müssen (wie das Gesetz der Entropie nahelegt), sondern gerade dann neue Ordnungen hervorbringen können, wenn die Fluktuation in den Systemen einen kritischen Punkt erreicht hat. Das durch Ungleichgewicht und positives Feedback erzeugte Ordnungsprinzip wurde Ordnung durch Fluktuation genannt und scheint gegenwärtig schnell den Status eines neuen - Paradigmas zu erreichen. Der (chemische) Beweis, dass neue und höhere Ordnungsgrade sich in hochgradig gestörten Systemen spontan manifestieren können, zieht offenkundig Folgerungen für die Psychologie, die Soziologie, die Geschichte und die Wirtschaftswissenschaften nach sich. Solche Ausweitungen einer Theorie machen sie für diese Bereiche zu einer Metapher, gegen die nichts einzuwenden ist, solange sorgfältig zwischen wissenschaftlichen Tatsachen und wissenschaftlicher Metapher unterschieden wird. Literatur: von Glasersfeld, E. (1987). Prigogine, I. (1985). Wiener, N. (1966)

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