Empfehlungen
A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z  
  Home Top 10 Fachbereiche News Hilfe & FAQ
 

Vollkostenkalkulation

Vollkostenkalkulation umfaßt die Gesamtheit aller Kalkulationsverfahren (Kalkulation), die im Gegensatz zur Teilkostenkalkulation alle Kosten auf die Kostenträger verrechnen.

Problem:
Die Verrechnung der vollen Kosten auf die Kostenträger bleibt stets willkürlich (Gemeinkostenschlüsselung), so daß die Vollkostenkalkulation zu betrieblichen Fehlentscheidungen führen kann.

Die wichtigste Form der Vollkostenkalkulation ist die Zuschlagskalkulation.

eine Kalkulationsform, bei der sämtliche Kosten (Vollkosten) auf die Kostenträger überwälzt werden. Sie kann unabhängig von der Kalkulationsart (Ist-, Normal-, Plankalkulation) angewendet werden. Vollkostenkalkulationen sind jedoch für viele Kalkulationsaufgaben (Kalkulation) unbrauchbar und verstoßen gegen das Kostenverursachungsprinzip. In modernen Betrieben wird deshalb heute die Teilkostenkalkulation verwendet.

Die Vollkostenkalkulation hat folgende Nachteile:

1. Die verursachungsgerechte Zurechnung der Gemeinkosten auf die Produkte ist nicht möglich, exakte Vollkosten lassen sich also gar nicht bestimmen.

2. Wegen des Prinzips der Vollkostendeckung ist der preispolitische Spielraum gering. Er umfaßt nur die Gewinnspanne, nicht jedoch die fixen Kosten. Eine Anpassung an Marktschwankungen wird somit stark erschwert.

3. Die Ergebnisse der Vollkostenkalkulation sind, besonders bei hohem Fixkostenanteil, stark von Beschäftigungsschwankungen abhängig. Bei sinkendem Beschäftigungsgrad erhöhen sich wegen der Unveränderlichkeit der Fixkosten die Stückkosten, bei steigendem Beschäftigungsgrad sinken sie. Eine sinnvolle Ermittlung der Preisuntergrenze ist somit nicht möglich.

4. Wichtige dispositive Funktionen wie marktgerechte Preispolitik, Verkaufssteuerung, kurzfristige Erfolgsrechnung, Planung optimaler Verkaufs- und Fertigungsprogramme u.ä., können von der Vollkostenkalkulation nicht erfüllt werden bzw. führen zu falschen Ergebnissen.

Aus folgenden Gründen kann allerdings neben einer Teilkostenrechnung auch eine Vollkostenrechnung notwendig sein:

1. Bei öffentlichen Aufträgen, die nach den Grundsätzen der LSP zu Vollkosten kalkuliert werden müssen,

2. zur Bewertung von Halb- und Fertigfabrikaten in der Steuerbilanz.

Vorhergehender Fachbegriff: Vollkostendeckungspunkt | Nächster Fachbegriff: Vollkostenpreis



  Diesen Artikel der Redaktion als fehlerhaft melden & zur Bearbeitung vormerken




   
 
 

   Weitere Begriffe : Supply Chain | Objektive Kosten | Berliner Verfahren

   Praxisnahe Definitionen

Nutzen Sie die jeweilige Begriffserklärung bei Ihrer täglichen Arbeit. Jede Definition ist wesentlich umfangreicher angelegt als in einem gewöhnlichen Glossar.

  Marketing

  Definition

  Konditionenpolitik

   Fachbegriffe der Volkswirtschaft

Die Volkswirtschaftslehre stellt einen Grossteil der Fachtermini vor, die Sie in diesem Lexikon finden werden. Viele Begriffe aus der Finanzwelt stehen im Schnittbereich von Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre.

  Investitionsrechnungen

  Marktversagen

  Umsatzsteuer

   Beliebte Artikel

Bestimmte Erklärungen und Begriffsdefinitionen erfreuen sich bei unseren Lesern ganz besonderer Beliebtheit. Diese werden mehrmals pro Jahr aktualisiert.

  Cash Flow

  Bausparen

  Fremdwährungskonto


     © 2017 Wirtschaftslexikon24.com       All rights reserved.      Home  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum  |  Rechtliche Hinweise
Aktuelles Wirtschaftslexikon