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Wirtschaftspädagogik

Teildisziplin der Erziehungswissenschaft, welche sich mit der Erziehung und Bildung des Menschen in den gesellschaftlichen Handlungs- und Bedingungsfeldern von Wirtschaft, Arbeit und Beruf beschäftigt. Neben weiteren Einzelbezeichnungen, wie Berufspädagogik, Betriebspädagogik, Industrie- sowie Arbeitspädagogik, sind Mehrfachbezeichnungen, gebräuchlich, z. B. Arbeits-, Berufs- und Wirtschaftspädagogik. Vorherrschend ist die Doppelbezeichnung Berufs- und Wirtschaftspädagogik. Die verschiedenartigen Benennungen bringen differenzierte Interessensschwerpunkte zum Ausdruck und haben unterschiedliche historische Wurzeln. Die pädagogische Leitidee wird in der Erziehungsgeschichte der Menschheit mit so unterschiedlichen Formeln beschrieben wie Per- sönlichkeitsentfaltung,         Selbstbestimmung, Mündigkeit oder Emanzipation. Gemeint ist letztlich immer die im Hinblick auf die jeweilige subjektive Individual- und Soziallage höchstmögliche Entfaltung der Anlagen und Begabungen (Dispositionen) eines Menschen, um ihn zur Bewältigung seiner vielfältigen Lebenssituationen zu befähigen (Denk- und Handlungskompetenzen). Das zugrundegelegte Menschen- und Gesellschaftsbild bestimmt die Bildungsziele und -inhalte im einzelnen. Unter der Perspektive von Aspektforschung richten sich die berufspädagogische Fragestellung auf Kompetenzentfaltung für berufliches Denken und Handeln, die wirtschaftspädagogische Fragestellung auf die Vermittlung von Denk- und Handlungskompetenz für schwerpunktmässig ökonomische Situationen. Unter der Perspektive von Problemforschung geht es darum, Antworten auf berufs- und wirtschaftspädagogische Fragestellungen im Sinne einer interdisziplinären Forschung (z. B. Berufsbildungsforschung) zu gewinnen, d. h. unter Einbezug von Erkenntnissen der Berufs- und Wirtschaftspsychologie, -soziologie, -politologie, usw., vor allem, aber der Arbeitswissenschaft, Sozialisationsforschung, Qualifikationsforschung, Lehr-und Lernforschung. Die didaktische Fragestellung richtet sich auf die lehr- und lernmässige Vermittlung wirtschaftserzieherischer                   Intentionen (Wirtschaftsdidaktik). Zwei Zielsetzungen und entsprechende Grundformen der Wirtschaftsbildung sind bedeutsam: Allgemeine Wirtschaftsbildung mit der Grundfrage: Wie lässt sich Wirtschaftsaufklärung für alle Staatsbürger bewerkstelligen? Oder rollentheoretisch gewendet: Wie kann jeder Mensch für seine Rollen als Konsument (Verbrauchererziehung), Sparer, Steuerzahler, Haushaltsvorstand, für die Rolle des die Wirtschaftspolitik beurteilenden Wählers, für die Rolle des seine Arbeitskraft verkaufenden Arbeitnehmers, für die Rolle eines Adressaten der Freizeitindustrie usw. pädagogisch qualifiziert werden? Berufliche Wirtschaftsbildung mit der Grundfrage: Wie lassen sich die für die individuelle Berufsausübung erforderlichen spezifischen Wirtschaftsinhalte eines Einzelberufs vermitteln? Die meisten Bildungspläne im Rahmen von Ausbildungsgängen für die Gesundheits-, Rechts-, Sozialberufe, für die technischen Berufe und innerhalb der Wirtschaftsberufe für die kaufmännischen, gewerblichen, handwerklichen, landwirtschaftlichen, hauswirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen usw. Berufe enthalten eine berufsspezifische (Betriebs-) Wirtschaftslehre unter den verschiedensten Bezeichnungen, wie ärztliche Betriebslehre, kaufmännische Betriebskunde usw. Hochschulinstitutionelle Keimzelle der heutigen Wirtschaftspädagogik sind die Handelslehrerstudiengänge, welche an den ab 1898 im deutschsprachigen Raum sich entwickelnden Handelshochschulen eingerichtet wurden. Berufs- und Wirtschaftspädagogik mit dem Schwerpunkt einer Didaktik der kaufmännischen Berufsbildung ist das Charakteristikum der das heutige Studium des Diplom-Handelslehrers bzw. SekundarstufeII-Lehrers betreuenden Wirtschaftspädagogiklehrstühle, die überwiegend an den sozial-und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten bzw. Fachbereichen angesiedelt sind. Lehrerdidaktische Bezugswissenschaften im Hinblick auf schulische Unterrichtsfächer sind in erster Linie die Wirtschaftswissenschaften. Als wissenschaftspolitische Vertretung fungiert die Kommission Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft.          Literatur: Pleiss, U., Wirtschaftspädagogik — Bildungsforschung — Arbeitslehre, Heidelberg 1982. Stratmann, K., Berufs- und Wirtschaftspädagogik, in: Ellwein, Th .1Groothoff, H.-H./Rauschen-berger, H. (Hrsg.), Erziehungswissenschaftliches Handbuch, Bd. V, Teil 2, Königstein/Ts. 1979, S. 285 ff.

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