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Bauern-Vereinigungen

Nach der Gründung erster Landwirtschaftskammern, die amtlich und finanziell eng an die Regierung gebunden waren, kam es in der Mitte des 19. Jh. auch zu freien berufspolitischen Vereinigungen (Gründung erster westfälischer Bauernvereine durch Freiherr von Schorlemer-Alst). Sie verfolgten als eines ihrer Hauptziele die Information und Weiterbildung der Landwirte, wie es sich heute noch in den Aktivitäten der 1885 gegründeten Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) widerspiegelt. Auf die Zwangseingliederung der freien Bauernvereinigungen in den Reichsnährstand 1933 folgte im Oktober 1946 ein Zusammenschluss der 1945 neugegründeten Bauernverbände der drei Westzonen, aus der im Jahre 1948 der Deutsche Bauernverband e.V (DBV) mit Sitz in Bonn hervorging. Die Einzelmitglieder rekrutieren sich in einigen Landesverbänden aus den Inhabern landwirtschaftlicher Betriebe (Betriebsprinzip), in anderen auch aus sonstigen der Landwirtschaft verbundenen Personen (Landvolkprinzip). Der DBV ist selbst als sog. Spitzenverband seit 1949 Mitglied im Zentralausschuss der Deutschen Landwirtschaft, dem ausserdem noch die DLG, die Landwirtschaftskammern und die landwirtschaftlichen Genossenschaften angehören. Weiterhin ist der DBV Mitglied des Europäischen Bauernverbandes. Innerhalb des Zentralausschusses obliegt den Bauernverbänden die wirtschaftspolitische Vertretung der Landwirtschaft. Die Landwirtschaft kann als schrumpfender Sektor ihre einkommenspolitischen Ziele praktisch nur durch organisierte Interessenvertretung im politischen Raum erreichen. Um so wichtiger ist es, dass der DBV die bereits von seinem ersten Präsidenten A. Fiermes angestrebte agrarpolitische Einmütigkeit des Berufsstandes weitgehend erreicht hat. Einige kleine Organisationen des alternativen Landbaus bzw. oppositionelle kleinbäuerliche Gruppen dringen kaum in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Bereits vor der EG-Agrarpolitik hat es der DBV verstanden, seine Mitglieder für eine Agrarpreisstützungspolitik als Einkommenspolitik zu solidarisieren, obwohl der Einkommenseffekt von der sehr unterschiedlichen Produktionsmenge eines Betriebes abhängt. Die Konsumenten können kaum ein organisiertes Gegengewicht zum politischen Einfluss des DBV bilden. Der Einfluss des DBV in der Agrarpolitik erfolgt formal über einige Vertreter im Bundestag ("Grüne Front"), ist aber sonst wesentlich informeller Natur. So sind als wichtigste Zielgruppe Beamte des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten oft auf Informationen und Beurteilungen der DBV-Mitarbeiter angewiesen, da diese die Situation "draussen" meistens besser kennen. Darüber hinaus z.B. stammen seit EWG-Gründung alle Landwirtschaftsminister aus der Landwirtschaft bzw. sind Mitglieder des DBV gewesen.                                                                   Literatur: Abel, W., Agrarpolitik, Göttingen 1967 Burkhardt-Reich, B./Schumann, W., Agrarverbände in der EG, Kehl/Rhein, Strassburg 1983.  

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