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Befragung, computergestützte

Der Einsatz der modernen Informationsund Kommumkationstechnologien (Informationstechnologie) erweitert das Spektrum der Befragungsmethoden um

- computergestützte Verfahren und

- computerisierte Verfahren

Computergestützte Befragungssysteme sind dadurch charakterisiert, dass in den Prozess der Informationsgewinnung Interviewer eingeschaltet sind. Aufgabe der Interviewer ist es, Fragen an die Testpersonen zu stellen, die in Form eines Fragebogens vorliegen oder von einem Bildschirm (-terminal) abgelesen werden. Die Antworten werden durch die Testpersonen oder die Interviewer eingegeben, auf Datenträgern erfasst (Offline-Version) oder direkt in einen Rechner eingegeben (Online-Version). Computergestützte Befragungen können in unterschiedlicher Form - sowohl als Laborerhebung als auch in Form einer Felderhebung - durchgeführt werden. Zu unterscheiden sind folgende Befragungssysteme:

- computergestützte Massenbefragung im Labor

- computergestützte Telefoninterviews

- computergestützte Feldbefragungen.

Computergestützte Laborbefragungen sind dadurch gekennzeichnet, dass ein Interviewer Fragen gleichzeitig an mehrere Testpersonen stellt. Die Probanden geben die Antworten ein, die an ein Computersystem angeschlossen sind. Bei computergestützten Telefoninterviews (Computer Assisted Telephone Interviewing, CATI) liest der Telefoninterviewer die Fragen von einem Bildschirmterminal ab. Die Kommunikation mit den Probanden erfolgt in üblicher Form. Die Antworten der telefonisch Interviewten werden vom Interviewer direkt über eine Tastatur eingegeben.

Eine »Feldvariante« dieser Befragungstechnik bietet der Einsatz mobiler Datenerfassungsgeräte bzw. Laptops, so auch für spezielle Marktforschungsmethoden wie die Conjoint-Analyse (Conjoint Measure-ment). Die Interviewer oder die Befragten können die Antworten über eine nummerische Tastatur (zur Beantwortung geschlossener Fragen) oder eine alphanummerische Tastatur (zur Beantwortung geschlossener und offener Fragen) eingeben; am Abend bspw. können die Antworten in den zentralen Rechner übertragen und dort ausgewertet werden.

In computerisierten Befragungssystemen erfolgt die Informationsgewinnung in Form einer Mensch-Maschine-Kommunikation zwischen den Testpersonen und dem Rechner; ein Interviewer ist dabei nicht zwischengeschaltet. Eine Zwischenstellung nehmen Systeme ein, bei denen neben dem Befragten ein Interviewer sitzt, der bei komplizierten Fragen oder Fragentypen erklärend eingreifen kann oder den Fragentext unterstützend vorliest (vgl. Glagow, 1984, S. 44ff.).

Aus technologischer Sicht kann zwischen Computerbefragungen (Interview-Computer) und Internet-Befragungen unterschieden werden.

Computerbefragungen basieren auf einer konventionellen EDV-technischen Infrastruktur. Eingesetzt werden Terminals, die an einen Großrechner angeschlossen sind oder Personalcomputer, die Daten erheben. Der Einsatz von Interview-Computern ist i.d.R. auf den stationären Bereich, z.Befragung, computergestützte in Studios, beschränkt.

Möglichkeiten zur Online-Feldforschung, die in privaten Haushalten durchgeführt wird, eröffnen auch das Zwei-Wege-Kabelfernsehen und das Internet. So bot das in den USA bereits Ende der 70er Jahre eingesetzte Interaktionssystem QUBE (Kabelfernsehen mit Rückkanaltechnik) der Warner Communications eine Kommunikation mit der Sendezentrale. Das in Haushalten eingesetzte Tastenwahlgerät enthielt u.a. fünf Antworttasten, die als Antwortalternativen im Rahmen geschlossener Fragen definiert werden konnten. Deutlich erweitere Optionen eröffnet hier das Internet. Computergestützte und computerisierte Befragungssysteme bieten ökonomische und methodische Vorteile. Dies gilt bspw. in Bezug auf die direkte Antworterfassung, die Möglichkeit der gleichzeitigen individualisierten Mehrpersonenbefragung, die unmittelbare Fehlerkontrolle, die Randomisie-rung der Fragen- und Antwortreihenfolge, die Erfassung von Spontanreaktionen.

Darüber hinaus werden in computerisierten Befragungen Interviewereffekte ausgeschaltet (vgl. Glagow, 1984, S. 49). Empirische Validierungsüberprüfungen deuten darauf hin, dass dieser Vorteil nicht durch Mensch-Maschine-Interaktionseffekte (Computerbias) kompensiert wird (vgl. Kroeber-Riel/Neibecker, 1983, S. 202ff.).

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