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Bring-Prinzip, Bring-System

Beim Bring-Prinzip efolgt eine Bereitstellung des Materials am Verbrauchsort. Die Materialbereitstellung endet dabei erst mit der Durchführung des innerbetrieblichen Materialtransportes.

Gegensatz: Hol-Prinzip, Hol-System

(Push-Prinzip) Beim Bring-Prinzip wird der Materialfluss zwischen zwei aufeinander folgenden Arbeitsstationen von der vorgelagerten Arbeitsstation aus gesteuert. Sobald ein Los auf der vorgelagerten Arbeitsstation fertiggestellt worden ist, wird es an die nachgelagerte Arbeitsstation weitergegeben. Neben der Weitergabe kompletter Lose ist auch die Weitergabe einzelner Teile eines Loses denkbar. Der erste Fall wird als geschlossene Produktion, der zweite Fall als offene Produktion bezeichnet. Das Bring- Prinzip stellt das herkömmliche System zur Steuerung des Materialflusses zwischen zwei Arbeitsstationen dar.

Aufgrund der damit verbundenen tendenziell hohen Materialbestände und -durchlaufzeiten ist eine zunehmende Umstellung auf das Hol-Prinzip (Pull-Prinzip) zu beobachten. Konventionelle Methode des Marketings: Werbebotschaften und Produktinformationen werden aktiv zum Kunden gebracht. Aufgrund des Bringprinzips werden die Adressaten von Werbematerial überflutet. Ihnen fehlt die Zeit und die Bereitschaft, aus der Menge ihre Auswahl zu treffen. Außerdem erhalten sie das Material in der Regel nicht zum Zeitpunkt des konkreten Bedarfs. Es werden alle vom Kunden benötigten Informationen bereitgestellt und alle Voraussetzungen dafür geschaffen, dass er diese jederzeit abrufen kann. Möglichkeiten hierzu bieten das Internet, außerdem das Inbound-Call Center und der Faxabruf.

Besonders im Geschäftskundenbereich, breitet sich dieses Selbstlenkungsmarketing nach dem Hol-Prinzip aus. So werden in verschiedenen Einkaufsabteilungen generell keine Verkäufer mehr vorgelassen. Sie werden erst gerufen, wenn anhand des eingeholten Materials bereits schon bestimmte Vorentscheidungen getroffen wurden und Details besprochen werden müssen. Auch im Privatkundengeschäft zeigt sich in verschiedenen Kundengruppen dieser Trend. Während Konsumenten früher Prospekte und Kataloge sammelten um bspw. für einen irgendwann vorgesehenen Hausbau über Informationsmaterial zu verfügen, warten sie heute ab, bis solch ein Projekt in ein konkretes Stadium getreten ist. Ab diesem Zeitpunkt nützen sie ebenfalls das Internet, um die passenden Bezugsquellen ausfindig zu machen und die Preise zu vergleichen. Anbieter reagieren auf diese Veränderungen, indem sie den Kunden den interaktiven Dialog ermöglichen. Eine erste Stufe ist hier die Einrichtung eines so genannten Kundentelefons. Dies bedeutet, dass anrufende Kaufinteressenten ohne Umwege an einen kompetenten Gesprächspartner gelangen.

Solch ein Kundentelefon sollte vor allem dann erreichbar sein, wenn der Kunde erfahrungsgemäß solche Anrufe tätigt. Unternehmen, die nicht über die personellen Voraussetzungen verfügen, machen ihren Anrufbeantworter zur »Hotline«, wobei sie dem Kunden den Rückruf an einem, ihm genehmen Zeitpunkt anbieten. Eine Mischung aus Bring- und Hol-Prinzip sind Branchenfernsprechbücher und Serviceseiten von Tageszeitungen und Gemeindeblättern. Hier werden dem Kunden Bezugsquellenadressen zur Verfügung gestellt, aus denen er bei Bedarf die für ihn passenden Unternehmen auswählt und anspricht. Die geschickteste Kombination von Bring- und Hol-Prinzip sind E-Mail-Newsletter, die der Kunde nach Belieben bestellen und abbestellen kann. Er lässt seine Mailadresse registrieren, wenn er aktuellen Informationsbedarf hat. Doch die Inhalte der Informationen konzentrieren sich nicht nur auf seinen konkreten Bedarf, sondern auch auf verwandte Produktbereiche. Ähnliche Strategien verfolgen auch Internetseiten, die sich erst aufrufen lassen, wenn der Kunde bestimmte Personen-und Bedürfnisdaten eingegeben hat. Die Folge ist, dass er auch in weiterer Zukunft spezifische Produktinformationen und Werbebotschaften erhält.

Bei diesem System besteht seitens des Vormateriallagers die Pflicht, für Fertigung und Montage benötigte Materialien zu kommissionieren und auf bestimmten Plätzen bereitzustellen.

In der Umweltwirtschaft:

Holsystem

(Push-Prinzip), Materialflussprinzip, bei dem die Steuerung zweier aufeinander folgender Arbeitsstati­onen durch die vorgelagerte Station gesteuert wird. Gegenteil:  Holprinzip.

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