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Forschungsökonomie

Forschungsökonomie die an Kriterien der Wirtschaftlichkeit orientierte Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Der Begriff bezieht sich dabei sowohl auf die privatwirtschaftlich betriebene Forschung und Entwicklung als auch auf dieselben Aktivitäten in öffentlich- rechtlich organisierten Institutionen (Grossforschungseinrichtungen, Universitäten, Staatsinstitute).

die wirtschaftswissenschaftliche Betrachtung von Forschung und Entwicklung, insb. Voraussetzungen, Durchführung und Effizienz dieser Arbeiten. Das schliesst die Klärung der Rolle des Staates in Forschung und Entwicklung ein. Diese ist systembezogen und aufgabenabhängig (Forschungsförderung).



beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen Aspekten der Forschung. Ziel der Forschung ist es, neue Erkenntnisse zu gewinnen. Es gibt wissenschaftliche und technologische Erkenntnisse, sie sind jedoch oftmals nicht voreinander zu trennen. Als Technologie bezeichnet man den Stand des technischen Wissens. Der - technische Fortschritt ist die Weiterentwicklung der Technologie, etwa in Form neuer Produktionsmethoden, Erstellung neuer Produkte oder neuer Organisationstechniken. Man unterscheidet zwischen Grundlagenforschung, angewandter Forschung und Entwicklung: Grundlagenforschung dient der Erweiterung der wissenschaftlichen Erkenntnisse, ohne auf eine spezifische praktische Anwendung gerichtet zu sein; die Ergebnisse sind Entdeckungen. Die angewandte Forschung ist dagegen an der praktischen Anwendbarkeit ihrer Ergebnisse orientiert; diese Ergebnisse sind Erfindungen. Die technische Entwicklung hat zum Inhalt die zweckgerichtete Auswertung und Anwendung von Forschungsergebnissen; diese Ergebnisse sind anwendungsreife Prototypen und Verfahren. Die Beweggründe zu Forschung und Entwicklung können ökonomischer und nicht ökonomischer Natur sein. Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit von Unternehmen gilt grundsätzlich als gewinnorientiert, wohingegen bei der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit von Einzelforschern und Erfindern andere Motive eine Rolle spielen können (z.B. Forschungsdrang, humanitäre Überlegungen). Die Bedeutung des unabhängigen Forschers und Erfinders als Träger von Forschungs- und Entwicklungstätigkeit ist stark zurückgegangen. Der Hauptteil der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit wird von spezialisierten Wissenschaftlern in den großen Laboratorien der Industrie durchgeführt. Untersuchungen haben ergeben, dass wegen der Kompliziertheit und der Kostspieligkeit der Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen Erfindungen v.a. in Unternehmen gemacht werden. Im Jahre 1900 wurden 80% aller Patente in den USA von Einzelerfindern angemeldet, 1957 noch 40%. In Deutschland beträgt der Anteil derzeit rd. 20%. Die Bedeutung von Einzelerfindern beschränkt sich insbes. auf die Forschungs- und Erfindungstätigkeit, da Entwicklungstätigkeit i.d.R. sehr hohe Aufwendungen erfordert. Die Entscheidungen zu Forschungs- und Entwicklungstätigkeit müssen i.allg. unter Unsicherheit getroffen werden. Der Grad der Unsicherheit ergibt sich aus der Größe des gesuchten Fortschritts und dem Niveau des Wissens auf dem entsprechenden Gebiet. Es hängt von der Risikofreudigkeit des Unternehmens ab, ob solche unsicheren Forschungsprojekte in Angriff genommen werden. Die Unsicherheit fließt in die Rentabilitätsüberlegungen ein, welche letztlich entscheidend dafür sind, ob Forschungs- und Entwicklungstätigkeit aufgenommen und durchgeführt wird. Diese Rentabilitätserwartungen hängen von verschiedenen Faktoren ab: · Erlöserwartungen; · voraussichtliche Forschungs- und Entwicklungskosten; · Unternehmensgrößenstruktur des jeweiligen Industriezweigs (Untersuchungen haben ergeben, dass Forschungs- und Entwicklungsausgaben i.allg. nicht produktiver sind, wenn sie von dem jeweils größten Unternehmen des Industriezweigs gemacht werden; andererseits ist es offensichtlich, dass wirksame Forschungs- und Entwicklungsausgaben erst ab einer gewissen Unternehmensgröße getragen werden können); · staatliche Aktivität (z.B. Forschungsaufträge) und Gesetzgebung (z.B. Steuergesetz, Patentgesetz). Schwierigkeiten bei der Abschätzung von Kosten und Erlöserwartungen aus einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt ergeben sich aus dem komplizierten Aufbau des Forschungs- und Entwicklungsprozesses. In den meisten Fällen ist die Projektauswahl ein sequentieller Entscheidungsprozeß. Solange entscheidende Informationslücken bestehen, muss man sich auf dem Forschungs- und Entwicklungspfad vorwärts tasten, ohne die Grenzkosten der Wissensbeschaffung mit dem Grenzertrag des neuen Wissens vergleichen zu können. Der Staat nimmt in unterschiedlicher Weise Einfluss auf die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit. Auf der einen Seite ergreift er politische Maßnahmen zur Förderung, auf der anderen Seite betreibt er auch selbst Forschungsorganisationen und finanziert Forschungsvorhaben auch außerhalb dieser öffentlichen Institutionen: 1997 betrugen in Deutschland die öffentlichen Forschungs- und Entwicklungsausgaben 41 Mrd. US-$, davon wurden 61,6% durch den Unternehmenssektor finanziert (Quelle: OECD). Das Ergebnis erfolgreicher Forschungsund Entwicklungstätigkeit ist neues Wissen und daraus resultierend technischer Fortschritt. Eine exakte Zuordnung von Forschung und Entwicklung und technischem Fortschritt scheitert daran, dass technischer Forschritt nicht meßbar und schwer schätzbar ist. Die Schätzung erfolgt indirekt mit Hilfe einer makroökonomischen Produktionsfunktion in der Weise, dass die durch die Faktoren Arbeit und Kapital nicht erklärte Restgröße des Wachstums dem technischen Fortschritt zugeordnet wird. Ein anderes direktes Mass für das Ergebnis von Forschungsund Entwicklungstätigkeit ist die Zahl der patentierten Erfindungen als Indikator des technischen Fortschritts. Trotz einiger Unschärfen, z.B. weil es auch Erfindungen als Forschungs- und Entwicklungsergebnisse gibt, die nicht patentierbar sind, und die Qualitäten patentierter Erfindungen sehr unterschiedlich sind, haben sich Patentdaten als brauchbare Indikatoren erwiesen. Literatur: Greif, S. (1993). SV-Wissenschaftsstatistik (1991). Greif, S., Potkowik, G. (1990). Kern, W., Schröder, H. (1977). Haslinger, F. u.a. (1973). Naumann, J. (1970)

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