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Gleichgewichtszins

I.   der Zins, der bei gegebenen übrigen Bestimmungsfaktoren dafür sorgt, dass sich Angebot und Nachfrage auf dem Kapital- bzw. Wertpapiermarkt ausgleichen. 2.  der Zins, der bei gegebenen übrigen Bestimmungsfaktoren dafür sorgt, dass sich ein volkswirtschaftliches Gleichgewicht im Sinne von geplantem Güterangebot = geplanter Güternachfrage ergibt. Während es bei isolierter Betrachtung des Gütermarktes unendlich viele Kombinationen von Volkseinkommen und Zins gibt, die für ein Gleichgewicht sorgen ( IS-Funktion), gibt es bei Einbeziehung des Geld- und Devisenmarktes nur eine Kombination von Zins und Volkseinkommen, die ein Gleichgewicht auf allen drei Märkten sichert.

in mikroökonomischer Betrachtung der Preis, der auf einem effizienten Finanzmarkt zustande kommt und somit dem Erwartungsgleichgewicht von Anbietern und Nachfragern nach ausleihbaren Fonds entspricht, die in optimaler Weise alle verfügbaren preisrelevanten Informationen beschaffen und nutzen. Bei makroökonomischer Orientierung handelt es sich nach klassischer Auffassung um jenen Zins, bei dem die geplanten Ersparnisse betragsmäßig gleich den geplanten Investitionen sind. Danach halten sich also Stromgrößen die Waage. Im KEYNESschen Gedankengebäude handelt es sich dagegen um ein Bestandsgleichgewicht, d.h. um den Zinssatz, bei dem die Bestandsgrößen Geldangebot und Geldnachfrage der Höhe nach übereinstimmen. Aufgrund seiner Eigenschaft als relative Änderungsrate steht der Zins in essentieller Beziehung zum Wachstum. Bei Gültigkeit des Ausschöpfungstheorems und produktivitätsorientierter Faktorvergütung, so dass der Gleichgewichtszins (r) die Grenzproduktivität des Kapitals (YK) widerspiegelt, läßt sich die Brücke zwischen Gleichgewichtszins und der Wachstumsrate des Kapitalstocks (AK/K) wie folgt schlagen: Entstehungsrechnung (EULERsches Theorem) Y = YNN+YKK Verteilungsrechnung (Lohnsatz w) Y = wN+rK Verwendungsrechnung für Lohneinkommen wN = C für Vermögenseinkommen rK = I Wegen I = AK gilt r = AK/K Die neoklassische Wachstumstheorie setzt unter bestimmten Randbedingungen darüber hinaus auch die Wachstumsrate der Beschäftigung (AN/N) sowie die Wachstumsrate des Sozialprodukts (AY/Y) gleich: r = AK/K = AN/N = AY/Y Der Gleichgewichtszins kann in der Terminologie Knut WICKSELLs mit dem natürlichen Zins identifiziert werden; er steht dem Marktzins gegenüber. Das entsprechende FISHERsche Begriffspaar ist Realzins und Nominalzins. Während monetäre Schocks über Inflationserwartungen, die in ihrem Gefolge auftreten, den Markt- oder Nominalzins ohne wesentliche lags verändern (FISHER-Effekt), halten langfristige Strukturzusammenhänge den natürlichen resp. Realzins im Lot. Doch welches Begriffspaar man auch zugrunde legt: Ein Auseinanderdriften des jeweiligen Paares löst Reaktionen aus, denen z.B. in der Konjunkturtheorie hohe Bedeutung zugemessen wird (WICKSELLscher Prozeß).

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