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Lernkurve

(Grafisch dargestellte) Beziehung zwischen der kumulierten Produktion und den Arbeitskosten je Produkteinheit. Bei zunehmender Produkterfahrung können die Arbeitskosten je Produkteinheit sinken. (Siehe auch: Erfahrungskurve)

(in der englischen Literatur: Learning Curve). Allgemein wird darunter die Darstellung der auf dem Lerneffekt beruhenden Beziehungen zwischen benötigter Zeit und erzieltem Ergebnis verstanden. Infolge des Lerneffektes ergibt sich eine Verringerung des Zeitaufwandes bei gleichem Ergebnis bzw. ein besseres Ergebnis bei gleichem Zeitaufwand. Das führt zu einem degressiven Verlauf der Lernkurve. Die wirtschaftliche Bedeutung liegt darin, daß sich in Produktionsbetrieben anhand der Lernkurven Aussagen über die Akkordreife von Arbeitsgängen neuer Produkte machen lassen. Die Ermittlung von Lernkurven kann auf ’empirischem oder analytischem Wege erfolgen. Die Anwendung der Idee der Lernkurve auf das Gesamtunternehmen bzw. einzelne strategische Geschäftseinheiten führt zur Erfahrungskurve, auf der wesentliche Überlegungen der strategischen Planung basieren.

Die Lernkurve ist im wesentlichen identisch mit der Übungskurve. Die Theorie der Lernkurve geht davon aus, daß jede Verdoppelung der Ausbringungsmenge einen Rückgang der Stückkosten um einen bestimmten Prozentsatz bewirkt.

Boston-Effekt

[s.a. Lernen] Lernkurven sind eine grafische Darstellungsform der Ergebnisse von Lernprozessen. Ausgangspunkt ist ein Lernprozess auf Grund wiederholter Darbietung des Lernmaterials. Die Speicherung von Informationen (Lernen) bedeutet, dass diese Informationen nicht nur gelernt, sondern auch behalten werden. Dazu sind zum einen Wiederholungen für das erstmalige Lernen einer Information (z.B. einer Werbebotschaft) notwendig; zum anderen verlangt das Behalten einer Information deren Wiederholung, um dem Vergessen entgegenzuwirken. Die idealtypischen Lernkurven sind durch einen S-förmigen Verlauf gekennzeichnet (vgl. Obersicht 84). Der untere, konvexe Teil der Lernkurve wird meist vernachlässigt, da man von einer gewissen Lernerfahrung des Individuums ausgehen kann. Der konkave Teil der Lernkurve drückt aus, dass von einer bestimmten Lernbasis aus der Umfang des behaltenen Materials bei fortlaufender Obungszeit bzw. bei fortlaufender Konfrontation mit dem Material degressiv ansteigt bis zur Beherrschung des Lernmaterials (Sättigungsniveau). Diese Aussage der Lernkurven ist allerdings nicht als generelle Gesetzmäßigkeit anzusehen, da die Lernleistung in Abhängigkeit von der Anzahl der Wiederholungen stark von der Verarbeitungstiefe des ausgelösten Lernvorgangs abhängt (Injormationsver-arbeitungssystem; Involvement) (vgl. Kroeber-Riel/Weinberg, 1999, S. 337ff.).

Bei der Untersuchung von Lernprozessen ist auch die sich an die Lernphase anschließende Vergessensphase zu berücksichtigen, woraus sich die Notwendigkeit kombinierter Lern- und Vergessenskurven ergibt.

Kombinierte Lern- und Vergessenskurven von Werbebotschaften ermittelte Ziel-ske in einer werbepsychologischen empirischen Untersuchung. Er untersuchte die unterschiedliche Werbewirkung (Erinnerung) bei pulsierendem und bei massiertem Einsatz der Werbung (Urning) einer Werbekampagne.

Für das Marketing sind weiterhin produk-tions- bzw. kostentheoretische Lernkurven von Bedeutung, so für die Preispolitik, die in dem Konzept der Erjahrungskurve ihren Niederschlag finden. Das Konzept der Lernkurve spielt auch über den Bereich der Konsumentenforschung hinaus eine Rolle. Beispielsweise findet es sich im internationalen Bereich in der Lernkurventheorie des internationalen Handels. Dieses Konzept wird dahingehend interpretiert, dass auch die Technologie eines Landes durch die kumulierte Produktionsmenge bestimmt wird und damit das Land mit dem größten kumulierten Produktionsvolumen durch Lerneffekte die niedrigsten Kosten erreicht, d.h. eine überlegene Technologie entwickelt, und damit über bessere Exportchancen verfügt als ein Land mit einer geringeren kumulierten Produktion. Durch den komparativen Kostenvorteil kann ein Land in der Lage sein, die entsprechenden Produkte erfolgreich zu exportieren, selbst wenn beide Länder die gleiche Faktorausstattung haben (vgl. Per-litz, 2000, S. 85ff). Auch für ein einzelnes Unternehmen stellen Lernkurveneffekte einen Anreiz zur Ausdehnung ihrer Aktivitäten dar, da durch den größeren Absatzmarkt schneller ein Stückkostenrückgang erreicht werden kann (InternationaÜsie-rung, Prozessmodelle der).

funktionale (graphische) Beziehung, welche die Abhängigkeit der Lernleistung einer Person oder einer Organisation von der Lern- erfahrung oder, wenn diese im Zeitablauf gleichförmig zunimmt, von der Zeit beschreibt. Zahlreiche empirische Untersuchungen zeigen, dass Lernkurven entweder s-för- mig oder durchgängig degressiv verlaufen. Das bedeutet, dass der Lernfortschritt mit zunehmender Erfahrung zunächst zu- und dann abnimmt, bzw. von Anfang an abnimmt. (1)  Für die Arbeitswissenschaft sind Lernkurven von Bedeutung, weil sich die Struktur, die Dauer und die Koordination von Griffbewegungen und Teilarbeitsgängen unter dem Einfluss der Übung verändert. Dies muss bei Zeit- und Bewegungsstudien berücksichtigt werden. (2)  In der Literatur zur strategischen Unternehmensplanung bezieht sich die Lern- und Erfahrungskurve (Bruce Henderson) auf Kostensenkungen durch organisationales Lernen. Mit jeder Verdoppelung des kumulierten Outputs einer Unternehmung sollen die Stückkosten um 20-30% sinken (Erfahrungskurve). (3)  In der Werbeforschung (Werbung) wird die Veränderung von Indikatoren der Werbewirkung (z.B. der Erinnerungsleistung eines Konsumenten in bezug auf eine Produktinformation) in Abhängigkeit von der Zahl der Werbekontakte (oder von der Dauer der Werbekampagne) als Lernkurve interpretiert und abgebildet.                

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