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Liquiditätsfalle

(engl.: liquidity trap) Die Liquiditätsfalle ist eine Situation, in der eine Erhöhung des Geldangebots keine senkende Wirkung auf den Zinssatz hat. Dies ist dann der Fall, wenn die Individuen entsprechend der Liquiditätspräferenztheorie Geld in der Kasse halten, da eine Anlage des Geldes aufgrund des niedrigen Zinssatzes nicht lohnenswert erscheint.

In einer Liquiditätsfalle wird die Geldpolitik einer Zentralbank wirkungslos. Die Senkung des Zinssatzes durch die Zentralbank wird als eine Lösung einer Wirtschaftskrise angesehen. Es wird davon ausgegangen, dass ducrh eine Erhöhung des Geldangebotes, eine Erhöhung der allgemeinen Nachfrage folgt und dadurch eine Verringerung der Arbeitslosigkeit. Keynes jedoch verdeutlichte, dass unter gewissen Bedingungen eine Senkung des Zinssatzes - auch auf null - keine Wirkung zeigt. Die Menschen, Banken und Unternehmen werden in einer Liquiditätsfalle so risikoavers, dass Sie es bevorzugen Liquidität zu halten (zum Beispiel Bargeld) als Kredit zu vergeben bzw. mögliche Kredite aufzunehmen. Eine Wirtschaft steckt in dieser Situation in einer Rezession fest trotz größter Anstrengungen der Geldpolitik. Keynesianisch orientierte Wirtschaftshistoriker sind davon überzeugt, dass die Volkswirtschaften der USA und Großbritanniens in den dreißiger Jahren in einer Liquiditätsfalle steckten. In den späten neunziger Jahren verfiel die japanische Wirtschaft in einen ähnlichen Zustand. Im Monetarismus findet die Liquiditätsfalle keinen Niederschlag, verweisen bei der Depression der Dreißigerjahre und bei Japans kürzlichen Wirtschaftsproblemen auf andere Ursachen. Monetaristen glauben, dass es verschiedene Möglichkeiten für eine greifende Geldpolitik gegeben hätte.

Die Liquiditätsfalle ist ein Begriff aus der volkswirtschaftlichen Theorie nach J.M. Keynes. Damit wird ein Zustand beschrieben, bei dem der Zins auf dem Kapitalmarkt sehr niedrig ist. Deshalb erwarten alle an einer Anlage interessierten Personen nur noch eine Zinssteigerung (verbunden mit einer Senkung der Kurse), um später Wertpapiere zu kaufen. Eine Erhöhung der Geldmenge bewirkt dann keine Ankurbelung der Konjunktur, weil die Anleger das zusätzlich bereitgestellte Geld völlig in ihrer » Spekulationskasse « aufnehmen, um aufbessere Anlagemöglichkeiten zu warten. In der neueren volkswirtschaftlichen Theorie wird dieser Begriff kritisiert.

In bestimmten Situationen auftretender Tatbestand, dass Zuwächse des Geldangebots keine oder nur noch eine sehr geringe Auswirkung auf die Höhe des Zinses besitzen. Das gesamte zusätzliche Geldangebot verschwindet in der Liquiditätsfalle, wird also als Kassenbestand gehalten, weil der Zins, der durch eine Anlage in Geldvermögenstiteln zu erzielen wäre, als zu niedrig angesehen wird, ggf. nicht einmal die mit der Anlage verbundenen Kosten deckt.

Sieehe weiters Spekulationskasse

Liquiditätspräferenz

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