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Mehrwerttheorie

von Karl Marx entwickelte Lehre für eine spezifische Form der Ausbeutung und Selbstzerstörung des Kapitalismus. Sie beruht auf folgenden Annahmen: (1)  Es gilt die "reine" Arbeitswertlehre, wonach Arbeitskraft die einzige Wertschöp- fungsquelle ist. (2) Für die Arbeitskraft gilt das gleiche Wertgesetz wie für jede andere Ware: Der natürliche Wert der Arbeitskraft ist gleich den Reproduktionskosten, die für die Erhaltung der Arbeitskraft notwendig sind. (3)  Der Mehrwert (m) entsteht als Überschuss des produzierten Wertes (w) über das "konstante Kapital" (c) für Vorprodukte und Ersatzinvestition sowie das "variable Kapital" (v) für die Lohnzahlungen. Er ergibt sich dadurch, dass die Arbeiter länger arbeiten, als zur Reproduktion ihrer Arbeitskraft erforderlich ist. Da die Arbeitskraft zu ihrem Tauschwert entlohnt wird, fällt der Mehrwert (m = w - c - v) als Unternehmergewinn dem Kapitalisten zu und wird für diesen zum bestimmenden Motiv der Produktion. Hieraus leitet Marx seine Hypothese über die Entwicklung des Kapitalismus ab, und zwar mit Hilfe folgender Relationen und Annahmen: c/v = organische Zusammensetzung des Kapitals, m/v = Mehrwert- oder Ausbeutungsrate als das Verhältnis von Nicht-Lohn- einkommen zu Lohneinkommen, m/(c + v) = Profitrate. Bei konstanter Mehrwertrate und steigender organischer Zusammensetzung des Kapitals (infolge fortwährender konkurrenzbedingter Akkumulation des Mehrwerts) sinke die Profitrate, wodurch die Triebkraft des Kapitalismus erlahme und sein Zerfall über eine Kette sich verschärfender ökonomischer Krisen einsetze, beginnend mit einem konzentrationsfördernden Kapitalintensivierungs- und Verdrängungswettbewerb (Monopolkapitalismus), in dessen Gefolge sich eine "industrielle Reservearmee" bilde und eine verstärkte Ausbeutung entstehe. Über die fortschreitende Verschärfung der Klassengegensätze komme es schliesslich zur revolutionären Sprengung der "kapitalistischen Hülse". Wie verschiedene Analysen langfristiger statistischer Reihen zeigen, ist das Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate jedoch nicht wirksam geworden. Marx hat offensichtlich einen denkbaren Fall als den allein möglichen angesehen. Ob das Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate jemals reale Bedeutung erlangen wird, ist angesichts der Mängel der Arbeitswertlehre zweifelhaft. Wie Rosa Luxemburg feststellt, hat es "... mit dem Untergang des Kapitalismus am Fall der Profitrate noch gute Wege, so etwa bis zum Erlöschen der Sonne".    Literatur: Streissler, E., Wandlungen der Einkom- mensstruktür im Wirtschaftswachstum, in: Lohnpolitik und Einkommensverteilung, Schriften des Vereins für Socialpolitik, N. F., Bd. 51 (1969), S. 201 ff. Gutmann, G., Kritik an grundlegenden Posi- tionen der roimscnen v(Konomie vun ivari iviaiA, in: Mück, ]. (Hrsg.), Politische Ökonomie, Frankfurt a. M., New York 1977, S. 216 ff.

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